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Synodale Irrwege - Nationale Sonderwege13. Oktober 2021 in Jugend, 9 Lesermeinungen Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden
Der Synodale Weg entpuppt sich immer mehr als rein kirchenpolitisch motivierte und orientierte Veranstaltung. Für uns junge Katholiken verliert er damit endgültig jede Glaubwürdigkeit - Gastkommentar von Benno Schwaderlapp /Initiative Pontifex
Frankfurt (kath.net)
Die vergangene Sitzung des Synodalen Weges in Frankfurt hat wieder eindrücklich vor Augen geführt, dass dort kein gemeinsames Lernen von Gott und den Menschen geschieht. Vielmehr entpuppt sich der gesamte Synodale Weg immer mehr als rein kirchenpolitisch motivierte und orientierte Veranstaltung. Für uns junge Katholiken verliert er damit endgültig jede Glaubwürdigkeit.
Denn gerade in Zeiten, in denen wir alle mit wirklich existenziellen Nöten und Fragen beschäftigt sind, erscheint das aufwändig betriebene Reden der mehrheitlich von der Kirche bezahlten Teilnehmer des sogenannten Synodalen Weges weder zielführend noch konstruktiv. Wir könnten den vielbeworbenen Bestrebungen um Authentizität und Menschennähe mehr Glauben schenken, würden sich die Synodalen genauso engagiert und mit ebenso hohem finanziellen, personellen und zeitlichen Aufwand für die Notleidenden unserer Tage einsetzen, wie für ihre kirchenpolitischen Ziele. Es bedarf dabei wirklich nicht allzu viel Phantasie, um die politische Agenda zu durchschauen, mit der munter an Stühlen gesägt wird, die diesen Zielen nicht entsprechen. Mit eben dieser Vorgehensweise erweist sich der sogenannte Synodale Weg für uns junge Katholiken als unglaubwürdig. Vielmehr erhärtet sich der Verdacht, dass hier zum wiederholten Male auf dem Rücken der Betroffenen innerkirchliche politische Machtfragen ausgehandelt werden.
Die Diskussion um die Aussage des Regensburger Bischofs Voderholzer zeugt eindrücklich von dieser Spannung: Mit dem neu geschaffenen Begriff eines “Lehramts der Betroffenen” kritisiert der habilitierte Dogmatiker zurecht eine Vereinnahmung des Leids der Betroffenen zum Zwecke einer ideologischen Umdeutung des katholischen Lehramts. Dass nun von anderer Stelle dieser Begriff nicht kritisierend, sondern bestätigend gebraucht wird, zeigt, dass diese Kritik zutrifft: Anstatt von den Betroffenen zu lernen und sexuelle Gewalt aufzuklären, wird ihr Leid für eine ideologische Umänderung der göttlichen Lehre verwendet. So ist nicht etwa die kirchliche Sexuallehre schuld an den Missbrauchsfällen, sondern im Gegenteil ihre konsequente Missachtung durch die Täter.
Als junge Christen, die täglich mit den Freuden und Herausforderungen der ganz normalen Welt konfrontiert sind, wissen wir: WIR sind es, die sich ändern müssen, nicht die göttliche Lehre -dann können wir das Leben in Fülle erfahren. So empfinden wir tiefe Dankbarkeit für diejenigen Hirten und Laien, die sich im synodalen Weg für die Einheit der Kirche und die Wahrheit des göttlichen Wortes einsetzen und sich gleichzeitig entschieden für die Aufklärung sexuellen Missbrauchs und Präventionsmaßnahmen einsetzen. Wir sind froh, dass wir mit Wort und Tat wirklich bei den Menschen sein können und uns nicht in kirchenpolitischen Diskussionen davon ablenken lassen, ihnen das Beste weiterzugeben, das wir kennen: die Erlösung von Sünde und Schuld, die Chance zu Neuanfang und Umkehr in unserem gemeinsamen Leben. Und genau das ist es, was wir uns auch von der institutionalisierten Kirche wünschen: dass sie ihren Aufgaben der liturgia, martyria und caritas glaubwürdig nachkommt. Hier und Jetzt. 
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