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Ein mehr als aktuelles Thema: der armenische Völkermord

29. Oktober 2020 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Papst Franziskus erkennt zwei Kapuziner, die ‚in odium fidei’ während des Völkermords an den Armeniern zwischen 1915 und 1917 getötet wurden, als Märtyrer an. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Papst Franziskus anerkannte das Märtyrertum aus religiösem Hass zweier Priester, die während des Völkermords an den Armeniern in der Türkei zwischen 1915 und 1917 getötet worden waren, als die damalige türkische Regierung die Auslöschung von anderthalb Millionen Christen plante Damit sollte ein Projekt realisiert werden, das auf der ethnischen und religiösen Eliminierung basierte. Die Bekanntgabe der neuen Seligen gehörte zu den ersten Akten des neuen Präfekten der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, Bischof Marcello Semeraro. Semeraro wird der Ankündigung nach am 28. November 2020 zum Kardinal kreiert werden.

Die beiden neu anerkannten Märtyrer sind Léonard Melki und Thomas Saleh, beides Kapuzinermönche. Der Papst bestätigte, dass sie ‚aus Hass auf den Glauben“ getötet wurden. Auf der Website der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse ist zu lesen, dass das Schicksal dieser beiden Priester mit dem Völkermord an den Christen zusammenhängt: „Bereits Ende des 19. Jahrhunderts hatten die Behörden des Osmanischen Reiches die Eliminierung der Armenier und Christen angeordnet. Besonders heftig wurde die Verfolgung nach Beginn des Ersten Weltkriegs. Die nationalistische Bewegung der ‚Jungen Türken’ wollte auch die religiöse Minderheiten auslöschen. Die berüchtigten ‚Todesmärsche’“ begannen.

Tatsächlich forderte die Regierung des Osmanischen Reiches im November 1914 alle Behörden auf, die Klöster der Kapuziner in der mesopotamischen Region zu melden, da sie als dem Reich fremd und dem Islam feindlich gesinnt galten.

Leonardo Melki wurde 1881 im Libanon geboren und trat 1895 dem Orden der Kapuziner bei, Dann wurde er nach Mardine geschickt. 1914 überfielen die Soldaten das Kloster. Er wurde verhaftet und gefoltert. Die Henker boten ihm mehrmals an, sein Leben zu retten, wenn er die islamische Religion annähme. Am 11. Juni 1915 wurde er zusammen mit 416 anderen Kameraden in einem Konvoi nach Diarbékir (Türkei) gebracht, wo sie mit Äxten und Krummsäbeln grausam abgeschlachtet und ihre in Stücke gerissenen Körper in Gräben und Höhlen geworfen wurde.

Ein ähnliches Schicksal ereilte Thomas Saleh (1879-1917). Er wurde am 4. Januar 1917 verhaftet, zum Tode verurteilt und erlitt alle möglichen Arten von Gewalt und Misshandlungen. Er starb am 18. Januar 1917 während seiner Deportation, erschöpft von den Folterungen, in Marache (Türkei). Saleh wiederholte in jenem tragischen Moment die Worte: „Ich habe volles Vertrauen in Gott, ich fürchte mich nicht vor dem Tod“.

Der Vatikan hat erklärt, dass das Martyrium der beiden Ordensleute erwiesen sei. Denn die Motivation für deren Eliminierung sei in beiden Fällen das „odium fidei“ gewesen: „Die Verfolgung war auch durch politische Interessen motiviert, aber die eindringlichen Aufforderungen an die Gefangenen, zum Islam zu konvertieren und ihrem Glauben abzuschwören, weil sie so ihr Leben retten könnten, lassen keinen Zweifel daran“.

„Die Eliminierung der beiden Diener Gottes ist wie auch die Massaker an anderen Christen, die zur gleichen Zeit in dieser Region begangen wurden, lange Zeit unbemerkt geblieben, aber der Ruhm ihres Martyriums ist bis in die heutige Zeit gelangt“, heißt es auf der Website der Kongregation.

Insgesamt ein aktuelles Thema, das die Kirche auf ihre Weise aufgreift: „Durch den Angriff der aserbaidschanischen Armee mit Unterstützung der Türkei und der islamistischen Söldnern ist die armenische Zivilbevölkerung von Artsakh/Berg-Karabach seit einem Monat einer existenziellen Bedrohung ausgesetzt“, so eine Pressemeldung der Zentralrats der Armenier in Deutschland: „Die angesehene amerikanische Organisation Genocide Watch macht auf die drohende Gefahr eines neuen Völkermordes gegen die Armenier aufmerksam. Seit dem 27. September begeht Aserbaidschan gravierende Kriegsverbrechen, die durch die Berichte von Amnesty International und Human Rights Watch (HRW) bestätigt worden sind“.

Auch das Attentat vom heutigen Donnerstag, 29.Oktober, in Nizza mit der Tötung und Enthauptung von Gläubigen während der Feier der heiligen Messe in „Notre Dame“ durch einen islamischen Killer („Allahu Akbar“) – zweifellos kein „geistig Verwirrter“, sondern ein religiös motivierter Attentäter –, führen die Aktualität dieser Seligen und Heiligen auf dramatische Weise vor Augen.

 


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