Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Das Gratis-Christentum des Hendrik Wüst
  2. Vatikan reagiert auf LGBT-Sexualkonzept für katholische Schulen in Hamburg!
  3. 'Was ich am Katholizismus schon immer toll fand...'
  4. Ablehnung ökumenischer Konzile ist modernistisch
  5. Der vatikanische Synodalismus ist ein Anachronismus
  6. Tragisches Ende einer Medjugorje-Wallfahrt: Zwölf polnische Pilger sterben bei Busunglück in Ungarn
  7. Vor Papstbesuch in Lourdes: Alle Rupnik-Mosaike werden dauerhaft verhüllt
  8. Der Bischof und der Denunziant
  9. Biologische Eltern verklagen Leihmutter, weil diese Abtreibung verweigerte
  10. Die denkwürdige Wandlung des Tucker Carlson
  11. SPÖ-Ministerinnen fordern ‚Schutzzonen‘ um Abtreibungskliniken
  12. Papst Leo XIV. nimmt Rücktrittsgesuch von Bischof Wiesemann an
  13. Nach Lebensschutzdemonstration: Zwölf Polizisten von Linksradikalen verletzt
  14. Töten bis zur Geburt - Aber US-Gouverneurin bleibt 'stolze Katholikin'
  15. Neues Eigentümer-Ehepaar lässt Ex-Epstein-Ranch drei Tage lang exorzieren

Zusammenhang zwischen Verhütungsmentalität und Gender-Ideologie

15. November 2019 in Weltkirche, 13 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Kardinal Sarah: Verhütung ermöglicht eine Trennung zwischen Sexualität und Fruchtbarkeit. Diese Trennung hat die Auffassung von menschlicher Sexualität, Ehe, Abstammung und Erziehung radikal verändert.


Madrid (kath.net/lifesitenews/jg)
Robert Kardinal Sarah, der Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, hat bei einer Konferenz in Madrid die LGBT-Ideologie scharf kritisiert und ihre Ursprünge auf die weitgehende gesellschaftliche Akzeptanz von Verhütungsmitteln zurückgeführt, die vor etwa siebzig Jahren begonnen hat.

Die Gender-Ideologie, gegen die Papst Franziskus wiederholt klare Worte gefunden habe, sei die Folge einer Veränderung im praktischen Verhalten, sagte der Kurienkardinal. Die „Verhütungsmentalität“, die sich seit den 1950er-Jahren weit verbreitet habe, hätte eine Trennung zwischen der Frau und ihrem Körper möglich gemacht. Diese Trennung habe die Auffassung von menschlicher Sexualität, Ehe, Abstammung und Erziehung radikal verändert.

Die französische Philosophin Simone de Beauvoir (1908-1986) habe in dem berühmten Satz: „Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es“ die Gendertheorie auf den Punkt gebracht. Für de Beauvoir seien Familie, Ehe und Mutterschaft Quellen weiblicher Unterdrückung und Abhängigkeit gewesen. Die Pille habe die Frauen „befreit“, weil sie ihnen hinsichtlich der Fruchtbarkeit Kontrolle über ihren Körper gegeben habe und die Möglichkeit, frei darüber zu verfügen.


Das feministische Motto „Mein Körper gehört mir“ verberge eine tiefe Entfremdung eines Menschen von seinem Körper. Hinter der Proklamation von Freiheit liege eine Instrumentalisierung des Leibes als Material, welches für unbestimmte Wünsche verfügbar sei.

Anschließend erklärte Kardinal Sarah den Zusammenhang zwischen der Verhütung der Trennung der Person von ihrem männlichen oder weiblichen Leib.

Die Verhütungsmentalität habe einen Dualismus zwischen individueller, als unbegrenzt und allmächtig verstandener Freiheit einerseits und dem Leib als Instrument des Genusses andererseits hervorgebracht. In dieser Perspektive könne der Leib nicht mehr als Zeichen und Instrument der Schenkung des Selbst sein, deren Sinn in der Gemeinschaft der Eheleute bestehe. Die innere Verbindung der beiden Bedeutungen des ehelichen Aktes, die Weitergabe des Lebens und die Vereinigung der Eheleute, sei aufgelöst. Die Verbindung werde optional, daher werde die Sexualität häufig auf die Dimension der Beziehung und des Genusses reduziert.

Eine der Wirkungen sei die soziale Legitimation der Homosexualität. Wenn die Sexualität nicht mehr im Licht der Weitergabe des Lebens gesehen werde, könne Homosexualität nicht mehr als abnormal betrachtet werden.

Eine logische Folge dieser Veränderungen sei die Neudefinition der Geschlechtsidentität entsprechend der je eigenen Vorstellungen. „Wenn der innere Zusammenhang zwischen den beiden Bedeutungen des ehelichen Aktes geleugnet wird, verliert der Unterschied zwischen den Geschlechtern die erste Grundlage seiner Erkennbarkeit“, sagte Kardinal Sarah wörtlich. Der Körper könne mehr oder weniger als „Material“ gesehen werden, das nach individuellen Vorstellungen gestaltbar sei.

So genannte „sexuelle Minderheiten“ hätten diese Auffassungen dazu verwendet, um „Gleichheit“ und „Freiheit“ für ein Leben nach ihren angenommenen geschlechtlichen Identitäten zu fordern.

Im Namen des Kampfes gegen Diskriminierung seien die öffentlichen Stellen in die Pflicht genommen worden. Im Namen von „Gleichheit“ und „Freiheit“ würden sie verlangen, dass der öffentliche Diskurs, insbesondere in Schulen und Medien „respektvoll“ zu verlaufen habe.

Jeder könne heute öffentlich behaupten, dass er seine geschlechtliche Identität selbst gewählt habe und sagen, er habe seine Entscheidung selbst getroffen und sei stolz darauf. Er lasse sich von niemand anderem oder der Gesellschaft sagen, wer er sei. Die Gesellschaft müsse diese Entscheidung akzeptieren.

Unschuldige Opfer dieser Entwicklung seien in erster Linie Kinder, deren von den Slogans der Zeit geblendete Eltern ihnen weder den Weg zu wahrhaft menschlichem Wachstums noch zu einer reifen Sexualität zeigen würden. „All das setzt einen falschen Begriff von Freiheit voraus, verstanden als der Umstand, dass man nicht davon abgehalten wird, seinen unmittelbaren Wünschen zu folgen“, sagte der Kardinal wörtlich. Wahre Freiheit bestehe darin, mit dem freien Willen die Wahrheit zu suchen und das wahrhaft Gute zu wählen.

Die „anthropologische Revolution“ zerstöre die intellektuelle und moralische Erziehung, weil sie geistige und soziale Einstellungen schaffe, die den Menschen von sich selbst entfremden würde.

Die Aufgabe der Kirche bestehe darin, die falschen Ideologien zu entlarven. Identität sei nicht etwas, das wir uns selbst geben könnten. Sie komme von Gott. Indem der Westen sich weigere diese Identität anzunehmen, lehne er auch Gott ab. Die Kirche müsse die „anthropologische und moralische Krise“ unserer Zeit erkennen. In einer Situation, in der weltliche Institutionen versagen, wiege ihre Verantwortung noch schwerer, Lehre und Moral in klarer, eindeutiger und bestimmter Weise zu verkünden, betonte Kardinal Sarah.


© Foto: Paul Badde



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Sarah

  1. "Bevor es zu spät ist!" – Kardinal Sarah warnt Piusbruderschaft vor Schisma
  2. Ablehnung von Fiducia supplicans: Afrikas Bischöfe haben ‚für die ganze Kirche’ gesprochen
  3. Kardinal Sarah lehnt ‚Fiducia supplicans’ ab
  4. Kardinal Sarah: Papst Franziskus will Alte Messe ‚im Geist des II. Vaticanums’
  5. Kardinal Sarah: Verbot der außerordentlichen Form ‚von Dämon inspiriert’?
  6. ‚Ich gegen Franziskus? Das ist Unsinn. Dem Papst gehorcht man’
  7. Vatikan: Soweit wie möglich wieder Gottesdienste feiern
  8. Sarah: „Ich freue mich, meine Aufgabe fortführen zu können“
  9. Kardinal Sarah: ‚Ein trauriger Mensch ist kein Jünger Christi’
  10. Aus der Tiefe des Herzens






Top-15

meist-gelesen

  1. EILT - Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns JETZT!
  2. Der Bischof und der Denunziant
  3. Wie die deutsche Bundesregierung Ihre Steuergelder verschwendet!
  4. 21 Märtyrer: 20 ägyptische Kopten und ein Wanderarbeiter aus Ghana
  5. Der vatikanische Synodalismus ist ein Anachronismus
  6. Cardinal Confusione
  7. Ablehnung ökumenischer Konzile ist modernistisch
  8. Tragisches Ende einer Medjugorje-Wallfahrt: Zwölf polnische Pilger sterben bei Busunglück in Ungarn
  9. Medjugorje und Papst-Akademie laden zu ersten "Mariologischen Tagen"
  10. FEST MARIA KÖNIGIN - Einladung zur Gebets-Novene zur Muttergottes - 13. bis 21. August
  11. Stift Heiligenkreuz: Abt Maximilian Heim tritt zurück
  12. 'Was ich am Katholizismus schon immer toll fand...'
  13. Vatikan reagiert auf LGBT-Sexualkonzept für katholische Schulen in Hamburg!
  14. Biologische Eltern verklagen Leihmutter, weil diese Abtreibung verweigerte
  15. Das Gratis-Christentum des Hendrik Wüst

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz