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Schauplatz eines Tauziehens

10. August 2019 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Fünf Jahre nach der Massenflucht der Christen ist die Lage in der Ninive-Ebene weiterhin angespannt.


Mossul (kath.net/ Fides)
Fünf Jahre nach der Massenflucht, die über Nacht die Dörfer der Ebene von Ninive leerfegte, steht diese Region, die als historisches Siedlungsgebiet der einheimischen christlichen Gemeinden im heutigen Irak bekannt ist, nach wie vor im Zentrum von Spannungen zwischen der syrischen Armee und den Jahren des Konflikts mit Islamischen Staat (IS) auf ethnischer und sektiererischer Basis entstandenen Milizen.

In den vergangenen Tagen war die Ninive-Ebene Schauplatz eines Tauziehens zwischen der irakischen Armee und Kämpfern der „al-Haschd asch-Scha’bi“, den vorwiegend schiitischen und dem Iran nahe stehenden so genannten Volksmobilmachungskräften, die nach eigenem Angaben im Kampf gegen den Islamischen Staat und bei der Befreiung der IS-Hochburg Mossul eine nicht zu unterschätzende Rolle gespielt hatten. Die latenten Spannungen explodierten nachdem die irakische Armee versuchte, die Kontrolle über die Checkpoints in der Region zu erlangen, die noch immer weitgehend von den Milizen kontrolliert werden.


Am Montag, den 5. August, blockierten Anhänger der Mobilisierungskräfte mit Reifenbränden (auf dem Foto) die Hauptverbindungsstraßen, die Mosul mit anderen Teilen der Regionen verbinden, unter anderem auch mit Erbil, der Hauptstadt der autonomen Region Kurdistan. Die Demonstranten warfen auch Steine und stumpfe Gegenstände auf irakische Soldaten, um sie daran zu hindern, die Kontrolle über die Kontrollpunkte zu übernehmen.

Die Situation vor Ort bleibt angespannt und es kursieren widersprüchliche Informationen. Einerseits betonen die Sprecher der Volksmobilmachungskräfte von einer Einigung mit den Regierungsbehörden und eine gemeinsame Verwaltung der militärischen Kontrolle des Gebiets mit dem Ziel, Stabilität zu gewährleisten und gemeinsam gegen ehemalige Mitglieder des Islamischen Staates vorzugehen. Andererseits hat der irakische Premierminister Adel Abdul Mahdi einen Beschluss bestätigt, der darauf abzielt, die von al-Haschd asch-Scha‘bi kontrollierten bewaffneten Check-points abzubauen, um die die Sicherheit in der Region der Zentralregierung zu unterstellen.

Die Zusammenstöße zwischen der Armee und den Anhängern der Miliz in der Region bestätigen, dass die Lage in der Ninive-Ebene weiterhin ein instabil ist, vor allem aus Sicherheitsgründen. Dieser Umstand erschwert auch die erhoffte Rückkehr in das Gebiet von Zehntausenden von Christen, die in der Nacht vom 6. auf den 7. August 2014 gezwungen waren, ihre Dörfer auf der Flucht vor den dschihadistischen Milizen des IS zu verlassen.

Foto: (C) Kirche in Not


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