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„Außergewöhnliche, kurzweilige Lektüre mit Seltenheitswert“

7. Juli 2021 in Buchtipp, 3 Lesermeinungen
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Rezension zu Alexander Krylov: „Wie ich zum Mann wurde – Ein Leben mit Kommunisten, Atheisten und anderen netten Menschen“. Gastbeitrag von Maria Elisabeth Schmidt


Köln-Kisslegg (kath.net) Einem Wissenschaftler, Professor und Priester hätte ich vieles zugetraut, nicht jedoch ein unterhaltsames, leicht lesbares, geradezu amüsantes Buch mit einem Tiefgang, der seinesgleichen sucht – und das gleichzeitig unweigerlich zum Nachdenken über den Glauben anregt.

„Wie ich zum Mann wurde“ besteht aus vielen kurzen Geschichten: wahre Begebenheiten, geschildert aus der Sicht eines Kindes, das in der kommunistischen Sowjetherrschaft aufwächst. Eine Erzählung ist schöner als die andere; man fühlt sich unweigerlich in die eigene Kindheit zurückversetzt. Am liebsten würde man sich jede merken und in der nächsten Mittagspause darüber sprechen (wie über seine eigenen, die plötzlich wieder lebendig werden). Alexander Krylov (geb. 1969) lässt den Leser teilhaben an seinen ganz persönlichen Erfahrungen, und er tut dies in einer unaufgeregten, zutiefst aufrichtigen Weise, die das Herz ins Mark trifft und berührt.

Auf der einen Ebene lernen wir einen Jungen und dessen Umgebung kennen. Auf einer anderen Ebene erfahren wir viele Details über das Leben unter einem autoritären Regime. Eine weitere Ebene tiefer erkennt der Leser, wie wichtig der Glaube in jeder Zeit und in jeder Lebenssituation ist. Und zwischen den Zeilen erkennt man nicht nur eine Kritik an der modernen Gesellschaft, sondern es dämmern einem auch brandaktuelle Parallelen zu unserer heutigen Politik.  

Es ist erstaunlich, wie es dem Autor scheinbar spielerisch gelingt, in so lebendiger und analytischer Weise Einblicke in das Leben und in den kommunistischen Alltag zu gewähren. Man hat beinahe das Gefühl, die beschriebenen Personen zu kennen. Während man auf der einen Seine schmunzelt über die Kreativität, die die Menschen an den Tag legen, atmet man auf fast jeder Seite die Atmosphäre und die vorherrschende Stimmung im Volk ein. Die viel zitierte russische Seele leuchtet auf. Das Buch beschäftigt und lässt einen nicht mehr los. Darüber hinaus eröffnet es die Möglichkeit, in tiefere Schichten einzudringen. Etwa in die Gedankenwelt eines Kindes, eines Jugendlichen und der Erwachsenen, die in einer Welt leben, die keine Individualität zulassen will.

Die teilweise abenteuerlichen Erzählungen über das Leben, die Liebe und die Freude sogar unter schwierigen gesellschaftlichen Bedingungen werden selbst Leser faszinieren, die sich bis jetzt nicht für Russland und die Sowjetunion interessiert haben. Wie der junge Krylov die Lehre der kommunistischen Gesellschaft ernst zu nehmen versucht und dabei in seiner Naivität immer wieder in unerwartete Situationen gerät, zieht einen in den Bann. Die für Gläubige nicht überraschende Rettung findet er im Glauben. Er allein ermöglicht es, das schwer erträgliches System leichter zu ertragen.  

Wer in der westlichen Welt aufgewachsen ist und meint, „genug“ über den Kommunismus zu wissen, sieht diesen nach der Lektüre dieses kleinen Juwels noch einmal mit neuen Augen. Geschichtsunterricht par excellence: Diese Lektüre ist ein Genuss; wie lehrreich sie ist, wird einem erst bewusst, wenn man sie ausgelesen hat. Mit Freude liest man sie ein zweites Mal – und verschenkt sie an Freunde. Gerne mehr davon!

Der Autor ist katholischer Priester in der Erzdiözese Köln, Wissenschaftler und Publizist und besitzt die deutsche Staatsbürgerschaft. Er wuchs in einer deutsch-russischen katholischen Familie in der Sowjetunion auf. Nach der Perestroika arbeitete er in verschiedenen Berufen und Branchen – als Schullehrer, Sozialpädagoge und Journalist, als Manager einer Show-Firma und als Universitätsdozent. Seit 2000 lebt er in Deutschland. Er arbeitete als Dozent und Professor in Bremen, Potsdam und Berlin. Dann folgte er seiner Berufung, sein Leben zu ändern, und wurde Priester (vergleiche dazu auch das kath.net-Interview mit ihm) 2016 empfing er im Kölner Dom die Priesterweihe. Seine vielseitigen Erfahrungen helfen ihm indirekt auch in der seelsorgerischen Arbeit, und er teilt sie in den publizistischen Werken.

Die erste Auflage seines Buches Wie ich zum Mann wurde war innerhalb von wenigen Wochen vergriffen, ist aber wieder erhältlich.

kath.net-Buchtipp
Wie ich zum Mann wurde
Ein Leben mit Kommunisten, Atheisten und anderen netten Menschen
Von Alexander N. Krylov
Hardcover, 200 Seiten
2020 Fe-mMedienverlag
ISBN 978-3-86357-275-4
Preis Österreich: 10.30 EUR

Foto Prof. Krylov © Renovabis


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Lesermeinungen

 DanTan 8. Juli 2021 
 

immer wieder lesenswert

In die abwechslungsreichen und informativen Kurzgeschichten schaue ich immer wieder gerne rein. So ein persönlicher Einblick in den Lebensalltag zur Zeit der Sowjetunion ist gleichzeitig lehrreich und unterhaltsam.
Hier ist ein Stück Zeitgeschichte festgehalten.


0
 
 Bibliobiene 8. Juli 2021 
 

Viel versprechend

Vielen Damk für diese Rezension! Es klingt viel versprechend. Es gibt noch ein Video dazu.

m.youtube.com/watch?v=z2msnIs3RI0


3
 
 Christian Berg 7. Juli 2021 
 

Ab in den Urlaub

Danke für diese sommerliche Buchempfehlung! Ich habe das Buch schon längst gekauft. Der Umschlag und der Titel machten mich neugierig. Das Buch ist tatsächlich so wunderbar, wie es hier beschrieben wird. Diese Rezension bewegt mich das Buch nochmals zu lesen – nehme es in den Urlaub mit.


4
 

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