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Vatikan fordert offiziell Weiterversorgung von Komapatient

22. Mai 2019 in Prolife, 2 Lesermeinungen
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Ethik-Fachstellen des Vatikan: Abbruch der künstlichen Ernährung für Franzosen Vincent Lambert würde "schwere Verletzung der Personenwürde" darstellen


Vatikanstadt-Paris (kath.net/KAP) In der Kontroverse um den französischen Komapatienten Vincent Lambert hat sich der Vatikan nun offiziell zu Wort gemeldet und für eine Fortsetzung der Ernährung plädiert. Ein Abbruch der Versorgung mit Nahrung und Flüssigkeit würde eine "schwere Verletzung der Personenwürde" darstellen, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Erklärung der Vatikanbehörde für Laien, Familie und Leben und der Päpstlichen Akademie für das Leben.

Der "vegetative Status" eines Komapatienten beeinträchtige weder dessen Menschenwürde noch seine Grundrechte auf Leben und elementare Betreuung. Ernährung und Flüssigkeitszufuhr stellten in keinem Fall die Fortsetzung einer aussichtslosen Therapie dar, solange der Organismus die Stoffe aufnehmen könne und die Person dadurch keine unerträglichen Schmerzen oder Schädigungen erleide, so die Ethik-Fachstellen des Vatikan.

Umgekehrt sei die Aussetzung einer solchen Pflege als ein Im-Stich-Lassen des Kranken zu sehen, heißt es weiter. Unterzeichnet ist die Erklärung von Kardinal Kevin Farrell, dessen Behörde für lebensethische Fragen zuständig ist, und von Kurienerzbischof Vincenzo Paglia als Präsident der ebenfalls mit bioethischen Themen befassten päpstlichen Akademie.

Der 42-jährige Lambert liegt seit einem Motorradunfall 2008 in einer Art Wachkoma. Ein französisches Ärzteteam hatte entsprechend dem Wunsch seiner Ehefrau entschieden, die künstliche Ernährung von Lambert am Montag zu beenden. Nach dem Widerspruch der katholischen Eltern entschied hingegen am Montagabend ein Pariser Gericht, dass die Versorgung wieder aufgenommen werden müsse, bis der UN-Ausschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderungen entschieden habe.

Papst Franziskus hatte sich am Montag mit einem Tweet indirekt zum Fall Lambert geäußert. "Wir beten für Menschen, die mit schweren Gebrechen leben. Bewahren wir das Leben, die Gabe Gottes, vom Anfang bis zum natürlichen Ende", schrieb das Kirchenoberhaupt am Montagmittag. Man dürfe "der Wegwerfkultur keinen Raum" geben.

Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


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Lesermeinungen

 Konrad Georg 22. Mai 2019 
 

Der Fall von Vincent Lambert ist außergewöhnlich

Er hat einen schweren Defekt im Hirn, ist aber sonst robust gesund. Er hat schon 2013 eine Ver-Hungerkur über 31 Tage ohne Nahrung durchgestanden. Niemand weiß, wieviel der Geschädigte von seiner Umwelt wahrnimmt, ohne es mitteilen zu können.
Nahrungsentzug ist keine Sterbehilfe.
Unser Papst sollte die katholischen Franzosen auffordern, neun Tage ein Vater unser zu beten um ein Wunder für ihren Landsmann und seine zerstrittene Familie.


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 Hubert_2 22. Mai 2019 
 

Heikel

Das Problem mit dem 'natürlichen Tod' ist ja, dass die moderne Medizin diesen in vielen Fällen hinaus schieben kann. Wahrscheinlich haben wir im Fall Lambert auch so ein artifizielles Weiterleben unter enormen Kosten. Wie dieser Patient seine Situation sieht, weiß er nicht, und kann es erst Recht nicht mitteilen.
Anders ist es bei häufig sehr alten Leuten, die schlicht nicht mehr weiterleben wollen, und Medikamente, Essen und Trinken mehr oder wenig offen verweigern.Offen gestanden, finde ich es durchaus natürlich. dass moribunde Menschen nicht mehr trinken und an Infusionen hängen wollen.Auch wenn es da keine klare Grenze zum passiven Selbstmord gibt.


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