Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Marx erlaubt Segnung homosexueller Paare
  2. George Weigel an Kardinal Hollerich: Hat die Kirche Christus zweitausend Jahre lang missverstanden?
  3. Leo XIV. über Papst Franziskus: Ein großes Geschenk für die Welt
  4. Trump gegen Papst Leo: Wenn Weltpolitik auf das „Heilige“ trifft
  5. Gericht verhandelt über Diskriminierung einer Lebensschutzgruppe an der Uni Heidelberg
  6. „Wenn man der Wahrheit einen Namen geben möchte, ist das sicher Gott“
  7. Kardinal Koch betont den zutiefst christozentrischen Charakter des Pontifikats von Papst Leo XIV.
  8. Ein Brief vom Papst an die Kardinäle und der Stilwechsel in Rom
  9. Viel Lärm um nichts?
  10. "Derselbe Polarstern"
  11. Nach Extremerfahrung des Mondflugs: Artemis-Kommandant Wiseman fragte nach christlichem Seelsorger
  12. Finanzströme des Islam-Terrors: Hisbollah-Netzwerke bis nach Österreich aktiv
  13. Papst um Entspannung bemüht: Reden in Afrika sind keine Fern-Debatte mit Trump
  14. Israel: Haftstrafe für zwei Soldaten nach schwerem Vandalismus an Kruzifix
  15. Renaissance des Glaubens: Amerikas junge Männer kehren in die Kirchen zurück

Jesus, meine süße Liebe

24. Februar 2021 in Jugend, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Umarme Jesus in Liebe und Er wird dich umarmen. Zeig Ihm deine Wunden, und Er wird dich in Seinen geborgen halten - Die Jugendkolumne von kath.net - Von Dubravka Krizic


Rom (kath.net)

Der Heilige Geist ist Freude, Kraft, Liebe und immerwährende tiefe Glückseligkeit. Er ist nicht Trübsinnigkeit, Er macht nicht Angst, Er bringt keine Trauer. Und doch fängt heute eine Liturgische Zeit an, die den Schein der Trübseligkeit in sich trägt. Der Altar wird nicht mit Blumen geschmückt, die Lieder sind besinnlicher, die Orgel spielt nur noch leise im Hintergrund und bald werden die Kreuze und Heiligenbilder bedeckt.

Die Fastenzeit ist sicherlich eine Zeit der Stille, kann man auch behaupten, dass sie eine Zeit des Trauerns ist?

Sankt Paulus schreibt zu den Korinthern: „Die gottgemäße Trauer bewirkt Sinnesänderung zu unwandelbarem Heil, die Trauer der Welt aber bewirkt Tod.“ (2. Kor. 7, 10) Es gibt also zwei Arten von Trauer, eine, die zum Heil führt, die andere führt zum Tod. Schließlich war auch Christus selbst „zu Tode betrübt“ im Olivengarten (Mk 14, 34).

Was jedoch bedeutet das für uns? Was lehrt uns dies wie wir die Fastenzeit zu leben haben? Wie können wir diese zwei gegensätzliche Trauer in uns selbst unterscheiden?


Als Christus zu Tode betrübt war, war diese Trauer in Ihm eine gottgemäße. Er war betrübt darüber von einem seiner engsten Freunde verraten zu werden, er war betrübt, verleugnet zu werden, im Stich gelassen zu werden. Jedoch nicht nur: Seine Trauer ist verursacht durch jede einzelne unserer Sünden, durch die Sünden der ganzen Menschheit, die Er trägt um unseres Heiles Willen. Er schwitzt Blut denn schon hier zwischen den Olivenbäumen nimmt Er die Last der Sünde der Welt auf sich und erlöst uns durch Seine Hingabe zum Vater. Deshalb ist Er „zu Tode“ betrübt, denn schon hier in Getsemani ist Er ans Kreuz geschlagen. Sein Tod jedoch ist nicht der Tod dieser Welt. Sein Tod ist der Beginn Seiner Auferstehung und der Preis unserer Erlösung.

