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Bischof Veres: Ungarns Christen sollen Verantwortung wahrnehmen

2. April 2022 in Chronik, 3 Lesermeinungen
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Bischofskonferenz-Vorsitzender ruft zu Teilnahme an Parlamentswahl und Volksabstimmung über sogenanntes "Kinderschutzgesetz" auf.


Budapest (kath.net/ KAP)

Der Ungarische Bischofskonferenz-Vorsitzende Andras Veres hat zur Teilnahme an der Parlamentswahl und dem am Sonntag zeitgleich stattfindenden Referendum über das Gesetz zur Sexualerziehung in der Schule aufgerufen. Beides sei "sehr entscheidend für die Zukunft", sagte Veres im Interview des katholischen Portals "Magyar Kurir" (Freitag). Schon in einem Ende Februar veröffentlichten gemeinsamen Hirtenbrief zur Fastenzeit hatten die ungarischen Bischöfe appelliert, bei den beiden Entscheidungen "mit Verantwortungsbewusstsein für die Zukunft" die Stimme abzugeben. "Die christlichen Werte helfen", fügte Veres nun hinzu.

Bei der Parlamentswahl fordert die hinter Spitzenkandidat Peter Marki-Zay vereinte Opposition gemeinsam die rechtsnationale Regierungspartei Fidesz von Regierungschef Viktor Orban heraus. Bei der Volksabstimmung geht es um die von der Regierung Orban durchgesetzte Novellierung des sogenannten "Kinderschutzgesetzes", wodurch positive Erwähnungen über nicht-heterosexuelle Lebensformen vor Minderjährigen unter Strafe gestellt wurden.


Westeuropa denke "sehr unchristlich" über das Thema des Referendums, meinte Bischof Veres jetzt im Interview. Er sei aber zuversichtlich, dass nicht nur Christen in Ungarn ihre Verantwortung erkennen, so der Bischof von Györ. Die richtige Entscheidung treffe, wer sich für "Naturalismus" und "Normalität" entscheide, sagte Veres.

Als Platz für Fragen der Sexualität sieht der frühere Professor für Moraltheologie die Familie - und nicht etwa die Schule, wie er im Interview betonte. Die natürliche Identität von Kindern wachse in Familien. "Dies geschieht, indem das Kind Fragen stellt, die die Eltern je nach Reife des Kindes ehrlich beantworten sollen", so der Bischof. Dies gehöre zu einer verantwortungsvollen Vater- und Mutterschaft. Eltern können sich auch entscheiden, dafür fremde Hilfe in Anspruch zu nehmen. "Aber niemand hat das Recht, Eltern diese grundlegende Verantwortung abzusprechen oder zu entziehen", betonte Veres.

Schon Ende vergangenen Jahres hatten die christlichen Kirchen und die jüdischen Gemeinden in Ungarn in einer gemeinsamen Erklärung das Verständnis von Ehe als Verbindung zwischen Mann und Frau bekräftigt. Gott habe den Menschen als Mann und Frau geschaffen, verwies auch Veres nun erneut auf ein Zitat aus dem biblischen Buch Genesis. Aus dieser Verbindung heraus werde Leben weitergegeben. Dies sei auch die christliche Vorstellung für das Wachstum der Gesellschaft. "Alles andere ist nicht normal, das müssen wir deutlich sagen", so Veres wörtlich.

 

Copyright 2022 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


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Lesermeinungen

 Ulrich Motte 3. April 2022 
 

Fischlein- Danke für Ihre Information!

Gilt das auch für private Schulen?


0
 
 Fischlein 3. April 2022 
 

@Ulrich Motte

So wie ich den Bischof verstanden habe, betrifft das Verbot verschiedene Formen des Schulunterrichts. Dort ist es verboten, Homosexualität als etwas Positives Nachahmenswertes zu zeigen.
Die Eltern haben ihre Rechte unberührt.


0
 
 Ulrich Motte 2. April 2022 
 

Frage (nicht: Behauptung)

Der Herr Bischof sagt: "Aber niemand hat das Recht, Eltern diese grundlegende Verantwortung abzunehmen oder zu entziehen". Gemeint sind Fragen der Sexualität, geht aus obigem Text hervor. Der Herr Bischof meint weiter, daß Eltern für das Gespräch darüber, die Erziehung ihrer Kinder, auch entscheiden könnten, "fremde Hilfe in Anspruch zu nehmen." Dürfen Eltern (FRAGE!) nach der Meinung des Herrn Bischofs dann auch vor ihren Kindern "positive Erwähnungen nicht herosexueller Lebensformen" vornehmen oder entsprechende Hilfen Dritter dafür in Anspruch nehmen, was ja zumindest laut obigem Text in Ungarn strafbar ist? Bitte keine Mißvertändnis: Mir nahe Konfessionen sind wie ich besonders strikt heterosexuell orientiert und lehren das in unseren Familien, Gemeinden und Privatschulen. Aber der Herr Bischof sollte eventuell mögliche Widersprüchlichkeit seiner Aussagen verhindern.


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