Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:









Top-15

meist-diskutiert

  1. Kirchen verfehlen die Lebensrealität vieler Christen in Deutschland
  2. Rundumschlag statt geistige Auseinandersetzung
  3. "Möchte ich mich formell für die Klimaangst entschuldigen!"
  4. Papst mahnt "Gewissenserforschung" im Umgang mit Flüchtlingen an
  5. Lobpreis, die Beziehung zum Vater, Ruhe in Jesus
  6. Kritik: „Gewissensfreiheit durch die Hintertür eines faktischen Teilberufsverbots aushebeln“
  7. Diözese Linz verlinkt umstrittenes Bekenntnis zur LGBT-Propaganda
  8. „Meine Zeit im Gefängnis“ – „Mein katholischer Glaube hat mich gestützt“
  9. Grüne wollen Ärzte zur Abtreibung zwingen!
  10. Umwandlung der Hagia Sophia löst Proteste in Ost und West aus
  11. R.I.P. Ennio Morricone
  12. Der synodale Weg funktioniert nicht
  13. Türkisches Gericht annulliert Museumsstatus der Hagia Sophia
  14. Der Glaube ist „verdunstet, verdampft, verflüchtigt“, auch an den katholischen Schulen
  15. Überraschende Wende: Macron will identischen Nachbau des Notre-Dame-Vierungsturms

Die Kraft des 'unerhörten' Gebets

16. Oktober 2019 in Jugend, 4 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Es gibt keine unerhörten Gebete. Dass etwas nicht passiert, worum wir Gott gebeten haben, heißt nicht, dass Gott unser Gebet ignoriert - Die Jugendkolumne von Viktoria Samp


Linz (kath.net)
Wir beten morgens, mittags, abends, alleine, in der Familie oder Gemeinschaft, zu Hause oder in der Kirche, manchmal auch zwischendurch, unterwegs, in Massen oder im stillen Kämmerlein. Jeder Gottesdienst, an dem wir teilnehmen, ist auch ein Gebet. Aber obwohl wir so viel beten, passiert in unserem Leben nicht viel mehr Gutes als bei anderen, die das Gebet vernachlässigen oder gar nicht erst auf die Idee kommen, Gott um Hilfe zu bitten. Wie oft beten wir, ohne dass wir irgendwelche Früchte sehen?
Und wir geben nach, unser Gebet wird immer nachlässiger, unkonzentrierter, immer weniger muten wir Gott zu, Er könne oder wolle uns überhaupt noch helfen, wir sagen schon ganz ohne irgendeinem Hoffnungsschimmer, möge es doch kommen, wie es kommen soll, wir geben einfach auf. Das Gebet wird zur Routine, manchmal kommt es uns vor wie eine Pflicht, etwas, das erledigt werden muss, bevor wir schlafen, denn so war es ja schon immer.


Und dann kommt auch manchmal ein Gedanke, eine Versuchung, die uns leise zuflüstert: heute kannst du es mal sein lassen, heute bist du viel zu müde, hast viel um die Ohren, Gott wird schon wissen, was du brauchst und wird dir wohl vergeben, dass du mal in diesem ganzen Haufen von Pflichten und Aufgaben das ein oder andere Gebet auf morgen verschiebst.

Doch ein anderer Gedanke warnt mich davor, diese Momente des Gebets nicht aufzugeben, das Gebet nicht als Zauberformel zu betrachten, sondern als eine der wohl wichtigsten Gespräche, die ich über den Tag hinweg führe. Ich finde eine schöne Bezeichnung des Gebetes ist das „Gespräch mit Gott“.
Das Evangelium vom letzten Sonntag mit den zehn Geheilten, von denen nur einer dankbar zu Jesus zurückkehrte, zeigt für mich auf wunderbare Weise wie sehr uns im Gebet die Demut fehlt, wie sehr wir im Gebet nur uns sehen und nicht Gott, wie sehr unser Gebet oft zu einem egoistischen, einseitigem Aufzählen von Bitten ist, während wir so oft vergessen, was wir bereits erhalten haben und für wie viele Dinge wir dankbar sein sollten. Würden wir all dies jeden Tag aufzählen, so müssten wir wohl den ganzen Tag im Gebet verweilen.

Beten zu können, ist ein wunderbares Geschenk, das uns hilft, unsere Beziehung zu Gott jeden Tag zu erneuern, Ihm von unseren Sorgen und Nöten zu erzählen, aber vor allem auch von unseren Freuden und Glücksmomenten. Wie einem guten Vater, von dem wir wissen, dass er unser Bestes wünscht, können wir Ihm alles erzählen, im vollen Vertrauen, dass Er jedes Wort hört und auch erhört.

Es gibt keine unerhörten Gebete. Dass etwas nicht passiert, worum wir Gott gebeten haben, heißt nicht, dass Gott unser Gebet ignoriert, uns vergisst oder gar uns zum Trotz unser Bitten und Beten ohne Antwort lässt. Vielleicht ist es einfach nicht an der Zeit, uns den nächsten Wunsch zu erfüllen, vielleicht ist es einfach nicht das Beste für uns, worum wir bitten.

