Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  2. Debatte um Leitung der Deutschen Bischofskonferenz - Lehramtstreue Bischöfe als „Königsmörder“?
  3. These: Der dreifaltige Gott soll in der Liturgie der Messe verkündet werden
  4. Kardinal Woelki zur Polarisierung in der Bischofskonferenz: „Diese Situation ist belastend“
  5. Vatikan dementiert Bericht über Abweisung Macrons durch den Papst
  6. Papst Leo sendet kraftvolle Grußbotschaft an die Teilnehmer des „Marsch für das Leben“/Washington
  7. „Jesus ja, Kirche nein? – Das ist wie: ‚Ich bin für Fußball, aber gegen Fußballvereine‘“
  8. Seligsprechungsprozess für Pater Alfred Delp SJ wird eröffnet
  9. Erzbistum Paris beruft angesichts der boomenden Konversionen eine Kirchenversammlung ein!
  10. Josef Grünwidl ist neuer Erzbischof von Wien
  11. US-Vizepräsident Vance wird erneut beim „March for Life“ teilnehmen und sprechen
  12. Eine unerträgliche Verharmlosung des tatsächlichen NS-Unrechts!
  13. USA: Breite Mehrheit für Massenabschiebungen – Neue Umfragen stützen Trump-Kurs
  14. „Catholic Herald“: „Irlands schwindende Familien“
  15. "Ich glaube, dass Gott das erste Selfie geschossen hat.“

Die Heilige der Einsamen: Gemma Galgani

25. April 2004 in Spirituelles, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


"Jesus, ich möchte, dass meine Stimme die Grenzen der ganzen Welt erreicht", wünschte sich die junge italienische Heilige.


Rom (kath.net/Zenit.org)
Die heilige Gemma Galgani könnte man als “Heilige der Einsamen” bezeichnen. Die Heilige, die von 1878 bis 1903 lebte, sei ein Mittel gegen die Einsamkeit, erklärten P. Bruno Moriconi und Armida Pezzini in einem neuen Buch über die junge italienische Heilige.

In einem Interview mit ZENIT erklärt P. Moriconi, der dem Orden der Unbeschuhten Karmeliten angehört, was hinter dem bekannten Lächeln von Gemma Galgani steckte – eine Heilige, die ihre Heiterkeit immer bewahrte, obwohl sie oft nicht verstanden wurde und viele Leiden ertrug.

P. Moriconi ist Mitautor des Buches „Oltre la Solitudine. Il Messaggio di Gemma Galgani“ (“Jenseits der Einsamkeit. Die Botschaft von Gemma Galgani“), das im Verlag „Città Nuova” erschienen ist. Er lehrt Exegese und Christologie an der Päpstlichen Fakultät Teresianum in Rom und unterrichtet am Internationalen Institut für Gesundheitspastoral „Camillianum“.

ZENIT: Was steckt hinter dem Lächeln der heiligen Gemma Galgani, der Heiligen der Passion? P. Moriconi: Die heilige Gemma war wirklich ein attraktives Mädchen. Aber hinter ihrem Lächeln, das wir im ersten Kapitel des Buchs behandeln, steckte viel mehr: Ihre freundliche und liebende Haltung und ihre Heiterkeit, die aus dem Glauben kam. Trotz der traurigen Vorfälle in ihrem Leben opferte Gemma alles, was sie durchmachte, zugunsten anderer auf. Hinter ihrem Lächeln war die Liebe Jesu Christi für die ganze Menschheit.

„Jesus, ich möchte, dass meine Stimme die Grenzen der ganzen Welt erreicht“, sagte sie. Tatsächlich hat die heilige Gemma Christus gesagt, dass sie im Gebet „alle rufen und ihnen sagen würde, in sein Herz einzutreten“.

Trotz der Tatsache, dass sie als die „Heilige der Passion“ gilt, ist Gemma nicht vom Leiden als solchem angezogen, sondern von der Liebe, die den Herrn dazu gebracht hat, alles zu geben und sogar hinzunehmen, dass er selbst gekreuzigt würde, um allen die Liebe des Vaters zu schenken.

ZENIT: Warum „bereichert Gemma die Welt mit der Kraft der Liebe“, wie Sie feststellen?

P. Moriconi: Weil man, sobald man entdeckt, was sie wirklich bewegt und trägt, Gemma als eine jener Figuren erkennt, die wir so dringend brauchen. Obwohl heute so viel über die Liebe gesprochen wird, ist die praktizierte Liebe in unserer Welt oftmals nur eine andere Seite des Egoismus und der Sehnsucht, alles um jeden Preis zu haben.

Stattdessen ist die Liebe der Heiligen, so wie jene von Gemma, wirklich stärker als der Tod, da sie eine so transparente und selbstlose Liebe ist, die wir alle brauchen, egal, in welcher Situation wir uns befinden.

ZENIT: Wie lernt man, so zu vertrauen wie Gemma, um die Einsamkeit zu überwinden?

P. Moriconi: Wir haben den Titel „Jenseits der Einsamkeit“ für das Buch gewählt, weil es uns scheint, dass das Gemmas Hauptbotschaft für unsere Zeit ist. Zuallererst, weil sie allein geblieben ist und nicht fähig war, in einen Orden einzutreten und die Isolation der Einsamkeit bis aufs Äußerste erfuhr.

Zweites, weil sie die Gnade hatte, die Stärke zu finden, um fröhlich zu leben, obwohl die Umstände für sie so waren, dass sie verzweifeln oder deprimiert werden konnte. Dank ihrer Mutter, die sie gelehrt hatte, auf Jesus und Maria zu vertrauen, ging sie tief in sich und fand diese Gegenwart, die ihr niemand jemals wieder nehmen konnte.

Sie beschäftigte sich intensiv mit dem einfachen Gebet, das jeder von uns zusätzlich zum Gebet in der Kirche verrichten kann, verborgen in unseren Herzen, zuhause, auf der Straße, in der Schule, in der Arbeit, bei jeder Gelegenheit. Tatsächlich ist es die einzige Waffe gegen die Einsamkeit, immer ein Du zu haben, zu dem man gehen kann.

ZENIT: Hat sich Gemma fehl am Platz gefühlt, da sie eine Ordensfrau sein wollte, jedoch aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustandes dazu nicht fähig war?

P. Moriconi: In einen Orden einzutreten war das einzige, was sie wirklich wollte. Obwohl ihr mehr als nur einmal ein Heiratsantrag gemacht wurde, fühlte Gemma, dass sie zu einem geweihten Leben in einem Orden berufen war.

Als sie zum x-ten Male vom Kloster in Tarquinia abgewiesen wurde, wo sie glücklich gewesen wäre, die einfachsten Dienste zu verrichten, konnte Gemma nicht anders als ihre Enttäuschung zum Ausdruck bringen.

„Sie wollen mich nicht, während ich lebe, aber wenn ich sterbe, werden sie mich suchen“, sagte sie zu einer Tante. Worte, die sich als prophetisch erwiesen angesichts der Tatsache, dass der Orden der Passionisten-Schwestern in Lucca um das St. Gemma-Heiligtum errichtet wurde.

Obwohl sie nicht an dem Platz war, wo sie sein wollte, gab Gemma ihre täglichen Verpflichtungen nicht auf. Anstatt zu fragen, warum ihr diese Dinge - wie die Zurückweisung durch den Orden - passierten, lebte sie ihr Leben dort, wo sie war.

Als ihr Bruder Tonino sie eines Tages ein wenig enttäuscht vorfand wegen der Zurückweisung durch die Nonnen, sagte er zu ihr: „Reg dich nicht auf; wenn du eine Heilige werden willst, kannst du das außerhalb des Klosters werden.“

Sein Rat war weise und ist wertvoll für jeden, angesichts dessen, dass es keine idealen Bedingungen für ein bestes Leben gibt, sondern jeder aus allen Bedingungen das Beste machen kann, wie der heilige Johannes vom Kreuz es mit seiner Maxime der absoluten Wirksamkeit lehrte: „Wenn du keine Liebe findest, dann gib Liebe, und du wirst Liebe bekommen.“

ZENIT: Ist Gemmas Botschaft attraktiv für junge Menschen? P. Moriconi: Es könnte scheinen, dass die Botschaft es nicht ist, weil es eine bestimmte einseitige Art gibt, ihre Person vorzustellen, die voll von außerordentlichen Phänomenen ist, die ihr kurzes Leben erfüllt haben.

Aber die Botschaft ist attraktiv, wie wir es versucht haben, in diesem kleinen Buch zu zeigen. Wir sprechen wirkliches Leben in seiner Tiefe an, seine Ideale und Ängste. Sogar ein Jugendlicher von heute kann die heilige Gemma als Reisegefährtin und als Patronin entdecken.



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Heilige

  1. „Von den Möglichkeiten, die wir heute haben, konnten Ansgar und Bonifatius nur träumen“
  2. Episode über Carlo Acutis als TV-Debüt von Scorseses Tochter
  3. Papst Leo XIV.: „Von den Berufungen ist die Ehe eine der edelsten und höchsten“
  4. Wird die PlayStation von Carlo Acutis die erste Gaming-Reliquie in der Kirchengeschichte?
  5. Vatikan: Carlo Acutis ist glaubwürdiges Vorbild für Jugendliche
  6. "Wenn ich keine Hoffnung im Herrn hätte, was würden wir in dieser Welt tun?"
  7. 'Ihr größter Wunsch war es, zu erkennen und zu tun, was Gott gefällt'
  8. Großes Interesse an Heiligsprechung von Carlo Acutis unter jungen US-Katholiken
  9. Papst macht Weg für weitere Selig- und Heiligsprechungen frei
  10. Mutter Teresa erhält weltweiten Gedenktag






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  3. Debatte um Leitung der Deutschen Bischofskonferenz - Lehramtstreue Bischöfe als „Königsmörder“?
  4. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  5. Erzbistum Paris beruft angesichts der boomenden Konversionen eine Kirchenversammlung ein!
  6. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  7. Kardinal Woelki zur Polarisierung in der Bischofskonferenz: „Diese Situation ist belastend“
  8. Kardinal Zen: Papst Leo „ist wahrlich eine Leitungspersönlichkeit, die zuhören kann!“
  9. Katholikin Eva Vlaardingerbroek verliert Einreiseerlaubnis nach Großbritannien
  10. Josef Grünwidl ist neuer Erzbischof von Wien
  11. Ein neuer Beginn in der DBK ist möglich
  12. Papst Leo sendet kraftvolle Grußbotschaft an die Teilnehmer des „Marsch für das Leben“/Washington
  13. „Papst Leo XIV. stellt in allen seinen Predigten und Ansprachen immer Jesus Christus in die Mitte“
  14. Sterilisationen, schlechte Lebensbedingungen: Grönländer kritisieren dänische Herrschaft
  15. Maria 1.0: Immer wieder Deutschland - „Deutsch-Synodale“ Reformatoren schaffen Realität

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz