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Johannes Hartl meint: Manche Christen sind anfälliger für Verschwörungstheorien

21. Februar 2022 in Chronik, 71 Lesermeinungen
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Augsburger Theologe hat ein Problem, wenn Prediger auf der Kanzel über Gesellschaftspolitik predigten. "Ich weiß nicht, wie du aus der Bibel herleiten kannst, dass du dich impfen lassen oder nicht impfen lassen sollst."


Wetzlar (kath.net) Bestimmte christliche Gruppierungen sind besonders anfällig für Verschwörungstheorien. Dazu gehören unter anderen „sehr konservativ gläubige“ evangelikale, pietistische und charismatische Christen. Dies meint Johannes Hartl, der Leiter Leiter des Gebetshauses Augsburg bei einer Diskussionssendung mit "idea". Hartl sprach davon, dass diese christlichen Gruppierungen eine „Grundskepsis gegenüber dem Mainstream“ haben und aufgrund ihres Glaubens etwa vorsichtig gegenüber bestimmten wissenschaftlichen Erkenntnissen seien. Außerdem gäbe es eine „Wissenschaftsskepsis bis hin zur Wissenschaftsfeindlichkeit“ und solche Christen bewegen sich in einem engen sozialen Gefüge und haben etwa nur Freunde von der eigenen Frömmigkeitsprägung, die die persönliche Meinung bestätigten. Das sei für Hartl ein „Nährboden“ für Verschwörungstheorien. 


Der Theologe empfiehlt, dass man die eigene „Computer-Filter-Blase“ ab und zu verlasse und den Dialog mit „real existierenden Menschen“, vor allem mit denjenigen, die eine andere Meinung vertreten. Man sollte sich auch mit unterschiedlichen Medienquellen auseinandersetzen und seine Informationen weder allein aus öffentlich-rechtlichen noch ausschließlich aus den sogenannten alternativen Medien beziehen. Er freue sich über Menschen, die beispielsweise bei Kontroversen rund um Corona sagten: „Ich weiß es nicht genau.“ Man sollte auch nicht  mit dem Thema  Endzeit bzw. der Offenbarung des Johannes argumentierten. Hartl hat auch ein Problem, wenn Prediger auf der Kanzel über Gesellschaftspolitik predigten." Ich weiß nicht, wie du aus der Bibel herleiten kannst, dass du dich impfen lassen oder nicht impfen lassen sollst.“ Der Theologe wünsche sich mehr Neutralität. Nur bei politischen Fragen wie das Gebot "Du sollst nicht töten", die offenkundig den christlichen Glauben beträfen, sollte ein  Prediger nicht schweigen.

 


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