Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Piusbrüder lehnen Dialog mit Rom ab und beharren auf Bischofsweihe
  2. Die Piusbruderschaft und ihre Einheit mit der Kirche
  3. Der Tod der Theologie in Deutschland
  4. Erzbistum Paderborn: Hunderte Protest-E-Mails gegen ‚Harry Potter Gottesdienst‘
  5. Kirche im Verfall
  6. Warum Hausfrauen leicht heilig werden können
  7. Kritik an Kanzler Merz nach Ramadan-Grüßen
  8. Offener Brief an Kardinal Marc Ouellet
  9. Donald Trump und Keir Starmer grüßen Christen am Aschermittwoch, Merz und Van der Bellen die Muslime
  10. Zwei (renommierte und namentlich bekannte) Missbrauchsopfer „blitzen mit ihren Protesten ab“
  11. Früherer Bundestagsvizepräsident Kubicki: „Der ZDF-Skandal muss politische Konsequenzen haben“
  12. Mein Held des Monats: Marco Rubio – Ein Weckruf für das Abendland
  13. 'Man kann mit der Begründung, man verteidige die Demokratie, die Demokratie nämlich auch abschaffen'
  14. „Warum bin ich noch in der Kirche?“, fragte der Theologe Joseph Ratzinger bereits 1970
  15. Römische Orientierung statt deutsch-synodale Desorientierung

Papst Franziskus’ ‚gnadenloser Krieg gegen den Alten Ritus’

28. Juli 2021 in Weltkirche, 25 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Tim Stanley wirft Franziskus eine intolerante Form von Liberalismus vor, die Konformität von allen verlangt. Die Einschränkung der Alten Messe sei das ‚verzweifelte letzte Gefecht’ von Klerikern aus den 1960er Jahren.


London (kath.net/jg)

Das Motu proprio „Traditionis custodes“ ist nicht nur ein verzweifeltes letztes Gefecht der Generation der Kleriker aus den 1960er Jahren gegen die außerordentliche Form des Römischen Messritus. Es ist auch ein Lehrbeispiel für den Liberalismus in seiner „gerontokratischen, Breschnew-artigen“ Ausprägung: intolerant gegenüber allen, die von der Parteilinie abweichen, schreibt der britische Historiker und Journalist Tim Stanley in einem Kommentar für das konservative Magazin The Spectator.

Die Einschränkungen der außerordentlichen Form durch „Traditionis custodes“ decke auf drei Ebenen auf, wie mangelhaft das Vorgehen von Papst Franziskus ist, fährt Stanley fort.


Papst Franziskus präsentiere sich als „Papst der Barmherzigkeit“, sei aber unbarmherzig gegenüber denjenigen, die den Alten Ritus schätzen. Er habe wiederholt die Hartherzigkeit verurteilt, könne aber selbst hartherzig sein. Er wolle Einheit schaffen, das Motu proprio sei aber viel eher dazu geeignet, Spaltungen zu vertiefen: „Kurz gesagt“, fasst Stanley zusammen, „ein klassischer Fall von Heuchelei, ein Politiker, der genau das ist, was er der Opposition vorwirft“.

Zweitens stelle Franziskus die Absicht falsch dar, die Papst Benedikt XVI. zu „Summorum pontificum“ bewogen habe. Er behaupte, Papst Benedikt habe den Alten Ritus wegen einer handvoll aussterbender Traditionalisten zugelassen. Es sei aber offensichtlich, dass der emeritierte Papst mit „Summorum pontificum“ ein anderes Anliegen verfolgt habe. Er habe den Alten Ritus für die Gegenwart aktualisieren und gleichzeitig Missbräuche im Novus Ordo bekämpfen wollen. Benedikt habe klargestellt, dass die außerordentliche Form ein gültiger Ausdruck des katholischen Glaubens sei. Die Orte an denen die Alte Messe gefeiert werde, seien die wenigen Orte des Wachstums in der Kirche in westlichen Ländern. Die beste Wirkung von „Summorum pontificum“ sei gewesen, den Alten Ritus in die Mitte der Kirche zu holen. Mit „Traditionis custodes“ sei er wieder umstritten und an den Rand gedrängt worden.

Drittens sei dies ein „verzweifeltes letztes Gefecht der 1960er Generation von Klerikern“, eine Generation, die in zehn Jahren nichts mehr zu sagen habe. In den Priesterseminaren gebe es viele junge Männer, die gerne die außerordentliche Form des Römischen Ritus feiern wollten. Für sie sei „Traditionis custodes“ ein schwerer Schlag, doch Stanley legt ihnen nahe Geduld zu haben.

Der Liberalismus habe früher Vielfalt gepredigt. Jetzt sei er an der Macht und habe sich verengt und verhärtet. Das hätten die Konservativen früher auch gemacht, räumt Stanley ein. Doch die Konservativen hätten verloren und wollten nur in Ruhe gelassen werden. Das sei nun nicht mehr möglich.

 

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Liturgie

  1. ‚Dubia‘ an den Vatikan – US-Priester bitten um Klärung hinsichtlich liturgischer Änderungen
  2. Nach fast drei Wochen bricht die Diözese Rottenburg-Stuttgart das Schweigen
  3. „Mir sind konkrete Reaktionen von Kindern bekannt, die diese Darstellung als verstörend empfanden“
  4. „O Sapientia“ – O Weisheit
  5. „O Emmanuel“ – Gott mit uns, Gott für uns, Gott in uns
  6. „O Rex Gentium“ – König der Völker, König des Staubs
  7. „O Oriens“ – Licht, das in die tiefste Nacht fällt
  8. „O Clavis David“ – Der Schlüssel zur Freiheit
  9. „O Radix Jesse“ – Hoffnung aus dem Stumpf
  10. „O Adonai“ – Der Gott im Feuer und der ausgestreckte Arm







Top-15

meist-gelesen

  1. Einmal im Leben nach ISLAND - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Piusbrüder lehnen Dialog mit Rom ab und beharren auf Bischofsweihe
  4. Die Piusbruderschaft und ihre Einheit mit der Kirche
  5. Der Tod der Theologie in Deutschland
  6. Offener Brief an Kardinal Marc Ouellet
  7. Zwei (renommierte und namentlich bekannte) Missbrauchsopfer „blitzen mit ihren Protesten ab“
  8. Kirche im Verfall
  9. Erzbistum Paderborn: Hunderte Protest-E-Mails gegen ‚Harry Potter Gottesdienst‘
  10. Mein Held des Monats: Marco Rubio – Ein Weckruf für das Abendland
  11. „In unendlicher Liebe durch das Leben geführt“
  12. Donald Trump und Keir Starmer grüßen Christen am Aschermittwoch, Merz und Van der Bellen die Muslime
  13. Warum Hausfrauen leicht heilig werden können
  14. 'Man kann mit der Begründung, man verteidige die Demokratie, die Demokratie nämlich auch abschaffen'
  15. 'Reiner Bullshit': Macron sorgt mit Attacke auf Meinungsfreiheit für Entsetzen

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz