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Argentinien: Zahl der Katholiken sinkt – USA: Katholiken und Abtreibung – 2 Studien

28. Juni 2022 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
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In Argentinien ist nur mehr knapp die Hälfte der Einwohner katholisch. Die Haltung zur Abtreibung unter US-Katholiken hängt mit der Häufigkeit des Messbesuchs zusammen. Eine Analyse von Vatikanist Sandro Magister.


Rom (kath.net/jg)

Der italienische Vatikanist Sandro Magister hat auf seinem Blog Settimo Cielo auf der Internetseite der Wochenzeitung L’Espresso zwei religionssoziologische Studien analysiert. Die erste betrifft die Entwicklung der katholischen Kirche in Lateinamerika mit Schwerpunkt Argentinien, die andere untersucht die Haltung der Katholiken in den USA zur Abtreibung.

Argentinien

In Argentinien ist der Anteil der Katholiken an der Gesamtbevölkerung in den letzten 50 Jahren von 90 auf 52 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig ist der Anteil derer, die sich als religionslos bezeichnen auf 22 Prozent angestiegen. Vor einem halben Jahrhundert war diese Gruppe praktisch nicht existent.

Diese Daten wurden von Sergio Rubin veröffentlicht, einem Vatikanexperten und Biographen von Papst Franziskus. Er zitiert Daten des Meinungsforschungsinstitutes „Voices“.

Der Anteil der Argentinier, die der Katholischen Kirche vertrauen, ist von 2017 bis heute von 52 Prozent auf 31 Prozent gesunken. Die Zustimmungsquote für Papst Franziskus ist im selben Zeitraum von 62 Prozent auf 52 Prozent gefallen.

Unter den Christen ist der Anteil der Evangelikalen, Charismatiker und Pfingstler gestiegen und beträgt heute 12 Prozent.

Dieser Trend zeigt sich in ganz Lateinamerika, stellt Magister fest. In sieben Staaten des Kontinents sei der Anteil der Katholiken bereits unter 50 Prozent der Gesamtbevölkerung. Dazu zählt Uruguay, das traditionell die meisten Menschen ohne Religion aufweist. Sogar in Brasilien sei der Anteil der Katholiken auf unter 50 Prozent gefallen.

USA

In den USA hat das Meinungsforschungsinstitut Pew Research Center eine Umfrage über die Ansicht der Katholiken des Landes zur Abtreibung veröffentlicht.

An den extremen Enden des Meinungsspektrums sind 13 Prozent der Katholiken, die Abtreibung unter allen Umständen legalisiert wollen, während 10 Prozent der Katholiken ein generelles Abtreibungsverbot wollen. Dazwischen liegt die Masse derer, die meinen, Abtreibung solle in den meisten Fällen entweder legal oder illegal sein.

Die Verhältnisse ändern sich aber stark, sobald man die Katholiken betrachtet, die jeden Sonntag zur Messe gehen. In dieser Gruppe wollen 24 Prozent, dass Abtreibungen in allen Fällen verboten sind. 44 Prozent sind der Meinung, sie sollte in den meisten Fällen verboten sein. Mehr als zwei Drittel Abtreibungsgegnern stehen nur 4 Prozent gegenüber, die der Ansicht sind, Abtreibungen sollten immer legal sein und 26 Prozent, die meinen, sie sollte in den meisten Fällen legal sein.

Der Aussage „Das menschliche Leben beginnt mit der Empfängnis, ein Fötus ist deshalb eine Person mit Rechten“ stimmen 44 Prozent der Katholiken zu, unter den regelmäßigen Besuchern der Sonntagsmesse jedoch 70 Prozent.

Diese und andere Umfragen würden zeigen, dass die Katholiken in den USA sensibler auf das Thema Abtreibung reagieren als die europäischen Katholiken, stelle Magister abschließend fest.

 


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Lesermeinungen

 Stephaninus 28. Juni 2022 
 

Diese Zahlen bringen wenig

In den meisten Ländern Südamerikas dürft es keine Erhebungen der Konfessionszugehörigkeiten wie in Europa (namentlich D, CH, A) geben. Deshalb dünken mich diese Zahlen sehr heikel. Würden die gleichen Massstäbe wie bei uns verwandt, wäre wohl der Anteil der Katholiken höher. Freilich ist die Säkularisation auch in Südamerika auf dem Vormarsch.


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