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Benedikt XVI.: „Vergelt’s Gott, lieber Georg, für alles“

8. Juli 2020 in Aktuelles, 7 Lesermeinungen
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Unter Tränen trägt Erzbischof Georg Gänswein bei der Trauerfeier für Domkapellmeister Georg Ratzinger den letzten Gruß von Papst em. Benedikt XVI. an seinen Bruder vor - UPDATE: Der letzte Gruß Benedikts XVI. jetzt in voller Länge!


Regensburg-Vatikan (kath.net/pbr) Unter Tränen hat Erzbischof Georg Gänswein das Wort von Papst em. Benedikt XVI. zum Tod seines Bruders Georg vorgetragen.

 

Wort des em. Papstes zum Tod seines Bruders Georg Ratzinger in voller Länge; vorgetragen von Erzbischof Georg Gänswein:

 

Seiner Exzellenz
dem Hochwürdigsten Herrn
Dr. Rudolf VODERHOLZER

Lieber Bischof Rudolf!

In dieser Stunde, in der Du meinem Bruder den letzten brüderlichen Dienst erweist, ihm das Geleit auf dem letzten irdischen Wegstück gibst, bin ich mit dabei. Es drängt mich, ein Wort des Dankes zu sagen für alles, was Du in diesen Wochen des Abschieds getan hast und tust. Mein Dank gilt auch all denen, die sichtbar oder unsichtbar in diesen Wochen bei ihm waren und ihm ihre Dankbarkeit für das gezeigt haben, was er in seinem Leben für sie getan und erlitten hat.

 

Das Echo auf sein Leben und Wirken, das ich in diesen Tagen in Form von Briefen, Telegrammen und e-mails erhalten habe, geht weit über das hinaus, was ich mir hatte vorstellen können. Menschen aus vielen Ländern, aus allen Ständen und Berufen haben mir geschrieben in einer Weise, die mein Herz berührte. Jedem einzelnen müßte eigentlich eine persönliche Antwort zukommen. Dazu fehlen mir leider Zeit und Kraft, und ich kann nur bei dieser Gelegenheit allen danken für das Mitgehen in diesen Stunden und Tagen. Der Satz von Kardinal Newman bewahrheitet sich für mich gerade jetzt: „Cor ad cor loquitur.“ Durch das Papier hindurch und über alles Papierne hinaus spricht Herz zu Herz.


 

Es waren vor allem drei Eigenschaften meines Bruders, die in vielen Varianten immer wiederkehrten und die auch mein persönliches Gefühl in dieser Stunde des Abschieds wiedergeben. Zuerst und vor allem wird immer wieder gesagt, daß mein Bruder die Berufung zum Priestertum zugleich als musikalische Berufung empfangen und verstanden hat. Schon in Tittmoning in den ersten Jahren seines Schullebens hat er sich über die Kirchenmusik sorgsam nicht nur informiert, sondern erste Schritte getan, um sie selbst zu erlernen. Er hat sich in Tittmoning oder in Aschau darüber erkundigt, wie der Beruf heiße, den ein Priester am Dom für die Kirchenmusik ausübt. Dabei hat er den Namen Domkapellmeister erfahren, in dem er irgendwie die Richtung seines Lebens angedeutet sah. Als er tatsächlich zum Domkapellmeister in Regensburg berufen wurde, war es ihm Freude und Schmerz zugleich, denn unsere Mutter war fast gleichzeitig mit Domkapellmeister Schrems aus dieser Welt abgerufen worden. Wenn Mutter weiter gelebt hätte, hätte er den Ruf nicht angenommen, Chef der Regensburger Domspatzen zu sein. Dieser Dienst ist für ihn immer mehr zur Freude geworden, die freilich durch vielerlei Leid erkauft werden mußte. Feindseligkeit und Ablehnung haben vor allem anfangs nicht gefehlt. Aber zugleich ist er Vater für junge Menschen geworden, die ihm dankbar als seine Domspatzen zur Seite standen und stehen. Ihnen allen gilt auch mein herzlicher Dank in dieser Stunde, in der ich neu erleben und erfahren durfte, wie er als Priester und als Musiker priesterlicher Mensch gewesen und immer neu geworden ist.

 

Eine andere Eigenschaft meines Bruders möchte ich noch erwähnen. Da ist zum einen seine heitere Geselligkeit, sein Humor, seine Freude an den guten Gaben der Schöpfung. Zugleich aber war er ein Mann des direkten Wortes, indem er seine Überzeugung offen aussprach. Er hat über zwanzig Jahre in weitgehendster Blindheit gelebt und war so von einem guten Teil der Wirklichkeit ausgeschlossen. Dieser große Verzicht war immer schwer für ihn. Aber er hat ihn auch stets von innen her angenommen und bestanden.

 

Im letzten aber war er doch ein Mensch Gottes. Auch wenn er seine Frömmigkeit nicht zeigte, so war sie doch über alle Nüchternheit und Redlichkeit die eigentliche Mitte seines Lebens.

 

Am Schluß möchte ich dafür danken, daß ich in den letzten Tagen seines Lebens noch einmal mit ihm zusammen sein durfte. Er hat nicht um einen Besuch von mir gebeten. Aber ich spürte, daß es die Stunde war, um noch einmal zu ihm zu fahren. Für dieses innere Zeichen, das der Herr mir geschenkt hat, bin ich zutiefst dankbar. Als ich mich am Montag, dem 22. Juni, morgens bei ihm verabschiedete, wußten wir, daß es ein Abschied aus dieser Welt für immer sein würde. Aber wir wußten auch, daß der gütige Gott, der uns auf dieser Welt dieses Zusammensein geschenkt hat, auch in der anderen Welt regiert und uns dort ein neues Miteinander schenken wird. Vergelt’s Gott, lieber Georg, für alles, was Du getan, erlitten und mir geschenkt hast!

 

Und Vergelt’s Gott nochmals Dir, lieber Bischof Rudolf, für den ganz außergewöhnlichen Einsatz, den Du in diesen für uns beide nicht leichten Wochen geleistet hast.

Herzlich Dein

gez. Benedikt XVI.

 
   


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Lesermeinungen

 mhesemann 17. Juli 2020 
 

Seine Tränen...

Erzbischof Gänswein hat in diesem Augenblick seine Tränen stellvertretend für uns alle vergossen, die wir Zeugen dieses bewegenden Augenblickes sein durften. Sie haben ihn geadelt, denn sie haben gezeigt, wie tief er mit beiden, dem verstorbenen Domkapellmeister Georg Ratzinger und unserem geliebten Papst emeritus Benedikt XVI. verbunden ist. Gott segne und beschütze Erzbischof Gänswein !


0
 
 Jose Sanchez del Rio 10. Juli 2020 

Vergelt`s Gott

für das Glaubenszeugnis und die ergreifenden Worte.


1
 
 Lilia 8. Juli 2020 
 

Ein Brüderpaar, das seinesgleichen sucht.

Die letzten Zeilen des Grußes machen deutlich, dass der verstorbene Bruder Georg ein Stück der Last Benedikts XVI. mitgetragen und miterlitten hat.
Alles in allem, sehr bewegend und zu Tränen rührend.


14
 
 Dottrina 8. Juli 2020 
 

Absolut ergreifend!

Habe das komplette Requiem heute via Livestream mitverfolgen können, da ich heute im Homeoffice dazu die Möglichkeit hatte. Die berührenden Worte von Bischof Voderholzer und die am Ende unter Stocken und immer wieder von Tränen unterbrochene Verlesung der Grußworte unseres Papa Benedetto war sehr berührend. Ich selber kämpfte mit den Tränen. Danke, EB Gänswein, für Ihre Treue zu unserem Papst Benedikt. Gott segne Sie für Ihr gutes Wirken.


13
 
 JP2B16 8. Juli 2020 
 

Göttliche Liebe überwä(e)ltigt

In den Tränen und im Stocken der Stimme S.E. Erzbischofs Georg Gänsweins wurde für einen Augenblick die unbeschreibliche Liebe Gottes zu uns Menschen konkret sichtbar. Sie überwältigt wie nichts anderes hier auf Erden zu überwältigen vermag. Wohl niemand anderes sah diese tiefe Bruderliebe als Ausdruck der Liebe Gottes so wie er. Und wohl kein Mensch auf Erden liebt Papst Benedikt so wie er, weil er als einziger dessen Liebe zu uns Menschen zu ermessen vermag. Ein wundervolles Zeugnis der wahren göttlichen Liebe für alle Gläubigen und auch allen Menschen.


14
 
 ottokar 8. Juli 2020 
 

Tief menschlich, tief gläubig, ergreifend!


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 nicodemus 8. Juli 2020 
 

Danke Excellenz Erzbischof Georg Gänswein für Ihren Dienst, den Sie unserem Pappa Emeritus leisten.

Sagen Sie bitte unserem lieben Benedikt XVI., was der hl. Aloisius + 1591 im Brief an seine Mutter geschrieben hat:
"Die Trennung dauer nicht lange; im Himmel sehen wir uns wieder"!
Der Himmel ist eine Gnade. Sei gepriesen,o Herr!


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