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Offener Brief an Papst Franziskus führt zu Suspendierung von Opus-Dei-Priester

15. September 2021 in Aktuelles, 13 Lesermeinungen
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Pater Gbénou hatte den Papst zur Klärung von dessen umstrittener Aussage über rechtliche Anerkennung homosexueller Partnerschaften aufgefordert. In einem Interview spricht er über die Gefahren für Kirche, die er in der päpstlichen Äußerung sieht


Côte d’Ivoire (kath.net/LifeSiteNews/mk) Pater Janvier Gbénou, ein 41-jähriger afrikanischer Priester des Opus Dei, wurde im März durch seine Gemeinschaft von seinem Amt suspendiert, weil er Papst Franziskus für dessen Aussage zu homosexuellen Partnerschaften zum Rücktritt aufgefordert hatte. Der Papst hatte vergangenen Oktober in der Dokumentation „Franziskus“ von Evgeny Afineevsky geäußert, dass homosexuelle Partnerschaften staatlich anerkannt werden sollten, er habe das immer verteidigt. Für Pater Gbénou stellte diese Aussage laut einem Interview mit LifeSiteNews einen Bruch mit der traditionellen katholischen, von allen bisherigen Päpsten vertretenen Moral dar, und einen Sieg der sogenannten Situationsethik. Diese habe schon der heilige Papst Johannes Paul II. in Veritatis Splendor, 84, verworfen. „Den Geboten des Sittengesetzes stellt man die sogenannten konkreten Situationen entgegen, weil man im Grunde nicht mehr daran festhält, daß das Gesetz Gottes immer das einzige wahre Gut des Menschen ist“, schrieb der Papst 1993.

Pater Gbénou ortet in der Äußerung einen Sieg der LGBT-Ideologie über das Papsttum als letztes moralisches Bollwerk der Welt, der negative Konsequenzen für die Kirche mit sich bringen werde: geringere Wertschätzung für die Sakramente der Ehe und der Eucharistie, Schwierigkeiten in der Erziehung der Kinder zu einer sich ergänzenden Liebe zwischen Mann und Frau, weniger geistliche Berufungen und letztlich auch die Unglaubwürdigkeit der katholischen Morallehre. „Wie kann jemand gegen eine Sünde sein und zugleich ein Gesetz gutheißen, das diese gutheißt?“, argumentiert der afrikanische Priester und verweist dabei auf die ähnlich widersprüchliche Situation beim US-Präsidenten Biden, der Abtreibungsmöglichkeiten unterstützt, persönlich aber gegen Abtreibung ist. Wenn die Wahrheit, statt als absolute Richtschnur, nur mehr als Meinung einer bestimmten Person wahrgenommen werde, führe das über kurz oder lang zur Instabilität und zum Kampf auch in der Kirche.


Der afrikanische Priester unterscheidet klar zwischen der LGBT-Ideologie und einer ungerechten Zurücksetzung Homosexueller. Letztere sei zu vermeiden, wenn notwendig auch durch entsprechende Gesetze. Sie dürfe aber nicht als Rechtfertigung für die Forderung nach staatlicher Anerkennung gleichgeschlechtlicher Verbindungen verwendet werden, genau dies sei die Falle der LGBT-Bewegung. Wie Papst Franziskus würde auch Gbénou von Ausgrenzung betroffenen Menschen, auch Homosexuellen, die Füße küssen; gegenüber LGBT-Aktivisten würde der Geistliche aber harte Worte verwenden, um sie zur Umkehr zu bewegen.

Ein von Gbénou im November letzten Jahres verfasster offener Brief an Papst Franziskus über diese Gedanken führte einige Monate später zur Suspendierung seitens des Opus Dei: der Pater darf keine öffentlichen Messen mehr feiern, noch predigen oder Beichte hören, er musste sogar die Niederlassung seiner Gemeinschaft verlassen. Im Brief hatte er den Papst aufgefordert, seine Aussage zu korrigieren oder zurückzutreten. Der Titel des Briefs („Warum Papst Franziskus zurücktreten muss?“) war, wie Gbénou selbst zugibt, nicht klug gewählt und hat die Kernaussage überdeckt, dass der Papst seine Aussage zumindest im Licht der offensichtlich gegenläufigen Äußerungen von Johannes Paul II. und Benedikt XVI. klären müsse. Gehorsam gegenüber einem Oberen müsse aber dort enden, wo es um Sünde gehe.

Nach der Suspendierung begann der Priester, unter dem Pseudonym „Father Jesusmary“ ein Buch über seine Reflexionen zu schreiben, im Verborgenen, nachdem er via Twitter eine Todesdrohung von einem LGBT-Aktivisten erhalten hatte. Gegenüber seiner Gemeinschaft, von der er als Gegner des Papstes wahrgenommen wird, hegt er aber keinen Groll, genauso wenig gegenüber dem Papst selbst: „Ich denke, es ist unmöglich für Katholiken, den Papst nicht zu lieben.“ Schwester Lucia, die Seherin von Fatima, habe Kardinal Caffarra einmal geschrieben, dass der letzte Kampf zwischen dem Herrn und dem Reich Satans sich um Ehe und Familie drehen werde. Doch Gbénou ist zuversichtlich: „Was ich geben werde, kommt nicht von mir, sondern von Christus, und ich weiß, dass ich in den Händen der Jungfrau Maria bin, der Mutter aller Priester.“


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Lesermeinungen

 Stephan M. vor 7 Tagen 
 

Klingt nach Katechismuswissen!

Wo liegt jetzt genau das Problem, warum man den frommen Priester suspendiert hat? ... Ach ja ... Stimmt! ... habe schon verstanden ...


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 lesa 16. September 2021 

Die Wahrheit kann man nicht enthaupten. Sie bleibt. Und nur sie rettet

Dank an Pater Gbénou! Es ist ein dringend auszuräumendes Missverständnis, das den Betroffenen und der Gesellschaft größten Schaden zufügt.
Hier sei auf das wichtigste lehramtliche Dokument zu diesem Thema verwiesen vom 3. Juni 2003: "Erwägungen zu den ENtwürfen einer rechtlichen ANerkennung der Lebensgemeinschaften zwischen: hs. Personen."
Rechtliche Zugeständnisse irgendwelcher Art würde bedeuten, wie dieses Schreiben formuliert: "nicht nur en abwegiges Verhalten zu billigen und zu einem Modell in der gegenwärtigen Gesellschaft zu machen, sondern auch grundlegende WErte zu verdunkeln, die zum gemeinsamen Erbe der Menschheit gehören."
[email protected]: P. Ramm ist nicht der enzige. Es gibt nur in diesem Jahr noch einige andere, die "enthauptet" wurden oder selber gingen, weil sie nicht mehr normal katholisch sprechen und agieren durften, so sehr herrscht die Lüge auch in der Kirche. Viele JEINS haben einen solchen Zustand mit herbeigeführt. Aber die Wahrheit bleibt, was sie ist.


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 J. Rückert 16. September 2021 
 

Wer die Wahrheit sagt

braucht ein schnelles Pferd, auch in der Kirche.
Das Maß der auferlegten Strafe dürfte dazu dienen, das Opus Dei vor innerkirchlicher Verfolgung zu schützen.


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 girsberg74 16. September 2021 
 

Achtung, Gefahr!

@Benno Faessler-Good „Am 26. September ...“

Ihr Beitrag lässt nach Nutzen und Gefahren der Veröffentlichung von Umfrageergebnissen fragen: Meine Gedanke ist, dass man mit der Veröffentlichung von solchen Umfragen die Zustimmung oder Ablehnung bei Wahlen beeinflussen kann.

Wer fühlt nicht die Versuchung mit dabei zu sein, bei der Mehrheit, die ein Problem „befriedigend gelöst“ hat; „befriedigend gelöst“, weil ich dazu beigetragen habe. (Außerdem kommt man ja sonst nirgendwo zu Wort.)

Was kann „Ich“ dagegen tun?
In Kurzfassung: Nicht an Befragungen teilnehmen, damit die verborgenen Interessenten mich nicht über das Ohr hauen und mir nicht nach dem Mund reden; kenne dieses Geschäft ein Stück weit aus eigener Erfahrung.

Im politischen Bereich liegen für Deutschland gerade 16 Jahre Erfahrungen vor.


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 Devi 16. September 2021 
 

Offener Brief an Papst Franziskus.

Ich bin dem Priester sehr dankbar für seine Festigkeit im Glauben.Sein Brief hat sehr viel Güte ,aber auch Verantwortung unseres Kath. Glaubens gegenüber ausgedrückt.Danke für den Mut und seinen Glauben!Devi

Pater Janvier


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 Critilo 15. September 2021 
 

"Angesprochen auf die Zivilunion zwischen Homosexuelle erklärt der Papst, dass man diese schaffen müsse, damit die betroffenen Menschen gesetzlich abgesichert seien." So hatte Kath.net damals geschrieben. (Link unten)

Msgr. Laun bemerkte mal in einem etwas anderen Zusammenhang (da ging es um Kondome), dass es nicht Aufgabe der Kirche sei, zu sagen, wie man sich beim Sündigen absichert.

www.kath.net/news/73209


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 Benno Faessler-Good 15. September 2021 
 

Am 26. Septemter entscheidet das Schweizer Stimmvolk "Ehe für Alle"

Gemäss Befragung werden 64 % der Abstimmenden ein Ja in die Urne legen!


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 Diadochus 15. September 2021 
 

In guten Händen

Die Suspendierung hat Ähnlichkeiten mit der Strafversetzung von Pater Martin Ramm FSSP. Pater Gbénou wird die Suspendierung verkraften, denn er weiß sich "in den Händen der Jungfrau Maria, der Mutter aller Priester". Pater Gbénou hat alles richtig gemacht. Er hat seine Mitbrüder brüderlich ermahnt, die in schwerste Sünden gefallen sind. Um diese sollten wir uns mehr Sorgen machen. Wieder einmal wurde "das falsche Schwein geschlachtet". (frei nach Winston Churchill)


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 Passero 15. September 2021 
 

Unerträglich!

Die Homo-Lobby innerhalb und außerhalb der Kirche wird immer unerträglicher! Aber Gott wird eingreifen. Das kann freilich weh tun!


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 si enim fallor, sum 15. September 2021 
 

Ich halte die Suspendierung für eine reine kirchenPOLITISCHE Entscheidung

Also mehr PR (Öffentlichkeitsarbeit) als eine Grundsatz und -prinzipien Entscheidung.

Wahrscheinlich hätte das Schreiben nicht veröffentlicht werden sollen (und der Verfasser erst intern bei ihren Vorgesetzen im Opus Dei um Genehmigung bitten) und wollte das Opus Dei auch Schwierigkeiten für Opus Dei selbst und Papst vermeiden.

All dies geschieht meiner Meinung nach vor dem Hintergrund der Beschwichtigungspolitik des Papstes in dieser Angelegenheit (wie auch in vielen anderen), da er in seinen Äußerungen zu weltlichen Angelegenheiten eher diplomatisch und barmherzig als prinzipientreu ist. Er wird wohl wissen, warum besser so ist.


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 anjali 15. September 2021 
 

Wahrheit

Dieser Pater hat doch Recht. Leider darf man heute die Wahrheit nicht mehr sagen.


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 girsberg74 15. September 2021 
 

Die „Dubia“, eine neue Ausgabe

Pater Janvier Gbénou ist nicht nur ein genauer Denker, sondern er zieht daraus die Konsequenzen für sein Reden und Handeln, ungeachtet der Gefahren für ihn, der in einem strikten System von Befehl und Gehorsam steht. - Er aber folgt dem höheren, dem absoluten Gehorsam.

Die Stellungnahme seiner Gemeinschaft, des Opus Dei, ist verständlich, fühlt vielleicht auch sie den Argwohn des Absolutissimus.


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 SalvatoreMio 15. September 2021 
 

Ich brauche keinen Reißverschluss am Mund - denn

mir bleibt auch so schon die "Spucke weg"! Die LGBT-Ideologie verseucht offenbar die ganze Welt und viele Köpfe!
Möge Christus dem Pater Gbénou beistehen!


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