Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Streit kocht hoch: Braucht die barocke Basilika Weingarten wirklich einen neuen „modernen“ Altar?
  2. Bischof Paprocki: FSSPX ist "im Grunde eine weitere protestantische Sekte"
  3. Ein Signal des Himmels?
  4. Das Schweigen der Bischöfe zur Causa Spahn
  5. Festnahme nach Schändungen in Medjugorje - Bischof ruft zu Gebet auf
  6. "Die Hölle ist der Ort der größtmöglichen Gottesferne"
  7. Die katholischsten Länder der Welt sind...
  8. Bistum Huelva führt verbindliches zweijähriges Katechumenat für erwachsene Taufbewerber ein
  9. Junge brasilianische Katholiken hoffen auf mehr Glaubenslehre und ehrfürchtige Liturgie
  10. Die Familie ist das Hauptziel des Bösen: Die prophetische Warnung des hl. Scharbel
  11. Erdbebengefahr bei Neapel: Italiens Kirche ruft zum Gebet auf
  12. ‚Dialogpredigt‘ und ‚meditativer Tanz’ während der Messe zum Magdalenenfest in München
  13. Leihmutter soll gezwungen werden, das Leben des herzkranken Babys zu beenden!
  14. Norwegischer Bischof Hansen: „Die Evangelisierung ist der grundlegende Auftrag der Kirche“
  15. Medjugorje: Gebetsstätten nach Schändung wieder gesäubert und benutzbar

Ein Armutszeugnis für die Kirche Österreichs!

29. März 2021 in Kommentar, 27 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


In einem Interview windet sich "Familien"-Bischof Glettler um unangenehme Fragen zum Segnungsverbot für homosexuelle Paare herum und denkt Umgehungskonstruktionen an. Eine Analyse von Michael Koder


Innsbruck (kath.net/mk) Der österreichische Familienbischof Hermann Glettler hat sich vergangenen Mittwoch in der ORF-Nachrichtensendung „ZIB Nacht“ für das Nein des Vatikan zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare bei diesen entschuldigt. „Man kann nie genug segnen“, meint Glettler, um „im Leben von Menschen etwas zu entdecken, was Gott schon in sie eingeschrieben hat, und schon zum Segen geworden ist“. Glettler hält offenbar jede Art von Sexualität für „eine große Gabe Gottes“; sofern sie in eine Beziehung eingebettet sei, „gibt es da auch etwas zu segnen“, so äußert er sich in der Langfassung des Interviews. Er betont, dass das römische Dekret für ihn keine abschließende Feststellung sei, sondern im Gegenteil einen Anstoß zu einem Lernprozess darstelle, und bittet die Moderatorin um Geduld. Der Bischof versteigt sich sogar zur Aussage, dass die Kirche vorläufig ihren Mund halten müsse.


Konkret gefragt, ob er – wie der Kärntner Bischof Josef Marketz – homosexuelle Paare segnen würde, weicht Glettler zunächst aus, mit dem Hinweis, dass solche Paare in seiner Diözese bei speziell ausgebildeten Seelsorgern in guten Händen seien. Später im Interview fügt er aber hinzu, dass er selbst keine Segnungsbitte ablehnen würde; dies sei auch die Position vieler Bischöfe und Seelsorger. Auf die Frage, ob das ein Aufruf zum Ungehorsam gegen Rom sei (was denn sonst?), versucht Glettler - nicht wirklich erfolgreich - diesen Eindruck zu vermeiden: er würde es so nicht formulieren, von ihm seien keine kämpferischen Töne zu erwarten.

Der Familienbischof verstrickt sich - in seinem eigenen „Ressortbereich“! - in offensichtliche Widersprüche, wenn er einerseits enttäuscht über die Schwierigkeit der Kirche lamentiert, gelebte Homosexualität positiv zu bewerten, und andererseits die - in seinen Worten! - „offizielle lehramtliche Feststellung“ der Glaubenskongregation irgendwie zu rechtfertigen versucht (die Kirche unterstreiche nur die Ergänzung von Mann und Frau), an diesem Spagat letztlich aber scheitert: er kann auch auf mehrmaliges Nachfragen das Segnungsverbot nicht nachvollziehbar erklären. Dies ist aber letztlich nicht verwunderlich, denn Glettler hat klargestellt, dass er die Position seiner Kirche inhaltlich nicht teilt und nicht teilen will. Vielmehr sinnt er über Umgehungskonstruktionen nach: wenn Seelsorger nicht segnen dürften, sollten das die Familien der betroffenen Paare, eingebettet in Wort-Gottes-Feiern machen, meint er. Schließlich ist auch die eingangs erwähnte Entschuldigung ein Ausdruck seines Abschieds von der kirchlichen Lehre, sonst wäre sie fehl am Platz: Wenn man etwas verteidigen will, entschuldigt man sich nicht dafür.

Es ist ein Armutszeugnis für die Kirche Österreichs, wenn ihr Vertreter, der sogar auf den Bereich Ehe und Familie spezialisiert ist, dieses sein Kerngebiet nicht verteidigen, ja nicht erklären kann. Der von Bischof Glettler eingeforderte Lernprozess sollte hier ansetzen.

 

Kontakt Bischof Glettler

 

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. Streit kocht hoch: Braucht die barocke Basilika Weingarten wirklich einen neuen „modernen“ Altar?
  3. Festnahme nach Schändungen in Medjugorje - Bischof ruft zu Gebet auf
  4. Die Familie ist das Hauptziel des Bösen: Die prophetische Warnung des hl. Scharbel
  5. Ein Signal des Himmels?
  6. Bischof Paprocki: FSSPX ist "im Grunde eine weitere protestantische Sekte"
  7. Historiker Raymond Ibrahim: Kreuzzüge waren Antwort auf islamische Aggression
  8. Das Schweigen der Bischöfe zur Causa Spahn
  9. Medjugorje: Gebetsstätten nach Schändung wieder gesäubert und benutzbar
  10. "Die Hölle ist der Ort der größtmöglichen Gottesferne"
  11. Die katholischsten Länder der Welt sind...
  12. USA: 98-jähriger Weltkriegsveteran empfängt die Taufe und wird katholisch
  13. Der Karmel in Christchurch/Neuseeland: Die Blüte im Verborgenen
  14. Junge brasilianische Katholiken hoffen auf mehr Glaubenslehre und ehrfürchtige Liturgie
  15. Der "rote Priester", der die Musikwelt revolutionierte

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz