Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Eine „Erzbischöfin“ stürzt die Anglikanische Kirche ins Chaos
  2. Was Charlie Kirk Friedrich Merz antworten würde
  3. „Der Wahlausgang in Berlin im September 2026 gibt vielen Bevölkerungsgruppen Anlass zur Sorge“
  4. "Marsch für das Leben"-Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  5. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Kirche in der Krise – und wie wir sie nicht retten sollten“
  6. Irreversibel – die Diktatur des Geschehenen. Wenn die Geschichte zum ‚Lehramt‘ wird
  7. Katholische Cityseelsorge St. Gallen Mitveranstalter von ‚Drag-Show‘
  8. Fünf weibliche Opfer von Pater Marko Ivan Rupnik schreiben offenen Brief an Papst Leo XIV.
  9. BDKJ und eine doch getaufte Kandidatin im Bundesvorstand
  10. Niederlande: Ein zweijähriges Kind wurde durch Euthanasie getötet
  11. Salzburg: 1.000 Gläubige bei Adoratio-Kongress zu "Himmlischer Friede"
  12. Bei öffentlichen Anlässen: Kanadas Militärkapläne dürfen nicht über Gott sprechen
  13. Der Katholik Macron wird bei keiner der drei Papstmessen in Frankreich mitfeiern
  14. Tausende Teilnehmer bei Pro-Life-Kundgebungen in Berlin, Köln und Zürich
  15. Wien: Rund 20.000 Teilnehmer bei ökumenischem "Marsch für Jesus"

Duka segnet neu errichtete Mariensäule in Prag

17. August 2020 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Schon in frühen Morgenstunden hatten sich Hunderte von Befürwortern auf dem weitläufigen Platz eingefunden, um, teils in nationalen Trachten, am Gebet teilzunehmen


Prag (kath.net/KAP) Der Prager Erzbischof Kardinal Dominik Duka hat am Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel, dem 15. August, die Anfang Juni neu errichtete Mariensäule auf dem Altstädter Ring der tschechischen Hauptstadt gesegnet. Schon in den frühen Morgenstunden hatten sich Hunderte von Befürwortern auf dem weitläufigen Platz eingefunden, um, teils in nationalen Trachten, am Gebet teilzunehmen. Gegner mit Aufschriften wie "Prag ist nicht der Vatikan" oder "Schandsäule" wurden "von der Polizei beim Alten Rathaus zusammengerottet", so die Tageszeitung "Lidove noviny".

Schriftstücke, die nach altem Brauch in einer Kapsel in der Säule angebracht werden sollen, um von der Wiedererrichtung und deren Vorgeschichte zu zeugen, wurden vorderhand nicht eingefügt. Unterschrieben hatten laut einem Tweet der Bezirksvorstehung von Prag 1 dieser Tage nicht nur Staatspräsident Milos Zeman und Ministerpräsident Andrej Babis, sondern auch die im Jahr 2008 von den Kommunisten als Präsidentschaftskandidatin nominierte Jana Bobosikova. In einem Twitter-Account sprach sie davon, es gehe hier um "Werte, die nicht verblassen"; sie freue sich über die Rückkehr der Mariensäule. Auch die "Glaubenskrise" zum Zeitpunkt der Wiederrichtung wird in einem Schriftstück erwähnt.


Am Ende des vorangegangen Gottesdienstes in der Teynkirche zeichnete Kardinal Duka mit Medaillen Persönlichkeiten aus, die sich um die Wiederrichtung der Säule besonders verdient gemacht hatten, allen voran den Bildhauer Petr Vana und den christdemokratischen Politiker Jan Wolf (KDH-CSL). Der Prager Stadtrat Jan Chabr von der liberal-konservativen Partei TOP 09, der nach dem Gottesdienst zu Wort kam, erklärte, die Niederreißung der Säule nach der Ausrufung der Republik im Jahr 1918 habe "eher den Charakter eines betrunkenen Exzesses als einer ideologischen Absicht gehabt" und Teilnehmer an dieser Aktion hätten "ihre Tat auf dem Sterbebett bereut". Beim Beginn der Novene, die der Segnung der Statue vorangegangen war, hatte Kardinal Duka darauf hingewiesen, "dass Mariensäulen seit jeher nicht nur ein Symbol des Schutzes vor Kriegsgefahren, sondern auch vor gefährlichen Infektionskrankheiten" gewesen seien. Angesichts der aktuellen Corona-Krise mussten daher die zum Gottesdienst geladenen Besucher des Gottesdienstes, unter ihnen der frühere Außenminister und Gründer von TOP 09 Karel Schwarzenberg, der frühere Verteidigungsminister Alexandr Vondra von den Bürgerdemokraten (ODS) sowie der Landeshauptmann der Region Zlin und ehemalige Vorsitzende der KDH-CSL Jiri Cunek, Gesichtsmasken anlegen.

Für Kardinal Duka schließt sich mit der Wiedererrichtung der Mariensäule ein Kreis. Nur einen Monat nach seiner Amtseinführung als Prager Erzbischof und Primas von Böhmen hat er im Juni 2010 das achtzehnjährige Tauziehen um den Besitz des Prager Veitsdoms zwischen Kirche und Staat beendet, indem er auf ein weiteres gerichtliches Vorgehen seitens der Kirche verzichtete und mit dem damaligen Präsidenten Vaclav Klaus einen Vertrag über die "gemeinsame Verwaltung" unterschrieb.

Der geschichtsbewusste, aber republikanisch gesinnte Vorsitzende der Tschechischen Bischofskonferenz hat es sich zum Ziel gesetzt, die Tschechen mit der römisch-katholischen Kirche zu versöhnen, die wegen ihres einstigen Bündnisses mit den Habsburgern und der von ihnen betriebenen Gegenreformation bis heute argwöhnisch betrachtet wird. Nach der Heimholung des im römischen Exil verstorbenen Prager Erzbischofs Josef Beran (1888-1969) ist Duka, der im März 2018 dem Papst vorschriftsmäßig sein Rücktrittsangebot unterbreitet hat, zum zweiten Mal nach seinem 75. Geburtstag die Erfüllung eines Herzenswunsches noch im Amt gewährt worden. Ausständig ist jetzt noch die Segnung der epochalen neuen Orgel im Veitsdom, die für den Veitstag, den 15. Juni, vorgesehen war, infolge der Corona-Krise und der mit ihr verbundenen Abwertung der Tschechischen Krone jedoch verschoben werden musste.


Copyright 2020 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Anerkanntes Wunder von Fulton Sheen: Baby nach 61 Minuten Atemstillstand lebt, heute kerngesund
  2. Wien: Rund 20.000 Teilnehmer bei ökumenischem "Marsch für Jesus"
  3. Tausende Teilnehmer bei Pro-Life-Kundgebungen in Berlin, Köln und Zürich
  4. Jesus in Hollywood: Eucharistische Prozession in den Straßen der Filmmetropole
  5. Papst-Vigil in Paris mit Jesus zugeschriebener "Heiliger Tunika"
  6. Katholische Cityseelsorge St. Gallen Mitveranstalter von ‚Drag-Show‘
  7. Niederlande: Ein zweijähriges Kind wurde durch Euthanasie getötet
  8. Leo XIV. besucht als erster Papst die wiederaufgebaute Notre-Dame
  9. Die Güte Gottes und die Freude am Glauben
  10. Zum Abschied einer Pastoralraumleiterin
  11. Der 11. September und die Notwendigkeit eines kämpferischen Christentums
  12. Was Charlie Kirk Friedrich Merz antworten würde
  13. Eine „Erzbischöfin“ stürzt die Anglikanische Kirche ins Chaos
  14. Bischof Oster benennt Unterschiede zwischen deutsch-synodalem Weg und vatikanischer Weltsynode
  15. Er war einer der Gründer der polnischen Lebensschutzbewegung: Pfr. Stanisław Małkowski verstorben

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz