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"Papst Franziskus hat mich die ganze Zeit unterstützt!"

20. April 2020 in Interview, 7 Lesermeinungen
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Kardinal Pell: „Wenn man gewissen langjährigen Mitarbeitern in Rom glaubt, dann haben auch Amtsträger des Vatikans etwas mit meinem Gefängnisaufenthalt zu tun.“ - Auszüge aus Interview mit SKY NEWS exklusiv bei kath.net in deutscher Sprache


Sydney (kath.net)
Kardinal George Pell meinte, dass gewisse langjährige Mitarbeiter in Rom glauben, dass seine Verurteilung und sein Gefängnisaufenthalt in Australien mit den Schwierigkeiten in Verbindung stehen, die er, als Leiter der Finanz-Reformen, „korrupten Amtsträgern im Vatikan“ bereitet hat.

Andrew Bolt führte vor einigen Tagen mit Kardinal Pell ein Interview, dass in Australiens „Sky News“ veröffentlicht wurde. Er hat dem Kardinal die Frage gestellt, ob er je daran gedacht hat, dass die Schwierigkeiten, die er korrupten Amtsträgern im Vatikan bereitet hat, mit den Schwierigkeiten, denen er in Australien ausgesetzt war, in Verbindung stehen. Pell hat darauf geantwortet: Das glauben die meisten langjährigen Mitarbeiter in Rom, die Finanz-Reformen gutheißen.

Pell meinte auch, dass, seiner Meinung nach, zu viele Leuten „von einer Möglichkeit auf eine Wahrscheinlichkeit und dann auf einen Fakt schließen“. Er habe keine Beweise für eine Verbindung zwischen seiner Arbeit für den Vatikan, und die Vorwürfe und seine darauffolgende Verurteilung in Australien.

Trotzdem bekannte Pell, dass er sehr erfreut sei, dass ein Großteil der Finanz-Korruption im Vatikan aufgedeckt wurde und klar geworden ist, dass er in Rom gegen diese Korruption vorgegangen ist.

„Ich hatte Furcht, dass unsere ganze Arbeit für 10 Jahre oder so in der Senke verschwinden würde. Wenn es dann erneut aufgedeckt werde, könnten die Lästerer sagen „Nun, Pell und Casey waren die Verantwortlichen und haben ein Auge zugedrückt oder nichts gemacht“, so der Kardinal.

„Gott sei Dank ist das jetzt alles vorbei. Denn kurz vor Weihnachten und um Weihnachten herum, wurde eine Serie von Artikeln veröffentlicht, zwei davon in London, die viele Dinge aufgedeckt haben. Es ging zum Beispiel um einen verheerenden Ankauf, und es wurde sehr klar gesagt, wie hartnäckig wir gegen diese Dinge vorgegangen sind.“

Bolt hat Pell auch über seine Beziehung zu Papst Franziskus befragt. Denn diese beiden haben unterschiedliche theologische Blickpunkte und Positionen, wenn es um Dinge wie z.B. den Klimawandel geht. Pell meinte, dass er von Papst Franziskus jegliche Unterstützung erfahren habe.

Bolt: Sie und der Papst stehen sich nicht nahe. Er ist politisch sehr auf der „Linken Seite“ und predigt von der Erderwärmung. Sie sind ein Konservativer und ein Klimaskeptiker. Er war bis jetzt ein schwacher Leiter, aber Sie haben von Ihrer Kirche Reformen gefordert, vor allem finanzielle Reformen. Hat der Papst Sie trotzdem in dem jetzigen Thema so unterstützt, wie Sie sich das vorgestellt haben?

Pell: Völlig! Meine theologischen Ansichten gleichen sich nicht ganz mit denen von Papst Franziskus. Aber ich habe im Kardinalsrat, dem Rat seiner engsten Berater, mitgearbeitet. Er ist der Nachfolger Petri. Ihm gebührt Respekt und ich denke, dass er meine Aufrichtigkeit schätzt und dass ich vielleicht Dinge sage, die andere nicht sagen würden. Ich denke, er respektiert mich dafür. Er hat zwar gesagt, dass er das australische Gerichtsvorgehen respektiert, aber er hat mich die ganze Zeit unterstützt.

Auf die Frage von Bolt, wie hoch er die Korruption im Vatikan einschätzt, hat Pell geantwortet, dass er nicht glaubt, dass sie bis zum Papst gehe.

Bolt: Wie weit geht die Korruption im Vatikan?

Pell: Wer weiß? Man ist sich nicht ganz sicher wie weit es geht.

Bolt: Ich habe es so beschrieben, dass es bis zu den Füßen des Papstes geht. Nicht bis zum Papst persönlich, aber knapp vor die Füße des Papstes. Ist das falsch?

Pell: Ja. Ich…. Wir haben da zum Beispiel den Staatssekretär Kardinal Parolin – er ist sicher nicht korrupt. Es ist eine interessante These wie weit die Korruption geht. Im November letzten Jahres, hat Kardinal Parolin die katholischen Medien darüber informiert, dass er als Verantwortlicher einen 50-Millionen-Dollar Kredit gewährt hat, um dem Vatikan zu helfen ein Skandal-behaftetes italienisches Krankenhaus zu kaufen. Außerdem hat er von einer katholischen Organisation in den USA, im Nachhinein, noch 25 Millionen Dollar erbeten, um diesen Kredit bezahlen zu können. Parolin gibt jedoch keinen Hinweis darauf, dass der Antrag auf die 25 Millionen Dollar auf einen Antrag des Papstes zurückgeht.

Als Bolt Pell zu einigen anderen australischen Erzbischöfen befragte, die „in die Irre gegangen sind“ und ihn nicht klar unterstützt haben, antwortete Pell ganz einfach: „Das ist das Leben! Es hat mich jedoch überrascht, dass nicht einmal meine theologischen Gegenspieler im Rom, die Geschichten geglaubt haben.“

COPYRIGHT der Übersetzung by kath.net / Sr. Benjamin Elisabeth


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