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Sinnlose Sonntagspflicht sorgt für Sorgen

31. August 2020 in Kommentar, 37 Lesermeinungen
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Wenn jemals in Westeuropa der Moment war, eine wirkliche missionarische Initiative zu starten, dann jetzt. Unter den Kirchtürmen erreicht die Kirche nämlich genau niemanden mehr - Der Montagskick von Peter Winnemöller


Görlitz (kath.net)

In Görlitz gilt sie jetzt wieder. Nur wenige Bistümer hatten sie nicht außer Kraft gesetzt: Die Sonntagspflicht. Das Kirchenrecht verpflichtet die Gläubigen, am Sonntag der Heiligen Messe beizuwohnen und am Sonntag keine – wie es früher so schön hieß – knechtliche Arbeit zu verrichten. Die Sonntagsruhe ist vielleicht für die meisten Menschen noch am leichtesten einzusehen. Endlich mal ein freier Tag. Doch auch das bröckelt schon lange. Wieso die Kirche die Menschen am Sonntag zur Teilnahme an der der Heiligen Messe moralisch verpflichtet, so dass die schuldhafte Versäumnis eine Sünde darstellt, kapiert kaum noch jemand.

 

Vor dem sogenannten Lockdown gingen in Deutschland gemäß der kirchlichen Eigenerhebung ca. 10 Prozent der Katholiken regelmäßig am Sonntag in die Heilige Messe. Qualifizierte Erhebungen in einzelnen Gemeinden zeigten auch schon mal ein dramatischeres Bild. Dort gingen zum Teil nur noch 2 Prozent wirklich regelmäßig am Sonntag in die Heilige Messe. Die statistischen 10 Prozent werden erreicht durch Kinderchöre und besondere Feste an Zählsonntagen. Wer den Laden kennt, weiß, wie das geht. Der Lockdown fuhr für viele Wochen, darunter die Osterfeiertage, den sonntäglichen Kirchgang auf 0 Prozent herunter. Diejenigen, die bis dato noch treu aus Verpflichtung, Neigung, freiem Willen und/oder tiefem persönlichem Glauben zur Sonntagsmesse gingen, empfingen plötzlich von „der Kirche“ ein Signal: Es geht auch ohne. Ganz legal, ganz ohne moralische Verfehlung und so schlecht ist ein freier Sonntag doch gar nicht.


 

Die Folge ließ nicht lange auf sich warten. Nach Ende des Lockdown waren auch die Gemeinden und die Pfarrer angesichts der massiven Hygieneauflagen sehr verunsichert. Selbst die geringen Gottesdienstbesucherzahlen vor dem Lockdown verkraftet die örtliche Kirche in der „neuen Normalität“ meistens nicht. Kirchen, die vorher 400 Sitzplätze hatten, kommen unter Umständen jetzt nur noch auf 40 Sitzplätze. Stehplätze sind oft gar nicht vorgesehen oder erlaubt. Doch dann geschah das große Platzwunder. Die neuen Sitzplatzzahlen reichen in sehr vielen Gemeinden locker aus. Der Kirchgang in der „neuen Normalität“ ist noch einmal drastisch zurück gegangen und beträgt vielerorts gerade einmal 10 bis 15 Prozent der bisherigen Kirchgänger. Wer ein wenig rechnen kann, wird leicht darauf kommen, dass in der kommenden Kirchenstatistik - geht es nur einigermaßen ehrlich zu - eine Zahl von ca. 5 Prozent für den regelmäßigen sonntäglichen Kirchgang stehen wird.

 

Es ist völlig richtig, dass der Bischof von Görlitz die Sonntagspflicht wieder in Kraft gesetzt hat. Es ist so richtig, wie es falsch war, sie auszusetzen, denn im Falle einer gesundheitlichen Bedrohung ist jeder Katholik von der Pflicht zur Teilnahme an der Heiligen Messe befreit. Das gilt allgemein und jederzeit. Der jetzige allgemeine Dispens hatte nichts als Verwirrung zur Folge, die allerdings mit der Rücknahme der falschen Maßnahme nicht beseitigt ist. Ganz im Gegenteil birgt die Rücknahme ohne eine wirklich tiefer greifende Katechese für die Gläubigen vor Ort sogar die Gefahr, die Sünde noch zu vervielfältigen, da doch nur schwer einzusehen ist, warum jetzt. Immerhin redet die Politik längst wieder von einer neuen Verschärfung der Maßnahmen. Immerhin ist die Nachrichtenlage verwirrend. Immerhin hat die Kirche doch gezeigt, dass die Gläubigen in der Krise auch mal allein klarkommen müssen. Wer hat diesen Zeitpunkt festgelegt? Er wirkt willkürlich.

 

Die Wiedereinsetzung der Sonntagspflicht ist tatsächlich ein Dilemma. Einerseits muss es geschehen, weil die Aussetzung ein dramatischer Fehler war, der zurückzunehmen ist. Andererseits wird es nichts bewirken, weil die Bischöfe die Gläubigen nicht einfach ungestraft vor die Tür setzen können. Sie kommen nicht zurück, weil sie nicht wissen, warum sie zurückkommen sollten. Das ist das Problem, die große Herausforderung, vor der die Bistümer nun stehen. Ein kurzes Nachdenken zeigt, wie lächerlich vor diesem Hintergrund dieser selbstreferentielle synodale Weg von DBK und „ZdK“ ist. Er zeigt, wie sinnlos alle diese grandiosen Bistumsreformen sind. Er zeigt, wie völlig sinnentleert alle diese pastoralen Prozesse auf allen Ebenen sind.

 

Die verfasste Kirche hat sich in der Coronakrise grundsätzlich erst einmal als irrelevant gezeigt. Die Türen waren zu. Warum man die geöffneten Türen jetzt durchschreiten sollte, ist erklärungsbedürftig. Diejenigen, die sich in dieser Zeit in die Kirche gerufen fühlen, sind gerufen den Glauben und die Sakramente tiefer und tiefer zu leben als je zuvor. Glaubwürdig wird die Kirche nur, wenn wir glauben. Wenn jemals in Westeuropa der Moment war, eine wirkliche missionarische Initiative zu starten, dann jetzt. Unter den Kirchtürmen erreicht die Kirche nämlich genau niemanden mehr. Die Botschaft von der Erlösung gehört auf die Marktplätze der Städte. Die Botschaft von der Erlösung gehört dahin, wo die Menschen nach dem Sinn ihres Lebens fragen und nur leere Antworten finden.


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Lesermeinungen

 galil?a! 6. September 2020 
 

Wort des Herrn bitte genau lesen!

Unter Sonntagspflicht verstehe ich nur den Besuch der Messe. Sicherlich ist die Eucharistie viel höher zu fassen. Außerdem wird die Eucharistie auch nicht von allen, die zur Messe kommen angenommen. Manche kommunizieren auch einfach geistig, wobei ich finde, wenn einer zur Messe geht, dann sollte er sich auch würdig befinden die heilige Kommunion einzunehmen. Ansonsten müsste er ja vorher die Beichte ablegen, damit er sich dann würdig befinden würde. Das habe ich eigentlich gemeint mit der Liebe zu den Brüdern. Wenn ich mir etwas bewusst bin, dann zuerst zur Beichte und dann zur Messe. Wenn ich aber gutes Gewissen habe dann kann ich auch die Eucharistie würdig annehmen.
Aber wenn ich die Brüder hasse wie soll ich da würdig kommunizieren?

Wenn schon der Herr befiehlt die Feinde zu lieben, wie kann dann der würdig kommunizieren, der nicht einmal die Freunde liebt? Liebe Lesa und Lieber phillip wie soll das gehen?


0
 
 galil?a! 6. September 2020 
 

lesa

Sehr schön Lesa! Ich stimme ihnen voll zu.

Nur damit wir dieser Heilige Opfer gut und vollkommen annehmen können müssen wir die Brüder und Schwestern lieben.

Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe.

So müssen wir ja nur an Judas denken, der auch vom Herrn empfangen hat aber unwürdig, denn im Gedanken hatte er den Herrn schon verraten und der Teufel fuhr in ihm. Damit das Opfer würdig annehmen können müssen wir auch die gesunde Lehre in uns haben. Liebe ist sehr schwer! Wenn schon oft Familienmitglieder miteinander in Streit liegen.
Wer das Opfer gut und recht einnehmen will muss in Liebe zu allen kommen. Oder denken wir nur an die Korinther, die auch die Kommunion unwürdig empfangen haben.

Daher war es nicht falsch was ich geschrieben habe sie haben es wohl nur falsch verstanden.


0
 
 Diasporakatholik 3. September 2020 
 

Meine Meinung zu diesem Thema

Ich gehe hier Freitag morgens zur Hl. Messe in unsere Kirche mit derzeit 25 corona gerecht ausgewiesenen Sitzplätzen.

Wir sind da bis zu rund 1 Dutzend Gläubige, die sich alle an die Schutzregeln halten.

Die Priester geben mir die hl. Kommunion für meine kranke Frau in einer verschlossenen Pyxis mit.

Am Wochenende gehe ich auf Bitten und Rücksicht auf meine Frau nicht in den Gottesdienst, sondern feiere ihn mit ihr zusammen vor dem Fernseher via ZDF bzw. Bibel.tv.

