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Nun sei uns willkommen Herre Christ

24. Dezember 2019 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Das älteste überlieferte Weihnachtslied in deutscher Sprache - Ein Beitrag von Dr. Juliana Bauer


Linz (kath.net)
Die frühesten Zeugnisse weihnachtlicher Lieder aus dem deutschen Sprachraum stammen aus dem Mittelalter. Sie entstanden im kirchlichen Bereich und bildeten in den drei Weihnachtsmessen, die auf Papst Gregor den Großen (590-604) zurückgehen, einen Teil der Liturgie. Wichtige liturgische Momente entfalteten sie vor allem in der Messe der Heiligen Nacht. Sie waren meist in lateinischer Sprache gehalten oder bestanden im Lauf des Mittelalters zunehmend auch aus Mischtexten in Latein und Deutsch.

Ein vollständiger Beleg für das (bislang) älteste, schriftlich überlieferte Weihnachtslied deutscher Sprache, das Lied Sei willkommen, Herre Christ, findet sich in der Bibliotheca Amploniana in Erfurt, einer umfassenden Büchersammlung des vom Niederrhein stammenden Gelehrten Amplonius Rating de Berka, geb. 1363/64, der von 1394-95 Zweiter Rektor der Universität Erfurt war. In einer mittelalterlichen Handschrift dieser Sammlung ist eine Fassung aus den Jahren 1394-98 aus Aachen enthalten, der Zeit, in der das Lied in der ersten der drei Weihnachtsmessen regelmäßig gesungen wurde. Seine Entstehung geht allerdings auf das 11.Jh. zurück. Die ursprüngliche Melodie, in Quadratnotation geschrieben, bewahrt das so genannte Aachener Fragment des Liuthar-Evangeliars Kaiser Ottos III., welches wohl um das Jahr 1000 auf der Insel Reichenau entstand. Sie ist mit den Worten Syt willekomen heirre kirst want du unser alre here bis (Sei willkommen Herre Christ, der du unser aller Herre bist) unterlegt. Das Lied endet, wie auch eine Reihe anderer alter Weihnachtslieder, mit dem Kyrie-Ruf.


Sys willekomen heirre kerst,
want du onser alre heirre bis,
sys willekomen, lieve heirre,
her in ertriche also schone:
Kirieleys.

Sei willkommen, Herre Christ,
weil du unser aller Herre bist,
sei willekommen, lieber Herre,
hier auf der Erde gar so schöne:
Kyrieleis

Der Erfurter Althistoriker Prof. Dr. Kai Brodersen berichtet von einer im Archiv des Stiftskapitels in Aachen aufbewahrten liturgischen Anweisung, die dem 14.Jh. entstammt und, in lateinischer Sprache, den Ablauf der Weihnachts-Liturgie regelte. Vor der ersten Messe, d.h. der Mitternachtsmesse, las der Kanonikus-Priester am Pult, flankiert von Diakon und Subdiakon, in Latein das „Liber Generationis“ aus dem Matthäus-Evangelium (1,1 −16). Nach dem letzten Satz, der, wie folgt, heißt: „Iacob autem genuit Ioseph virum Mariae de qua natus est Iesus qui vocatur Christus (Jakob zeugte Josef, den Mann der Maria, von der geboren ist Jesus, der da heißt Christus) stimmten sie das Lied „Nu seit unß willekome hero Kerst“ an. Es wurde in Deutsch, also in der Volkssprache gesungen und stellte ein Willkommenslied für Christus, den Kyrios dar, der, ganz in der Tradition des 11.Jahrhunderts, als Herr der Welt und der Zeiten auf unserer Erde willkommen geheißen wurde. Danach folgte, wiederum in Latein, das „Te Deum laudamus.“ Im Anschluss daran begann die Weihnachtsmesse, die am Altar der Heiligen Jungfrau Maria gefeiert wurde.

Weiteren Aachener Überlieferungen zufolge wird das Lied auch als Aachener Schöffenlied bezeichnet. Nach diesen oblag es dem ältesten Schöffen (ehrenamtlichen Richter), die während der Mette im Chorgestühl des Münsters anwesend waren, das Weihnachtslied nach der Lesung des „Liber Generationis“ anzustimmen.

Ende des 19.Jhs. schuf die Jugendbewegung, eine in jener Zeit entstandene Reformbewegung, eine neue Fassung des Liedes auf der Grundlage der Aachener Melodie des 14.Jhs. Ebenso an die alte Melodie angelehnt fand sich das Lied in rhythmisch moderner Fassung im alten Gotteslob – im Stammteil des neuen ist es nicht mehr enthalten. Die bekannte, im Musikunterricht vieler Schulen gesungene Kanon-Melodie von Walter Rein (1934) Nun sei uns willkommen Herre Christ findet sich hingegen im Evangelischen Gesangbuch.

Nun sei uns willkommen Herre Christ,
Der du unser aller Herre bist
Willkommen auf Erden!


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