Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Klerikalismus im Bistum Passau
  2. Experte: In Liturgie öfter das "Große Glaubensbekenntnis" verwenden
  3. Evangelische bayerische Landeskirche traut Homosexuelle
  4. ‚Die Hölle gibt es wirklich – und viele sind auf dem Weg dorthin‘
  5. "Retter des Stephansdoms" sagte Nein zum Vernichtungsbefehl
  6. Vatikan geht gegen Missbrauch bei "bestellten Messen" vor
  7. Der verkleidete Menschenfreund
  8. Von der Unfähigkeit, ruhig in einem Raum zu bleiben
  9. Gott will, dass wir treu sind!“
  10. Buddhist riet Indonesierin, die „Drei Ave Maria-Novene“ zu beten – Sie wird an Ostern getauft!
  11. „Times“: Bei den Katholiken Großbritanniens läuft eine „stille Erweckung“
  12. EINMALIGE CHANCE! Große Baltikum-Reise mit kath.net - Mit Erzbischof Gänswein!
  13. Christentum im Norden Nigerias „wächst astronomisch“
  14. Wann hat Frau Esken das letzte Mal mit einem Normalbürger gesprochen?
  15. Putin lässt am Palmsonntag Kirchbesucher bombardieren - Mehr als 30 Tote in Sumy

Bischof Bätzing und die Hoffnungslosigkeit der Kirche in Deutschland

17. November 2021 in Kommentar, 13 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„Eine größere Hoffnungslosigkeit und einen größeren Mangel an Vertrauen in die Kraft des Evangeliums hat man in der Geschichte der Kirche sicher selten gesehen.“ Gastkommentar von Joachim Heimerl


Wien-Bonn (kath.net) Schon Martin Luther sagte, als er die Bibel ins Deutsche übertrug, man müsse dem „Volk dabei nur aufs Maul schauen“. Dass er damit ein Vorgehen beschrieb, das 500 Jahre später von einem deutschen Bischof mit „Evangelisierung“ verwechselt werden wird, das hat sich Luther sicher nicht einmal im Traum vorstellen können.

Dass Evangelisierung in Deutschland in Lutherischer Manier lediglich „Reform“ – um nicht zu sagen „Reformation“ – bedeutet, ist spätestens seit Beginn des sogenannten „Synodalen Weges“ allgemein bekannt. Bischof Bätzing hat dies jüngst im Interview mit dem offiziell nicht offiziellen Portal der katholischen Kirche in Deutschland folgendermaßen begründet: „Wenn wir nichts verändern, dann werden wir radikal verändert werden. Wir werden nämlich gegen Null gehen.“ Eine größere Hoffnungslosigkeit und einen größeren Mangel an Vertrauen in die Kraft des Evangeliums hat man in der Geschichte der Kirche sicher selten gesehen. Nicht die Verkündigung des Glaubens steht im Zentrum einer solchen Auffassung, sondern die schale Verkündung dessen, was wir in unserer Armseligkeit selbst daraus machen. Der Glaube wie die Kirche selbst werden so zu einem „Produkt“ auf dem Markt der Beliebigkeit und des Zeitgeistes.


Dazu passt es, wenn Bischof Bätzing Glaubenswahrheiten davon abhängig macht, ob sie „im Volk Gottes [noch] aufgenommen werden“ oder nicht. Die Glaubenswahrheit, um die es ihm im bereits erwähnten Interview geht, ist – wie häufig – das dem Mann vorbehaltene Priestertum. Da die diesbezüglich beständige Lehre der Kirche von den Leuten heute nicht mehr verstanden würde, sei sie, so der Bischof, im Grunde obsolet. Dem freilich muss man entgegenhalten, dass die Botschaft Jesu und mit ihr die Lehre der Kirche noch nie etwas gewesen ist, das „leicht verdaulich“ oder dem Zeitgeschmack angepasst war. Jesus selbst ermahnt die Jünger, als er sie aussendet, um das Evangelium zu verkünden: „Wenn man Euch aber in einem Haus oder in einer Stadt nicht aufnimmt, und Eure Worte nicht hören will, dann geht weg und schüttelt den Staub von Euren Füßen“ (Mt. 10,14). Davon, dass wir unsere Verkündigung vom Verständnis der Welt abhängig machen sollen, hat der Herr anders als Bischof Bätzing dagegen nichts gesagt.

Natürlich muss man dem Bischof zugutehalten, dass er in dem Interview eine mehr oder minder private Auffassung ins Spiel bringt, sofern eine öffentliche Äußerung des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz überhaupt privat sein kann.

Gleichzeitig ist hierbei jedoch an keinen Geringeren als an Joseph Ratzinger zu erinnern. Als er Erzbischof von München wurde, sagte er in seiner Predigt: „Es ist nicht die Aufgabe eines Bischofs, seine persönlichen Ansichten zu vertreten, sondern er hat eine Botschaft auszurichten, die größer ist als er selbst.“ Der Größe dieser Botschaft scheinen viele Bischöfe in Deutschland heute nicht mehr ohne weiteres gewachsen zu sein, ebenso wenig dem Widerstand, auf den diese Botschaft zwangsläufig treffen muss.

Was die Kirche in Deutschland und überall auf der Welt braucht, das ist kein legeres „everything goes“ a la Bischof Bätzing und keine hoffnungslose Anpassung an den Mainstream, sondern das Vertrauen auf die erlösende Kraft des Evangeliums und auf die beständige Lehre der Kirche.

Wir mögen gegen „Null“ gehen, mag man Bischof Bätzing erwidern, aber wir werden dem Versprechen Jesu nach niemals untergehen! Wenn wir darauf nicht vertrauen, hat alles andere, was wir der Welt von heute zu sagen haben, keinen Sinn – und es hat auch keine Berechtigung.

Der Autor Dr. Joachim Heimerl ist Priester der Erzdiözese Wien und Oberstudienrat.
Archivfoto Heimerl (c) Privat


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. EINMALIGE CHANCE! Große Baltikum-Reise mit kath.net - Mit Erzbischof Gänswein!
  2. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  3. Klerikalismus im Bistum Passau
  4. Der verkleidete Menschenfreund
  5. „Times“: Bei den Katholiken Großbritanniens läuft eine „stille Erweckung“
  6. "Retter des Stephansdoms" sagte Nein zum Vernichtungsbefehl
  7. Christentum im Norden Nigerias „wächst astronomisch“
  8. ‚Die Hölle gibt es wirklich – und viele sind auf dem Weg dorthin‘
  9. Buddhist riet Indonesierin, die „Drei Ave Maria-Novene“ zu beten – Sie wird an Ostern getauft!
  10. Gott will, dass wir treu sind!“
  11. Vatikan geht gegen Missbrauch bei "bestellten Messen" vor
  12. Putin lässt am Palmsonntag Kirchbesucher bombardieren - Mehr als 30 Tote in Sumy
  13. Wann hat Frau Esken das letzte Mal mit einem Normalbürger gesprochen?
  14. Neuer Blitz-Auftritt des Papstes nährt Spekulation um Osterfeier
  15. Experte: In Liturgie öfter das "Große Glaubensbekenntnis" verwenden

© 2025 kath.net | Impressum | Datenschutz