Ich kann das vor meinem Gewissen verantworten und sehe das als Erfüllung der Sonntagspflicht unsererseits.


3
 
 lesa 2. September 2020 

Bitten wir, dass dieses Sakrament lebendig erhalten bleibt (P. Franziskus)

"Wir werden dem Herrn nie genug für das Geschenk danken, das er uns mit der Eucharistie gemacht hat! Es ist wichtig, am Sonntag zur Messe zugehen, die Kommunion zu empfangen, dieses Brot, das der Leib Jesu Christi ist und das uns rettet, vergibt, mit dem Vater vereint.
Nie werden wir enden, den ganzen Wert und den ganzen Reichtum zu erfassen. Bitten wir ihn also, dass dieses Sakrament seine Gegenwart in der Kirche weiter lebendig erhalten und unsere Gemeinden in der Liebe und in der Gemeinschaft formen kann, dem Herzen des Vaters entsprechend."(P. Franziskus)

P. Edward McNamara, Professor für Liturgie und Studiendekan der Theologischen Fakultät am Päpstlichen Athenäum „Regina Apostolorum“ in Rom, beantwortet die Frage zur Sonntagspflicht, wenn es keine Messfeier gibt. (Zenit 31. Juli 2015)
Das ganze Spektrum an relevanten Fragen wird hier differenziert und genau beantwortet.


3
 
 lesa 2. September 2020 

Konkrete, leibhaftige, gemeinschaftliche Begegnung mit dem Auferstandenen

"Ohne domenico, die Gabe des Herrn, ohne den Tag des Herrn können wir nicht leben" sagten die Christen aus Abitene, die bei der verbotenen sonntäglichen Eucharistiefeier ertappt wurden dem Richter. In dem Wort "dominico" sind zwei Bedeutungen unlöslich miteinander verflochten, deren Einheit wir wieder wahrzunehmen lernen müssen.
Die Gabe des Herrn, diese Gabe ist er selbst: der Auferstandene, dessen Berührung und Nähe die Christen brauchen, um sie selbst zu sein. Aber dies ist nicht nur eine inwendige, subjektive Berührung: die Begegnung mit dem Herrn schreibt sich in die Zeit ein mit einem bestimmten Tag. So schreibt sie sich ein in unser konkretes, leibhaftiges und gemeinschaftl. Dasein. Sie gibt unserer Zeit und unserem Leben eine Mitte, eine innere Ordnung.
Für diese Christen war die sonntägliche Eucharistiefeier eine innere Notwendigkeit. Ohne den, der unser Leben trägt, ist das Leben selbst leer. Diese Mitte auszulassen würde dem Leben selbst seinen Grund nehmen“ (Ben. XVI.)


4
 
 lesa 2. September 2020 

Die Wirklichkeit aber ist der Leib Christi (Hl. Paulus)

@galil?a: Das erste Gebot lautet, Gott zu lieben. Er ist die Quelle für die Liebe zu den Brüdern und Schwestern. Die Rebe muss am Weinstock bleiben, sonst verdorrt sie. Das ist auch der Grund zur "Sonntagspflicht". Die Eucharistie ist "Quelle und Höhepunkt kirchlichen Lebens." (Vat II) Die Eucharistie ist mehr Wirklichkeit, als die Dinge, mit denen wir täglich umgehen. Hier ist die eigentliche Wirklichkeit. Hier ist der Maßstab, die Mitte,; hier begegnen wir jener Wirklichkeit, von der aus wir alle andere Wirklichkeit messen lernen sollten. (J.Ratzinger)
"Ich war fast wie vom Blitz getroffen, als ich mit fast 30 Jahren einen Priester über den Leib Christi“ predigen hörte. Wie viel hat sich inzwischen in meinem Leben geändert! ich werde wohl mit meiner Schätzung nicht allzu falsch liegen, wenn ich behaupte, dass die Katholiken, die Sonntag für Sonntag zu Hause bleiben, überhaupt keine Ahnung haben, (sonst würden sie nicht zu Hause bleiben) (Leserbrief v. Mag.Barbara Gürth, Vision 2000)


6
 
 SCHLEGL 2. September 2020 
 

Aufkl?rung

Offensichtlich ist Ihnen entgangen, dass gerade junge Menschen Motivation brauchen, dass die Gläubigen ihnen das Gefühl geben müssen, GEBRAUCHT zu werden. Ich habe es nicht selten erlebt, dass junge Menschen, die daran gedacht der Priester zu werden, durch die Kamarilla von Laien, die in einer Pfarre dominant waren, abgeschreckt worden sind!
Ich bitte Sie die Weisungen des Papstes Johannes Paul II und der Ratio fundamentalis zu beachten und daran mitzuwirken, das Ihr Pfarrer in solchen Experimenten, die der katholischen Lehre widersprechen, NICHT die Zukunft sieht. In Ihrem Beispiel würde praktisch auch das Bußsakrament völlig ausfallen, ebenso die Krankensalbung. Das wäre ein rein reformatorisches Kirchenbild!


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 Aufkl?rung 1. September 2020 
 

SCHLEGL

Niemand sollte dazu bewogen werden, Priester oder Ordensgeistlicher zu werden. Dies sollten nur Menschen werden, die meinen dazu berufen zu sein. Und wer meint berufen zu sein und unbedingt Priester werden zu müssen, wird sich nicht aufhalten lassen.
Es geht nicht um die Verteidigung einer Praxis, sondern um die hier aufgetretene Frage,ob der Besuch eines Wortgottesdienstes, die Erfüllung der Sonntagspflicht gewährleistet. Die objektive Beantwortung dieser Frage und die realistische Darstellung der Situation war die Intention meiner Beiträge. In meiner Pfarrei ist es so, dass der Pfarrer Gottesdienstbeauftragte fördert und diese als die Zukunft der Gemeinde bezeichnete.


2
 
 phillip 1. September 2020 
 

Lohnt es sich, seine eigenen Postings nach Veröffentlichung noch einmal zu lesen?

Diese Frage ist eindeutig mit Ja zu beantworten, denn manchmal schleicht sich der "Teufel" ein! So geschehen bei meinem Posting,
"Ist es recht, zu behaupten, Bruder und Schwester zu lieben, sei höher als die Eucharistie? Meine Antwort wurde (fälschlich) mit Ja veröffentlicht, und das ist NICHT MEINE TATSÄCHLICHE MEINUNG: Die Eucharistie ist ohne jeden Zweifel - das sagt das Posting genaugenommen inhaltlich aus - höher einzuschätzen als die Liebe zu den Schwestern und Brüdern! Der Poster, der ausführte, "Für mich ist die Sonntagspflicht sehr schön. Noch höher ist natürlich das Gebot die Brüder und Schwerstern zu lieben", liegt mE komplett falsch.


3
 
 SCHLEGL 1. September 2020 
 

@Aufkl?rung

Ich hätte nur die bescheidene Frage an Sie, wie mit dieser von ihnen verteidigten Praxis ein junger Mensch dazu bewogen werden sollte, Priester, oder Ordensgeistlicher zu werden?
In meiner ukrainisch griechisch katholischen Kirche gab es nur einen einzigen Gottesdienst, der auch ohne Priester gefeiert werden kann, nämlich der Hymnos Akathistos!
Das Konzilsdokument über die katholischen Ostkirchen verlangt von den Mitgliedern, entweder am Samstag an der feierlichen Vesper teilzunehmen, oder am Sonntag an der einen einzigen Göttlichen Liturgie, die gefeiert wird.
Die Orthodoxe Kirche sieht dies ähnlich, obgleich es eine explizite "Sonntagspflicht" für die einzelne Person nicht gibt, sondern die Verpflichtung für die Gemeinde gilt.
Der Priester ist schlechterdings UNERSETZBAR, anderenfalls schafft die Kirche sich selber ab!
Johannes Paul II sagte vor vielen Jahren bei einer Predigt in Österreich: "Ein Priester kann nur durch einen Priester ersetzt werden!"


9
 
 phillip 1. September 2020 
 

Sonntagspflicht als Ausdruck der Gottesliebe und Zentrum katholischen Lebens

Es ist eine wahre Freude, Thelie145, Ihr Posting zu lesen. Gerade das, was Sie zum Ausdruck bringen, ist erfreulich und hoffnungsvoll angesichts der abscheulichen Gedanken, Absurditäten und Blasphemien (zB Verhüllung von Heiligen mit Stanniol, Ersatz des Fastentuches durch einen Pullover, Verbannung des Tabernakels aus der Mitte des Gotteshauses, Verehrung von Götzenbildern wie etwa die Pachamama, homosexuelle Aufführungen um den Altar, Zerlegung eines Korpus Christi und Verwendung von Körper und Extremitäten als Zeiger einer Uhr, und, und Erlebnisse, die sich um die Heilige Eucharistie abspielen. Gelobt sei Jesus Christus im Allerheiligsten Sakrament des Altares!


6
 
 phillip 1. September 2020 
 

Ist es recht, zu behaupten, Bruder und Schwester zu lieben, sei ...

höher als die Eucharistie? Meine Antwort: Ja! Die Eucharistie ist nach PBXVI "sacramentum caritatis", eine "Wirklichkeit, die der in der Zeit pilgernden Kirche zugehört, welche der vollen Offenbarung des Sieges des auferstandenen Christus entgegengeht. Ebenso ist es wahr, dass uns - speziell in der eucharistischen Liturgie - ein Vorgeschmack der eschatologischen Erfüllung gewährt wird, zu der jeder Mensch und die ganze Schöpfung unterwegs ist (vgl. Röm 8,19ff). Der Mensch ist für die wirkliche und ewige Glückseligkeit geschaffen, die allein die Liebe Gottes geben kann. Im übrigen muss jeder Mensch, um in die rechte Richtung gehen zu können, auf das Endziel hin ausgerichtet werden. Diese letzte Bestimmung ist in Wirklichkeit Christus, der Herr, selbst, der Sieger über Sünde und Tod, der für uns in besonderer Weise gegenwärtig wird in der Eucharistiefeier". Eucharistie drückt mE das Höchste Gut, die Liebe Gottes, die Teilnahme daran die Liebe des Menschen zu Gott aus.


2
 
 Thelie145 1. September 2020 
 

Sonntagspflicht pro und contra

@hape
Danke für Ihre Ausführungen. Ich möchte nochmal betonen, dass ich Ihnen heute voll und ganz zustimme, was den Vergleich mit dem Training usw. betrifft. Zu diesen Einsichten bin ich persönlich aber erst recht spät durch einen jungen Priester gekommen, der durch seine ganze Person, seine ganze Haltung im Gottesdienst UND durch Predigten und Katechesen den Sinn und den Wert der Messe vermittelt hat... und den Eindruck machte, für ihn gebe es nichts Schöneres als eine heilige Messe. Das hatte spürbare Wirkung auch auf Leute, die sonst nicht regelmäßig in die Kirche gingen, aber z.B. durch die Kommunionvorbereitung ihrer Kinder diesen Pfarrer erlebt haben. Ich persönlich habe damals direkt eine "neue" Welt kennengelernt: die Welt eines entschiedenen, dabei aber frohen und so gar nicht "spießigen, zwanghaften" katholischen Glaubens... diese Erfahrung hat mich über vieles anders denken lassen.


7
 
 Aufkl?rung 1. September 2020 
 

hape

Die Formulierung; v.a. an der Eucharistiefeier teilnehmen, weist darauf hin, dass es auch andere Formen gibt. Dies basiert auf CIC can. 1248§2 .


1
 
 Stefan Fleischer 1. September 2020 

@ Aufkl?rung

Seit unsere Gemeindeleiterin erklärtermassen Wortgottesfeier ansetzt, wo es durchaus möglich wäre einen Priester für das Heilige Messopfer zu finden oder nötigenfalls dieses zusammen mit einer der beiden fremdsprachigen Gemeinden unserer Pfarrei zu feiern (und dabei nach ihren Worten vom Bischof unterstützt wird), habe ich Horror vor solchen Veranstaltungen. Und wenn diese Dame dann noch im Kirchenblatt erklärt, die Kirche von heute sei nicht mehr die gleiche wie vor 40 Jahren, dann muss ich sagen, die Kirche von heute, welche dieser Frau vorschwebt, ist nicht mehr jene Kirche, welche ich in meiner Firmung die Treue versprochen habe. Ich bin Gott dankbar, dass ich z.Zt. noch Alternativen habe.


11
 
 SalvatoreMio 1. September 2020 
 

Sonntagspflicht erfüllen ohne Eucharistiefeier?

Vorweg gesagt: die hl. Messe ist durch nichts ersetzbar! Und doch dürfen wir nicht ungerecht werden: wer in einer Stadt lebt mit mehreren Kirchen; wer ein Auto hat usw., der wird wohl Wege finden, an der Eucharistiefeier teilzuhaben. Doch das ist nicht (mehr) selbstverständlich! Im ländlichen Bereich bieten öffentliche Verkehrsmittel oft keine Transporte an. Und nicht jeder kann kilometerweit laufen, um eine hl. Messe zu erreichen. Das ist auch die Wirklichkeit! Ich habe es letztes Jahr im Sauerland erlebt. Dann bleibe ich aber nicht im Bett, weil "nur" eine Wortgottesfeier angeboten wird. Das wäre nach meinem Gewissen auch sündhaft vor Gott und den übrigen Christen, die immer mehr frustriert sind, wenn die Bänke sich leeren. Es bricht in manchen Dörfern das sichtbar christl. Leben zusammen!


7
 
 galil?a! 1. September 2020 
 

exnonne

Für mich ist die Sonntagspflicht sehr schön.

Noch höher ist natürlich das Gebot die Brüder und Schwerstern zu lieben. Daher soll auch Ermahnung aus Lieber erfolgen um den andern aufzubauen. So auch der Gott erkennt, der die Brüder und Schwestern liebt.



1 Thess 5.11
Darum tröstet und ermahnt einander und einer richte den andern auf, wie ihr es schon tut.


4
 
 SalvatoreMio 1. September 2020 
 

"Ich bin sehr direkt"

@Msgr. Schlegl: Danke sehr für Ihr Statement! Klar, man wird auch durch seine Aufgaben geprägt, und außerdem hatten Sie ja Recht: ich hatte recht oberflächlich meine Gedanken zu Papier gebracht.


5
 
 Aufkl?rung 1. September 2020 
 

Sonntagspflicht - Wort Gottes Feier

Der Sinn der Sonntagspflicht wird mit dem Besuch eines Wortgottesdienstes bzw. einer Wort Gottes Feier erfüllt. Diese sind in vielen grossen Pfarreien mit vielen Kirchen und wenigen Priestern zunehmend Normalität. Sie erfolgen mit Kommunionausteilung und einer die Schrift auslegenden Ansprache. Die GottesdienstbeauftragtInnen, die diese Wortgottesdienste halten, gehören zu den Pastoral- bzw.Seelsorgeteams der Gemeinden. Diese Formen werden zukünftig eine weitere Ausbreitung und Institutionalisierung erfahren.

www.erzbistum-muenchen.de/news/Dioezesanrat/Sinn-und-Bedeutung-sonntaeglicher-Wortgottesfeiern-29419.news


1
 
 exnonne 1. September 2020 
 

bemerkenswert

Es ist bemerkenswert, dass man in diesem Forum regelmäßig Dislikes erhält, wenn man die Wichtigkeit eines wertschätzenden und respektvollen Umgangstons betont.


4
 
 exnonne 1. September 2020 
 

@phillip: "die Latte (der Wahrheit) vor die Stirn geknallt"

Das mag vielleicht angehen, wenn man jemanden sehr gut kennt und derjenige das einordnen kann. Im Allgemeinen macht jedoch der Ton die Musik und man sollte darauf achten, die Dinge so zu sagen, dass der Angesprochene sie gut annehmen kann und sie niemanden verletzen. Gerade in einem anonymen Forum, in dem man dem, den man anspricht, nicht in die Augen schauen kann/muss,scheint mir das sehr wichtig. Wir wollen/sollten uns hier doch nicht gegenseitig bekämpfen.


4
 
 SCHLEGL 1. September 2020 
 

SalvatoreMio

Also unfreundlich möchte ich nicht sein! Aber ich bin sehr direkt, das geht wohl auf meine 42 Dienstjahre in der Schule zurück. Davon 38 Jahre am gleichen Gymnasium, meistens Oberstufe. Gott sei Dank waren meine Schülerinnen/Schüler nicht so zart besaitet, wenn ich (nicht nur in Religion), sondern auch in Deutsch, Latein oder Geometrie etwas als falsch bezeichnet habe.
Bei einer Maturafeier sagte mir der Klassensprecher vor Lehrern, Eltern und Schüler: "Bei Ihnen haben wir uns immer ausgekannt, es ist nie etwas von "hinten herum", wie bei anderen Lehrern, gekommen, sondern immer sehr direkt."
Ich hatte bei einer Maturafeier gesagt, die jungen Leute sollten nicht glauben, dass sie jetzt "reif" seien!Das hat vielleicht ein bisschen gekränkt, aber beim 10 jährigen Maturatreffen,bei dem ich als einziger Lehrer erschienen bin, haben sie mir gesagt, ich hätte damals recht gehabt.
Deshalb ist es ratsam, immer Fakten nachzuschauen, bevor man etwas schreibt. Gruß aus Wien,Msgr.F.Schlegl


7
 
 phillip 1. September 2020 
 

Monsignore Schlegl, wie er leibt und lebt.

Salvatore, kennen Sie den Monsignore näher? Ich schon Jahrzehnte, und es wird Sie vielleicht überraschen, sogar als Beichtvater. An dieser Stelle - und auch in dieser Funktion - sei ihm auf diesem Wege gerade wegen seiner Direktheit ein herzliches Danke und Vergelt`s Gott übermittelt; die Latte (der Wahrheit) vor die Stirn geknallt, ist hin und wieder ganz hilfreich, vor allem wenn man die dahinterstehende - lautere Absicht - auch zu verstehen geneigt ist.


4
 
 Stefan Fleischer 1. September 2020 

@ Thelie145

Immer, wenn mir die Sonntagspflicht wieder einmal zur lästigen Pflicht zu werden droht, dann hilft mir die Bemerkung eines Geistlichen meiner Jugendzeit:
Mit der Sonntagspflicht, den täglichen, wenn auch nur kurzen Gebeten und anderen geistlichen Übungen ist es wie mit dem Training des Sportlers. Manchmal macht es Spass, besonders, wenn man einen guten Trainer hat. Manchmal möchte man am liebsten aufgeben. Aber man weiss, dass man ohne das regelässige Training schnell einmal weg ist vom Fenster.


6
 
 Thelie145 31. August 2020 
 

Sonntagspflicht

klang für mich in jungen Jahren immer nach Zwang, nach formalistischer Pflichterfüllung ohne Inhalt. Auch wenn ich mittlerweile anders darüber denke: vielleicht sollte man den Leute mehr vermitteln, wie schön es sein kann, am Sonntag die Messe zu besuchen ...


6
 
 SalvatoreMio 31. August 2020 
 

Der Sonntag, der nicht immer arbeitsfrei war ...

@Schlegl: Danke für Ihre Korrektur! Aber, um ehrlich zu sein, nicht nur in diesem Fall bei mir: ich finde Sie oft sehr unfreundlich, um es sehr vorsichtig auszudrücken!


7
 
 SCHLEGL 31. August 2020 
 

@SalvatoreMio

Woher haben Sie den Irrtum, es hätte bis zu Karl dem Großen († 814) KEINEN Sonntag gegeben?
Die Geschichte beginnt nicht mit ihm!
Kaiser Konstantin hat im Jahre 321 (!) den Sonntag für ARBEITSFREI erklärt, das ist der Angelpunkt.Dann kommen Sie noch mit 1700 Jahren? Nach Karl dem Großen wären es aber nur etwas mehr als 1200 Jahre. Also bitte keine Irrtümer verbreiten.


4
 
 SalvatoreMio 31. August 2020 
 

Sonntagspflicht oder nicht: wir dürfen es uns nicht zu einfach machen!

Schließlich gab es bis zu Karl d. Gr. keinen Sonntag; Christen versammelten sich oft nachts zum Herrenmahl. Nun genießen wir den Sonntag seit bald 1.700 Jahren. Im Grunde reicht es nicht, nur eben die "Messe zu absolvieren", und fertig. Das ist das eine. - In unserer tiefsten Diaspora kam es mehrfach vor, dass plötzlich kein Priester erschien zur hl. Messe; man konnte auch keinen "herbeizaubern". So sagte ich den Mitgläubigen: "Wir sind hier NICHT NUR für unser persönliches "Heil" - wir müssen auch ZEUGNIS GEBEN vor den 95 % vor Ort, die nicht kath. sind und uns wahrnehmen! Also sollten wir jetzt hierbleiben, Gottes Wort hören, den Herrn preisen und bitten usw. Und das haben alle akzeptiert.


6
 
 Stefan Fleischer 31. August 2020 

eine wirkliche missionarische Initiative

Ich sehe soeben, dass jemand auf meiner HP auf einen Text aus dem Jahr 2016 zugegriffen hat, welcher ein Problem aufzeigt, das zumindest teilweise ein Grund sein könnte, weshalb so viele gute Initiativen scheitern.

www.stefanfleischer.ch/EINZELTEXTE/kannitverstan.html


1
 
 gebsy 31. August 2020 

Eigentlich sind die Menschen,

welche ohne Sonntagsheiligung ihr Leben fristen zu bemitleiden. Sie beziehen die Kraft für die Bewältigung des Alltags meist aus Sekundärquellen, deren Versiegen vorprogrammiert ist ...
1984 versuchte ich einen Zusammenhang aufzuzeigen:

gebsy.myblog.de/gebsy/page/1852983/Nachfrage-Angebot-12-09-1984-


1
 
 exnonne 31. August 2020 
 

@Karlmaria: "von Frauen gehaltene Wortgottesdienste"

Mit von Männern gehaltenen Wortgottesdiensten hätten Sie also keine Probleme? Es geht doch hier nicht darum, gegen Frauen zu schießen, sondern um die heilige Messe. Und die Sonntagspflicht ist nur mit der Mitfeier der heiligen Messe erfüllt.


3
 
 encense 31. August 2020 

Sonntagspflicht

Die Sonntagspflicht nenne ich Sonntagsheiligung. Das "Herzstück" unseres Glaubens ist nunmal das Heilige Messopfer! und wer nicht zur Hl. Messe geht, ist noch nicht auf der "Zielgerade".


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 Wiederkunft 31. August 2020 
 

Neuevangelisierung

Ein Beispiel: Unser junger sehr motivierter Pfarrer, sitzt mit seinen drei, ihm zugeteilten Pfarren und einen Haufen Arbeit, mit einem Altersdurchschnitt von 70 Jahtren alleine in der Messe. Es werden weder die Kinder, noch die Jugendlichen und keine Jungfamilien mehr erreicht! Andererseits dibt es da draußen eine Menge Suchende und Verirrte, die Allen und Alles glauben, nur nicht an Gott! Es ist Höchste Zeit einen Wandel in der Pastoral herbei zu führen. Im Gottesdienst erreicht man nur Wenige. Es wäre dringend nötig, den verlorenen Schafen nach zu gehen, dort wo sie ihr Leben gestalten, dort wo sie suchen. So wie sich die ganze Welt im Wandel befindet, so sollte auch die Kirche diese Gelegenheit erkennen. Es gibt schon gute Ansätze wie es Johannes Hartl z.B. macht und viele Andere, aber auch das Internet wird in Zukunft eine große Rolle spielen, wenngleich es nie den persönlichen Kondakt und das Feuer eines jeden gläubigen Christen ersetzen kann. Wir alle sind dazu aufgerufen!!


4
 
 galil?a! 31. August 2020 
 

Für Katholiken eine Pflicht

Aber für mich sind die Gebot der Kirche genauso heilig wie die des Herrn Jesus Christus.

Daher halte ich mich an die Sonntagspflicht. Auch wenn man davon befreit würde würde ich am Sonntag zur Kirche gehen. In meinen Alter hat man sich daran gewöhnt. Es ist mir keine Pflicht wir haben einen sehr guten Pfarrer und ich höre gern seine Predigt freue mich auf die Eucharistie und gedenke d. Auferstehung Christi

Furch mich zeigt es von großer Gottesfurcht, dass man noch die Gebote der Kirche kennt und versucht sie einzuhalten. Eher ein Zeichen wie weit die Welt sich von Gott entfernt hat, weil keiner mehr am Sonntag zur Kirche geht. Nur eine kleine Spanne verlangt Gott für sich für die Messe, wenn man die ganze Zeit der Woche betrachtet. Es macht mich traurig, wenn so wenige kommen. Auch mir kam schon mal etwas Weltliches entgegen und ich Konnte am Sonntag nicht in die Kirche gehen. Für mich etwas das Traurigkeit hervorruft und was ich beichte.


8
 
 Stefan Fleischer 31. August 2020 

Botschaft von der Erlösung

Aber was machen wir, wenn aus unsere Botschaft von dieser Erlösung schon längst eine Botschaft der Selbsterlösung geworden ist, wenn wir schon lange nicht mehr mit dem Kreuz Christi zu den Menschen kommen, wenn wir nur noch die Botschaft einer zukünftigen (illusorischen) heilen Welt haben und die Botschaft von den letzten Dingen in die Welt der Sagen und Märchen verschoben ist? Was machen wir, wenn wir schon lange nach dem Motto arbeiten: „Lasst uns das Wort verkünden, so wie es die Menschen hören wollen» (vgl. 2.Tim 4,2), wenn wir uns daran gewöhnt haben mit «gewandten und klugen Worten» zu verkünden und so das Kreuz Christi um seine Kraft brigen(vgl. 1.Kor 1,17)?
Ohne eine radikale Umkehr, zurück zu Gott, unserem Herrn, bleibt alles vergebliche Liebesmüh’!


3
 
 Karlmaria 31. August 2020 

Wenn Sonntagspflicht Heilige Messe bedeutet

So genau weiß ich das gar nicht. Aber dann verstößt die Kirche doch selbst gegen die Sonntagspflicht wenn es von Frauen gehaltene Wortgottesdienste am Sonntag gibt. So viel ich weiß wird das immer nur befürchtet und in der Realität habe ich noch keinen Wortgottesdienst von einer Frau am Sonntag erlebt. Vielleicht wohne ich auch irgendwo auf der Alm der Seeligen. Ich denke so wie das damals Pfarrer Buschor gesagt hat stimmt das schon. Man braucht da nicht allzu kleinlich sich ein schlechtes Gewissen machen lassen wenn man am Sonntag die Messe im Fernsehen mitfeiert. Ich ergänze da noch: Für Kranke gibt es sowieso keine Sonntagspflicht. Und alte Leute haben doch immer irgend etwas. Das ist natürlich auch oft grenzwertig. Das kann man ja mit seinem Beichtvater besprechen. Und wenn man jetzt bei Anzeichen einer Erkältung sowieso nicht in die Kirche kommen soll um andere zu schützen dann gibt es genau genommen meistens keine Pflicht Sonntags zur Kirche zu gehen!


2
 
 winthir 31. August 2020 

Zählsonntage -

In meiner ehemaligen Pfarrei wurden an den Zählsonntagen früher grundsätzlich immer Mozartmessen aufgeführt.


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