Das, was uns ein unerhörten Gebet zu sein scheint, ist in Wirklichkeit eine Chance, um unseren wahren Glauben, unser Vertrauen und unsere Demut unter Probe zu stellen. Dass wir trotz äußerlich nicht sichtbarer Früchte bei Gott bleiben und das Gebet nicht aufgeben, zeigt, dass wir ehrlichen Herzens an Gott als unseren Vater glauben, dass wir nicht an Gott als einen Weihnachtsmann glauben, der uns wie ein Zauberer am Laufband unsere Wünsche erfüllt.

Lernen wir so wie Jesus mit vollem Vertrauen zu sagen „Dein Wille geschehe“, und auf diese Weise Gott als unseren allmächtigen Vater voll Vertrauen anzunehmen.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Feanaro 17. Oktober 2019 
 

Gebet

@Klimakos, wie wahr, und gleichzeitig das Herz der Mystik Gottes, eine Freude für den der es sieht

Das Gebet ist Teilhabe an der Dreifaltigkeit, Er zieht uns in sein Sein hinein, denn wie könnten wir anders beten als durch Ihn am Kreuz, anders als inspiriert von ihm durch ein leises Flüstern Seines Hauchs, wie anders als in Demut vor Seinem Thron damit Er uns erhebt zu Seinem hörenden Ohr und in Seinem Schoß uns wiegt.
Denn in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir (Apg. 17,28) und Sein inneres Leben in Dreifaltigkeit will Er mit uns teilen. Wie wenige nehmen diese großherzige Einladung an.


4

0
 
 Klimakos 16. Oktober 2019 

Joh.14,23 "Wenn jemand mich liebt, wird er mein Wort halten; mein Vater wird ihn lieben und wir werden zu ihm kommen und bei ihm Wohnung nehmen."

Das hier wird oft übersehen.
In der Liebe wohnt allmächtige Gott in der Menschen Seele. Ist das nicht herrlich? Was braucht der Mensch mehr? - mehr geht nicht.


5

0
 
 lesa 16. Oktober 2019 

Danke für den schönen und wichtigen Beitrag! Gut erklärt!


6

0
 
 Diadochus 16. Oktober 2019 
 

Zerknirschtes Herz

Danke für den Kommentar, denn das Gebet ist existentiell. Es ist lebensnotwendig. Das Hauptproblem ist, dass viele Menschen überhaupt nicht mehr beten. Sie haben keine Ahnung mehr von Gott. Sie haben keine Ahnung mehr von sich selber. Wissen wir aber, wer Gott ist, dann wissen wir auch, wer wir selber sind. Wie Maria nehmen wir dann die entsprechende demütige Haltung ein, und können mit dem Psalmisten beten: "Herr, öffne du mir meine Lippen, so wird mein Mund dein Lob verkünden! Ein Gott wohlgefälliges Opfer ist ein reuiger Sinn; ein zerknirschtes und zerschlagenes Herz wirst du, o Gott nicht verschmähen." (Psalm 50, 17+19) "Vater unser, der du bist im Himmel, geheiligt werde Dein Name." (Lk. 11, 2) Das dürfen wir nie aufgeben.


5

0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Jugendkolumne

  1. Die Kirche in der Krise ihrer Glaubwürdigkeit
  2. Was ist wirklich noch von Bedeutung in den liebenden Armen Gottes?
  3. "Gott braucht nicht mehr als mein Senfkorn"
  4. Die Verheißung Gottes
  5. Das Licht der Kirche Christi
  6. Wo bleibt Gottes Barmherzigkeit?
  7. 'Der Herr ist mein Hirte. Nichts wird mir fehlen' (Psalm 23)
  8. Marias Mut
  9. In den Tränen Mariens
  10. Die Krankheit der Gesellschaft








Top-15

meist-gelesen

  1. Benedikt XVI.: „Vergelt’s Gott, lieber Georg, für alles“
  2. Rundumschlag statt geistige Auseinandersetzung
  3. "Möchte ich mich formell für die Klimaangst entschuldigen!"
  4. „Meine Zeit im Gefängnis“ – „Mein katholischer Glaube hat mich gestützt“
  5. Grüne wollen Ärzte zur Abtreibung zwingen!
  6. Der synodale Weg funktioniert nicht
  7. Kirchen verfehlen die Lebensrealität vieler Christen in Deutschland
  8. „Herr, ich bin da!“ – Georg Ratzinger über seine Primiz
  9. Wir knien nur vor dem allmächtigen Gott nieder!
  10. „Unser aller aufrichtige Anteilnahme gilt dem Papa emerito Benedikt XVI.“
  11. „Das Bekenntnis zur Wahrheit betrachtete Kardinal Meisner als heilige Pflicht“
  12. „Black Lives Matter“ fordert Auflösung der Kernfamilie
  13. „Der nächste Papst“: Welchen Herausforderungen muss er sich stellen?
  14. Papst mahnt "Gewissenserforschung" im Umgang mit Flüchtlingen an
  15. Trondheim bekommt nach elf Jahren wieder eigenen Bischof

© 2020 kath.net | Impressum | Datenschutz