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Nach dem wahren Licht ausschauen

19. Dezember 2020 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
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In unseren modernen Gesellschaften nutzen wir die Erleuchtung durch Zeitungen, Politiker, Gesundheitsexperten…Das wahre Licht, ist jedoch jenes, das uns vom Reich Gottes kommt - Interview mit Kardinal Philippe Barbarin / Famille Chrétienne/Vision2000


Paris-Wien (kath.net/Vision2000.at)

In einer so unsicheren Zeit ist es wahrlich nicht selbstverständlich, die Hoffnung auf Gott zu bewahren

Kardinal Philippe Barbarin: Ihre Frage erinnert mich an eine Situation, die ich während meines ersten Aufenthalts im Irak erlebt habe. Es war im Juli 2014. Der IS hatte von einem Tag auf den anderen alle Christen aus Mossul vertrieben. Als sie wieder zusammentrafen, weinten sie und sagten, alles sei verloren. Da erhob der Patriarch Sako, der mich begleitete, plötzlich seine Stimme und sagte zu den Leuten: „Vorsicht, ihr begeht soeben die Sünde der Hoffnungslosigkeit.“ Und er sagte weiter: „Die christliche Hoffnung heißt nicht, dass alles morgen besser sein wird, sondern dass euch Gott niemals verlassen wird, was auch immer geschehen mag!“ Genau das ist die christliche Hoffnung. „Selbst wenn eine Mutter ihr Kind vergäße, Ich vergesse dich nicht,“ sagt Gott zu Seinem Volk.


Welche Bibeltexte würden Sie jenen empfehlen, die derzeit zweifeln und sich fragen, wo denn Gott ist?
 

Kardinal Barbarin: Die Psalmen! Sie sind sehr ausdrucksvoll und sprechen von der Not dessen, der auf der Suche nach Gott ist. Auch die Worte Jesu am Kreuz sind beispielgebend: „Vater, in Deine Hände empfehle ich meinen Geist“ (Lk 23,46). Gott verspricht uns nicht, dass alles gut verlaufen wird, wohl aber, dass Er unser persönliches Schicksal in Seinen Händen hält.
 

Irgendwie hat man doch den Eindruck in einer endzeitlichen Periode zu leben!

Kardinal Barbarin: Ich bin froh, dass Sie dieses Eigenschaftswort verwenden. Es wird nur allzu oft falsch verstanden. Wenn das 2. Vatikanische Konzil von der Kirche spricht, so sagt es, alles müsse aus einer eschatologischen Perspektive betrachtet werden. Eschatologisch meint nicht, einen Bammel vor der Hölle oder dem Fegefeuer zu haben, sondern erinnert an die Wahrheit unserer derzeitigen Situation, die von einem letzten Licht her erhellt ist. Eschaton heißt auf Griechisch „Letztes“. In unseren modernen Gesellschaften heute, nutzen wir die Erleuchtung durch Zeitungen, Politiker, Gesundheitsexperten…
 

Das wahre Licht, ist jedoch jenes, das uns vom Reich Gottes kommt! Dieses soll unser Leben erleuchten. Und dieses Licht vom Ende her ist zutiefst erleuchtend; nicht, weil es das Licht vom Ende her ist, ist es gleichzeitig auch fern. Im Gegenteil, man muss es täglich neu entzünden. Wäre ich allein auf einer Insel und weit und breit keine Priester, Gott bleibt immer mein Vater.
 

Auszug aus einem Interview, das Camille Lecuit und Antoine Pasquier mit dem emeritierten Erzbischof von Lyon für Famille Chrétienne v. 16.10.20 geführt haben.


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Lesermeinungen

 Herbstlicht 19. Dezember 2020 
 

Licht in der Dunkelheit

Jetzt spüren wir alle intensiv - nicht der Glanz und Glimmer der Welt ist das, was uns froh macht.
Es ist das Licht, das von Gott kommt, das uns wärmt und tröstet und stärkt.
Vielleicht finden jetzt auch bisher nicht gläubige Menschen zur Wurzel und zum Ursprung des wahren Lebens.
Gott möge den Suchenden die Gnade schenken, dass sie fähig und bereit werden, ihr Herz zu öffnen, damit Er in ihnen Wohnung nehmen kann.


3
 

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