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Kardinal Müller: „Die sogenannte Interkommunion zementiert die Kirchenspaltung“

14. Mai 2021 in Kommentar, 61 Lesermeinungen
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Emeritierter Präfekt der Glaubenskongregation Gerhard Kardinal Müller zur Interkommunion: „Es geht hier nicht um die Ökumene, sondern um eine Provokation des Lehramtes der katholischen Kirche.“


Vatikan (kath.net) „Paradigmenwechsel ist ein schön klingendes Wort, das Gelehrsamkeit vortäuschen soll und auch dem Gefühl schmeichelt, auf der Höhe der Zeit zu stehen und sogar an der Spitze des Fortschritts zu marschieren. Es wird aber nur die Tatsache verschleiert, dass es hier nicht um die Ökumene geht, sondern um eine Provokation des Lehramtes der katholischen Kirche aufgrund einer Relativierung des katholischen Glaubens und des Wahrheitsanspruches der Offenbarung überhaupt.“ Das sagt der emeritierte Präfekt der Glaubenskongregation, Gerhard Kardinal Müller, in einer kath.net vorliegenden Stellungnahme.
 
Weiter führte er aus: Niemand könne „eigenmächtig und nach eigenem Gusto die Gegensätze zwischen evangelisch-protestantischem und katholischem Glaubensbekenntnis für nebensächlich erklären oder ignorieren. Das Gewissen des Katholiken erinnert ihn an die Wahrheiten der katholischen Glaubens- und Sittenlehre und es wäre missbraucht als Rechtfertigung, ihr zuwider zu reden und zu handeln. Für die katholische und auch orthodoxe Lehre gilt der Grundsatz, dass die kirchliche und die sakramental-eucharistische Gemeinschaft untrennbar ist.


Wer sich im Widerspruch zur katholischen Lehre und ihrer verbindlichen Auslegung durch das römische Lehramt (der Papst direkt oder mittelbar die Glaubenskongregation) verhält, ist nicht mehr katholisch. So sagt es auch das II. Vatikanische Konzil in der Dogmatischen Konstitution über die Kirche ‚Lumen gentium‘ Art. 18; 23.

Die sogenannte Interkommunion zementiert die Kirchenspaltung. Das Ziel ist hingegen die volle Gemeinschaft aller Christen in der Kirche, die vom Papst und den Bischöfen in Gemeinschaft mit ihm geleitet wird. Sie ist dagegen nicht – gegen den Willen Christi zur Einheit – eine Arbeitsgemeinschaft von sich widerstreitenden Bekenntnisgemeinschaften, die den Gegensatz in der Lehre durch den Schein von Einheit in einigen Sakramenten übertünchen.

Die Eucharistie ist das Sakrament der Einheit. Es kann nur ehrlich gefeiert werden, wenn es auch diejenige Einheit in Lehre, Sakramenten und apostolischer Verfassung bezeugt, die sie darstellt. Und sie ist Werkzeug dieser Einheit, nicht um ihren Bruch magisch und sentimental zu heilen, sondern um die sichtbare Einheit mit Christus und untereinander im Bekenntnis und Gnadenleben innerlich zu bewirken als dessen stetige Vertiefung.

Das ist gültige katholische Lehre, wenn auch unvermeidlich diejenigen, die dieses allen bekannte katholische Glaubensverständnis aussprechen, nun persönlich wieder einmal als erzkonservativ diskeditiert werden. Diese gebräuchliche Methode der Diffamierung der Person entlarvt aber nur eigene Schwäche in der sachlichen Argumentation.“

Archivfoto Kardinal Müller im Presseraum des Vatikans (c) Michael Hesemann


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