Die „Trauer“ Christi – wenn wir sie so nennen wollen – in Getsemani ist eine heilige Trauer. Eine Trauer, die zum Heil führt. Eine Trauer, die Glückseligkeit bringt. Die gottgemäße Trauer ist also von Freude und Glückseligkeit nicht zu trennen, denn man lebt sie mit dem Glauben, dass dieser gegenwärtige Schmerz zum Heil führt. Ich würde sogar sagen, dass der Begriff Trauer, wie wir ihn im normalen Sprachgebrauch verwenden, hier nicht wirklich zutrifft. Es handelt sich um Leiden und Schmerz, mehr als um Trauer. So bezeichnen wir auch die Gottesmutter Maria unter dem Kreuz als Mater Dolorosa – als schmerzerfüllte Mutter, nicht jedoch als trauernde Mutter.

Die Fastenzeit ist eine Zeit der Stille und der Besinnung. Gott lädt uns jedoch nicht ein traurig zu sein. Er lädt uns zur Umkehr und zur Reue unserer Sünden ein. Er lehrt uns die Leiden unseres Lebens mit Freude zu tragen, denn wir leben im Glauben, dass der Schmerz uns Heil bringt. Die Liebe Gottes formt diesen Glauben und wo dieser Glauben immer tiefer in unseren Herzen verwurzelt wird, da gibt es keinen Platz mehr für Trauer und Trübsinnigkeit.

So wird das Leiden süß und sanft, denn wir leben es mit und in Christus. Es macht unsere Beziehung zu Ihm noch inniger und intimer, denn wir können an Seinem Leiden teilhaben. Wir können spüren, was Er gespürt hat, wir können fühlen, was Er gefühlt hat.

In einem gregorianischen eucharistischen Gesang heißt es in der ersten Strophe:

Iesu dulcis amor meus, ac si praesens sis accedo:

Te complector cum affectu, tuorum memor vulnerum.

Jesus, meine süße Liebe, als ob Du gegenwärtig wärest, trete ich hinzu.

Ich umarme dich in Liebe, eingedenk Deiner Wunden.

Du blickst zu Ihm, der von Wunden bedeckt ist und kannst Ihn deine süße Liebe nennen.

Dies sind Worte nicht eines trauernden Menschen, es sind Worte eines Menschen, der an die Kraft Seines Blutes glaubt. In den nächsten vierzig Tagen schauen wir auf Sein blutbedecktes Haupt, Seine durchbohrten heiligen Hände und Füße, wir besinnen uns seiner Wunden und Seines Leids und weinen in uns vor Freude, denn in diesem Blut liegt unser Heil; diese durchbohrten Hände berühren uns sanft, diese Füße weisen uns den Weg. Wir schauen auf Ihn als Vergebene und Erlöste, nicht als Verurteilte. In Ihm sind wir vergeben und erlöst. Durch Ihn sind wir neue Geschöpfe.

Umarme Jesus in Liebe und Er wird dich umarmen. Zeig Ihm deine Wunden, und Er wird dich in Seinen geborgen halten.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Große SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  2. Marx erlaubt Segnung homosexueller Paare
  3. „Wenn man der Wahrheit einen Namen geben möchte, ist das sicher Gott“
  4. "Derselbe Polarstern"
  5. Ein Brief vom Papst an die Kardinäle und der Stilwechsel in Rom
  6. George Weigel an Kardinal Hollerich: Hat die Kirche Christus zweitausend Jahre lang missverstanden?
  7. Der unerklärte Formatwechsel beim Konsistorium der Kardinäle im Januar
  8. Nach Extremerfahrung des Mondflugs: Artemis-Kommandant Wiseman fragte nach christlichem Seelsorger
  9. USA: Schülerin bemalt in Großprojekt ihre katholische Schule mit lebensgroßen Heiligenfiguren
  10. Trump gegen Papst Leo: Wenn Weltpolitik auf das „Heilige“ trifft
  11. Papst um Entspannung bemüht: Reden in Afrika sind keine Fern-Debatte mit Trump
  12. Viel Lärm um nichts?
  13. Kardinal Koch betont den zutiefst christozentrischen Charakter des Pontifikats von Papst Leo XIV.
  14. Der 6. Münchner Marsch fürs Leben setzt ein starkes Zeichen für das Lebensrecht
  15. Der Fall „Correctiv“: Ein journalistischer Sündenfall und seine Folgen

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz