Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Was interessiert mich das Geschwätz von Rom...
  2. Papst warnt vor eigenmächtigen Änderungen bei der Messe
  3. Wenn sich Gratismut in Angst verwandelt
  4. Katholiken fordern Exkommunikation der „katholischen“ US-Gouverneurin Maura Healey
  5. „Trägt der synodale Prozess dazu bei, die Seelen Christus und dem ewigen Heil näherzubringen?“
  6. Bußgeldverfahren gegen Schüler nach Weigerung an LGBT-Workshop teilzunehmen
  7. 500 Euro für ein Sakrament oder was ist das wirkliche Problem?
  8. "Ich würde Kinderbetreuung nicht als Arbeit sehen, sage ich Ihnen ganz ehrlich"
  9. Katholische Beerdigung für italienischen Gitarristen wurde abgesagt, weil er Freimaurer war
  10. Warum der Teufel das Braune Skapulier so sehr hasst!
  11. Das Kirchenjahr als Weg durch die Heilsgeschichte. Dem Gottesdienst soll nichts vorgezogen werden!
  12. ‚Waldbrände in der Kurie‘
  13. Schwuler Aktivist übt scharfe Kritik an Jens Spahn: „Es gibt kein Grundrecht auf ein Kind!“
  14. Influencerin bezeichnet Trans-Politiker als Mann: zu zwei Jahren Hausarrest verurteilt
  15. Der integre Leib der Gottesmutter und ihr unbeflecktes Herz

Frau, dein Glaube ist groß! Die Gnade, die Grenzen überschreitet

vor 58 Minuten in Aktuelles, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Leo XIV.: Von der Auferstehungshoffnung zur Sendung der Kirche in einer nach Frieden suchenden Welt. Die Gnade, die im Verborgenen wirkt, die Würde jedes Menschen und die Berufung der Kirche, Grenzen zu überschreiten. Von Armin Schwibach


Castel Gandolfo (kath.net/as) Auf der Piazza della Libertà vor dem Apostolischen Palast in Castel Gandolfo knüpfte Papst Leo XIV. beim Angelus am Zwanzigsten Sonntag im Jahreskreis an das Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel vom Vortag an. Er erinnerte daran, dass die Jungfrau Maria in ihrer unauflöslichen Beziehung zu ihrem Sohn betrachtet worden sei. Nicht einmal der Tod könne jene Gemeinschaft von Leib und Seele unterbrechen, „die ewiges Leben ist“. Jeder Sonntag erinnere daran, dass dieselbe Fülle jenen vorbehalten sei, die Jesus nachfolgten: Seine Auferstehung sei „kein vergangenes Ereignis, sondern neues Leben, in das auch wir mithineingenommen sind“.

Diese Wirklichkeit des neuen Lebens stellte Leo XIV. anschließend in den Zusammenhang mit der kanaanäischen Frau, die im Evangelium des Tages im Mittelpunkt stand (Mt 15,21–28). Sie gehöre nicht zum Volk Jesu und lebe in einer fremden Gegend. Dennoch versuche sie beharrlich, mit Jesus zu sprechen, und folge ihm dabei wie eine Jüngerin, die bereits eine Bindung zu ihm habe. Eigentlich müssten die beiden einander niemals begegnet sein. Doch der Glaube sei auf geheimnisvolle Weise bereits in ihr erwacht. Sie wolle nichts für sich selbst, sondern Frieden für ihre leidende Tochter, und sie vertraue auf Jesus, in dem sie den Messias, den Nachkommen Davids, erkenne. Der Evangelist verschweige dabei nicht die Hindernisse, denen diese Frau begegne. Die Jünger betrachteten sie als eine lästige Person, und auch Jesus selbst widersetze sich zunächst ihrem Bitten. Er habe sich in jene Gegend zurückgezogen, und man könne sich vorstellen, dass er dort, wie schon bei anderen Gelegenheiten, einen abgelegenen Ort suche, an dem er beten und seine Jünger unterweisen könne. Doch gerade in diesem Augenblick geschehe etwas Unerwartetes.


Hier werde ein wesentlicher Zug des Gehorsams Jesu gegenüber seiner Sendung sichtbar. Er vollbringe seine Sendung, indem er sich von dem, was er sehe und höre, berühren lasse. Die Begegnung mit der kanaanäischen Frau werde damit nicht zu einer Unterbrechung seines Weges, sondern zu einem Ort, an dem sich der bereits in ihr wirkende Glaube zeige. Am Ende antworte Jesus auf ihren Glauben: „Frau, dein Glaube ist groß. Es soll dir geschehen, wie du willst“ (Mt 15,28).

Von dieser Begegnung aus führte Leo XIV. den Blick auf die Kirche. Auch heute könne sich die Kirche „vom Wirken Gottes überraschen lassen“ und den Frieden Christi „über die bereits gezogenen Grenzen hinaus weitergeben“. Ihre Mission werde durch die göttliche Gnade vorweggenommen, die „im Verborgenen der Gewissen wirkt“. Deshalb müsse die Kirche bereit sein, Gottes Wirken auch dort wahrzunehmen, wo es ihren eigenen Vorstellungen und Plänen vorausgehe. Bei jeder Begegnung müsse sie deshalb „die Ohren spitzen, die Augen öffnen und das Herz für das öffnen, was Gott uns sagen will“. Dies gelte „selbst bei jenen, die unsere Pläne durcheinanderbringen“. Denn gerade eine solche Begegnung könne sichtbar machen, was Gott bereits im Menschen wirke. Die Kirche dürfe daher nicht nur das erwarten, was in ihre eigenen Vorstellungen passe. Sie müsse hören, sehen und erkennen, wo die Gnade Gottes bereits wirksam sei. Von der kanaanäischen Frau lerne die Kirche „Demut und Entschlossenheit“. Ihr Glaube zeige, „dass Gottes Tisch für alle gedeckt ist und dass niemand nur mit den Krümeln vorliebnehmen muss“ (vgl. Mt 15,26–27). Alle hätten beim Vater einen eigenen Platz. Die Heilsgabe Gottes sei daher nicht einer Gruppe vorbehalten. Im Glauben dieser Frau werde vielmehr sichtbar, dass der Tisch Gottes für alle gedeckt sei. Im Licht dieses Glaubens würden „jene Ungleichheiten, Diskriminierungen und Barrieren unerträglich, die die Würde allzu vieler Söhne und Töchter Gottes mit Füßen treten“. Wenn jeder Mensch beim Vater einen eigenen Platz habe, könnten Grenzen, die Menschen voneinander trennten und ihre Würde verletzten, nicht als letzte Ordnung der Wirklichkeit gelten.

Von hier aus richtete Leo XIV. den Blick auf die Kirche in der Welt: „Wir sind die Kirche Jesu Christi in einer von Unfrieden geplagten Welt, die nach Frieden sucht“. Die Kirche stehe somit inmitten einer Welt, die nach Frieden suche. Sie sei gerufen, den Frieden Christi weiterzugeben und dabei jene Grenzen zu überschreiten, die Menschen voneinander trennten. Dafür verwies der Papst auf Maria und ihre Fürsprache. „Bitten wir Maria, unsere Mutter, sie möge für uns Fürsprache einlegen“. In Maria werde eine Haltung des Glaubens sichtbar, die die Wirklichkeit nicht allein nach dem Augenschein beurteile. Das Magnifikat sei, so zitierte Leo XIV. aus seiner Enzyklika Magnifica humanitas, „die kraftvollste und wegweisendste Hymne, die je gesungen wurde“ (Magnifica humanitas, 244). Das Magnifikat sei „der Lobgesang derer, die die Wirklichkeit bereits mit den Augen Gottes sehen und deshalb nicht die Hoffnung verlieren und mit Liebe handeln“.

Maria sieht die Wirklichkeit mit den Augen Gottes. Deshalb verliert sie die Hoffnung nicht und handelt mit Liebe. In dieser Haltung findet auch die Sendung der Kirche ihren Maßstab: Sie soll erkennen, was Gott bereits wirke, den Menschen mit seiner Würde sehen und den Frieden Christi weitergeben.

Foto (c) Vatican Media

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. Wenn sich Gratismut in Angst verwandelt
  3. "Mit Leib und Seele bei Gott – unsere Berufung zur Vollendung"
  4. "... der Sieg, der die Welt besiegt hat, ist unser Glaube” (1 Joh 5,4)"
  5. Bußgeldverfahren gegen Schüler nach Weigerung an LGBT-Workshop teilzunehmen
  6. Katholische Beerdigung für italienischen Gitarristen wurde abgesagt, weil er Freimaurer war
  7. Bischof Hansen/Oslo kündigt Diözesansynode an – Keine Abstimmung über die kirchliche Lehre
  8. "Ich würde Kinderbetreuung nicht als Arbeit sehen, sage ich Ihnen ganz ehrlich"
  9. Influencerin bezeichnet Trans-Politiker als Mann: zu zwei Jahren Hausarrest verurteilt
  10. Präfekt des Dikasteriums für die Gesetzestexte: Kirchenrecht soll dem Heil der Seelen dienen
  11. Expertin fordert nach Aufsichtsversäumnissen in den Provinzen nun nationalen Sterbehilfe-Watchdog
  12. Ein Fall für den Staatsfunk: Wie Georg Restle Verschwörungsmythen als „Haltung“ verkauft
  13. Trauer im Bistum Hongkong: Ältester Trappist der Welt im Alter von 108 gestorben
  14. Frankreich: Massenansturm auf Kartenreservierungen für die Papst Leo-Reise!
  15. Frau, dein Glaube ist groß! Die Gnade, die Grenzen überschreitet

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz