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'Diese Todsünde ist die Nichtzahlung der Kirchensteuer'

21. Jänner 2020 in Aktuelles, 37 Lesermeinungen
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Polnische Wochenzeitung "wPolityce" übt scharfe Kritik an katholischer Kirche in Deutschland: "Eine Institution, deren Hauptbindemittel nicht der Glaube, sondern das Geld ist"


Warschau (kath.net)
In Polen hat zu Weihnachten Grzegorz Gorny in der polnische Wochenzeitung "wPolityce" scharfe Kritik an der synodalen Kirche in Deutschland geübt und den deutschen Kardinälen, Bischöfen und Theologen vorgeworfen, dass diese viele Handlungen durchsetzen möchten, die seit den Anfängen des Christentums als inakzeptabel galten und die nicht länger als Sünde angesehen werden sollten. Hier geht es um z. B. darum, homosexuelle Beziehungen zu segnen oder Menschen die Eucharistie zu geben, die in nicht-sakramentalen Beziehungen leben. "All dies passiere im Namen der Barmherzigkeit, - wie viele deutsche Geistliche sagen – denn die Kirche kann niemanden ausschließen und der Sinn ihres Handelns sollte 'Begleitung', 'Unterscheidung' und 'Einbeziehung' sein." "Das klingt alles sehr schön, hält aber der Konfrontation mit der Realität nicht stand. Denn es gibt eine Sünde, die einen Gläubigen Katholiken definitiv aus der Gemeinschaft der Kirche ausschließt. Diese Todsünde ist die Nichtzahlung der Kirchensteuer."

Gorny kritisiert dann, dass diese Menschen in Deutschland wie Abtrünnige behandelt werden. "Geld erweist sich daher als das Hauptbindemittel der deutschen Kirche. Sie können abtreiben, gegen Jesus lästern, nicht an die Existenz Gottes glauben - es spielt keine Rolle: Sie sind immer noch ein Mitglied der Kirche und können (wie die Praxis zeigt) ohne Probleme die Kommunion erhalten. Wenn Sie sich jedoch weigern, Geld zu zahlen, werden Sie sofort aus der kirchlichen Gemeinschaft ausgeschlossen. Hier gibt es keine Gnade mehr, die Kasse muss stimmen."

Dann erinnert der Autor an eine Statistik, aus der hervorgeht, dass nur 16,2% der Westdeutschen an den allmächtigen Gott als eine Person glauben. "Kann man also sagen, dass die deutsche Kirche eine Glaubensgemeinschaft ist, auch wenn eine überwältigende Mehrheit ihrer Mitglieder die Grundwahrheiten des Glaubens nicht akzeptiert oder gar verleugnet? Was verbindet sie eigentlich? Sie haben nur eines gemeinsam: Geld. Wenn Sie nicht in der Gemeinschaft der Kirchensteuer-Zahlenden sind, sind Sie nicht in der Kirche, auch wenn Sie alle ihre Dogmen anerkennen. Nicht der Glaube, sondern das Geld ist daher das Grundprinzip für die Ordnung des kirchlichen Lebens in Deutschland. Eine Kirche, die auch heute noch eines der einflussreichsten Subjekte der katholischen Welt ist."

Die Stellung der Deutschen beruhe aber nicht auf geistliche Stärke. Denn die Gotteshäuser seien entvölkert, das sakramentale Leben verschwindet und die Menschen glauben nicht an die Grundwahrheiten des Glaubens. "Der Einfluss dieser Institution wird durch ihre materielle Macht bestimmt." Grzegorz Gorny erinnert dazu an 7-Milliarden-Jahresbudget der katholischen Kirche in Deutschland. Mit dieser riesigen Summe werde erlaubt, nur mehr in katholische Eliten in anderen Ländern zu investieren. "Die begabteren Kleriker aus Lateinamerika zum Beispiel erhalten oft Stipendien an den theologischen Fakultäten deutscher Universitäten und kehren später, getränkt mit modernistischen Neuheiten aus Deutschland nach Hause zurück."

Der Vertreter des Kirchensteuer Zahlers ist laut dem Autor das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). Dies sei eine Art "säkulares selbsternanntes Parlament", das immer radikalere Veränderungen fordere. Diese haben weder mit der Bibel noch mit der Tradition aber viel mit der Ideologie der säkularen Vernunft zu tun . "Es ist kein Wunder, dass dieses Komitee Änderungen fordert, die mit der katholischen Religion unvereinbar sind, da es eine Gemeinschaft repräsentiert, in der nur 16,2% der Mitglieder an einen persönlichen Gott glauben." "Kirche in Deutschland - eine Institution, deren Hauptbindemittel nicht der Glaube, sondern das Geld ist", schreibt Gorny


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Lesermeinungen

 phillip 29. Jänner 2020 
 

„Ach, wie möchte ich eine arme Kirche für die Armen!“, rief Papst Franziskus am 16. März 2013 bei seiner ersten Begegnung mit den Medienvertretern aus. Den Gegensatz zu seinem Ideal bildet jedoch genau die ihm am nächsten stehende Kirche, nämlich die deutsche. Die Deutsche Bischofskonferenz, die jüngst im Oktober die Amazonassynode ideologisch und finanziell gefördert hat, ist in der Tat das reichste und privilegierteste Unternehmen in ganz Deutschland. Dieser Reichtum kommt durch die Kirchensteuer, die der Staat an die Kirche abführt, und die sich aus den Einkünften der deutschen Katholiken ergibt. Nach den deutschen Bischöfen, dürfen diejenigen, die Kirchensteuer entrichten, weder beichten noch die Kommunion empfangen, nicht gefirmt werden und bei ihrem Tod kein kirchliches Begräbnis erhalten. Manche sehen darin eine Simonie, deren sich die Bischöfe schuldig machen, weil sie den Empfang der Sakramente an die Zahlung eines bestimmten Geldbetrages knüpfen.


1
 
 Habakuk 23. Jänner 2020 
 

weg mit Kirchensteuer

Schon Benedikt in seiner Freiburger Rede warnte, aber ohne Erfolg. Ergebnis: leere Kirchen, aber unzählige Referentenposten gut bezahlt und unkündbar. Gemessen an der zahl der priester und Sonntagsmessen-Besucher müsste man längst 2/3 des Personals entlassen. Doch bei sprudelnden Kirchensteureinnahmen geht das Kirchenballett weiter. Das ist das imminente Ende jeder Reform. Die Kirche schafft sich selbst ab.


8
 
 jadwiga 22. Jänner 2020 

Eine Seuche!

@Antony, Sie schreiben:
"Ich wäre auch gerne so heilig, dass ich, wenn ich mich mit dem Thema Sünde beschäftigen wöllte, immer zu den anderen schauen müsste, weil es bei mir keine mehr gäbe..."

Sie haben das Problem nicht verstanden! Wir sitzen in einem Boot. Es gibt nur eine katholische Kirche. Wenn die Kirche im Westen an Häresie erkrankt, dann ist der ganze Körper der Kirche in Gefahr!

Die katholische Kirche in Deutschland kann sich einen anderen Namen aussuchen! Dann werden die Polen, Italiener usw. keine deutsche Kirche mehr besuchen. Aber dies ist genau der wunde Punkt; wenige Gläubige bedeuten auch wenig Kirchensteuer!

jadwipkarpaten2


6
 
 Bernhard Joseph 22. Jänner 2020 
 

@HildegardW

Nun, es soll ja auch ehrenamtlich tätige Propagandisten/innen des neuen "synodalen Weges" geben.


7
 
 Stephaninus 22. Jänner 2020 
 

Polnische Kritik: ja, aber

Die Kritik verstehe ich. Ich selber stehe dem Kirchensteuersystem kritisch gegenüber (NB: In der Schweiz gibt es allerdings sehr grosse kantonale Unterschiede, weshalb man z.B. nicht von einem Schweizer System sprechen kann).
Bei all der Skepsis gegenüber Kirchensteuern bleibt allerdings die Frage - und sie begleitet die Kirche seit ihren Anfängen - wie denn eine geistliche Institution zu zeitlichen Gütern, die sie braucht kommen könne. In Bezug auf Polen: Auch dort ist die Situation nicht nur erfreulich. Viele Menschen beklagen sich über das Finanzgebaren der Kirche / der Bischöfe. Der Klerus gilt in weiten Teilen als sehr geldgierig. Und ich muss sagen, dass auch ich schon bei meinen Aufenthalten dort diesen Eindruck bekam. Die Kritik ist weit verbreitet (gerade auch bei einfachen Gläubigen): Wer zahlt, bekommt mehr als wer wenig Geld besitzt - bis hin zur Eheannulierung.


3
 
 HildegardW 22. Jänner 2020 
 

@Lilia

Ich werde nicht von der Kirche bezahlt; es ist genau andersherum: Durch meine Kirchensteuer leiste ich einen Betrag für die Bezahlung der Kirche.


2
 
 ThomasR 22. Jänner 2020 
 

wenn nicht Abschaffung, dann wenigstens Reform

1) Beteiligung der Laien auch bei der Verteilung der Ausgaben- vielleicht den Laien wäre lieber statt aufgeblühte Ordinariate samt Ordinariatsräte und Direktoren,die inzwischen in manchen Bistümern(insbesondere in Süddeutschland )besser vergütet werden als die meisten Priesterund beinahe alle ständigen Diakone im kirchlichen Dienst mehr Obachlosenhilfe, Krankenhauseelesorgen und Lebensschutz
2) Eine strickte Zuordnung von 3/4 Kirchensteuereinnhamen den jeweiligen Pfarrereien, damit auf der Ebene der Pfarrereien bzw. Pfarrverbunde entscheiden werden kann ob sie sich mehr Priesterseelesorge(durch Priester vom Ausland bzw. durch Preister selbst aus den Ostkirchen)und ständige Diakone wünschen oder doch mehr Laienfunktionäre jeglicher Art
3)Streichung der Finanzierung von allen Organisationen jeglicher Art,wie BDKJ, Kolping oder Frauenbund wenn sich diese nicht an die Inhalte von Katechismus, Vticanum II und Papstlehre halten und dafür Zuschüsse z.B.für Jugend für das Leben und Pfadfinder


5
 
 Fischlein 21. Jänner 2020 
 

Dabei wusste Herr Gorny noch nichts von

dem jüngsten "Werk" des Ökumenischen Arbeitskreises über Eucharistie und Abendmahl, das durch Bischof Bätzing akzeptiert wurde.


5
 
 girsberg74 21. Jänner 2020 
 

@Stefan Fleischer an @Lämmchen

Werter Stefan Fleischer,
Sie haben sich bemüht, @Lämmchen das System der Finanzierung der Katholischen Kirchen in der Schweiz zu erläutern, sind aber durch den Dschungel nicht wirklich durchgekommen, haben womöglich Ihre Gesundheit belastet.
Das Schweizerische Bankensystem dagegen ist geradezu einfach, ohne geschäftshemmende Sonderheiten. Wer aber die „Schweiz an sich“ kennenlernen wollte, wäre allerdings mit einem Studium der Kirchenfinanzierung gut beraten.
Vielleicht in Kurzfassung für @Lämmchen: Das Geld für Kirche und Glauben geht durch allerhand Zuständigkeiten, je nach Kanton. Als Resultat: Die Bischöfe müssen sich eher bescheiden, es kommt nicht alles für tatkräftiges Handeln an. Man muss, sofern man nicht eine starke Berufung hat, in der Schweiz nicht Bischof sein.


5
 
 Lilia 21. Jänner 2020 
 

Die Kirchensteuer ist das goldene Kalb um das unsere Bischöfe tanzen

Oder gibt es hierzulande einen einzigen Bischof, der für die Abschaffung der unseligen Steuer plädieren würde?!

@HildegardW.
Von welchem Ordinariat werden Sie für das Einstellen Ihrer Kommentare hier bezahlt?!


9
 
 girsberg74 21. Jänner 2020