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Bischof Hansen/Oslo kündigt Diözesansynode an – Keine Abstimmung über die kirchliche Lehre

10. August 2026 in Interview, 2 Lesermeinungen
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„Eine Diözesansynode ist keine demokratische Versammlung. Als Bischof bin ich zudem verpflichtet, all das von der Synode auszuschließen, was der kirchlichen Lehre widerspricht oder sie infrage stellt.“ Interview von Hans Rossiné/Bistum Oslo


Oslo (kath.net/Den katolske kirke.no/pl) Bischof Fredrik Hansen hat die erste Diözesansynode für die katholische Diözese Oslo angekündigt, es wird noch vor dem Olaf-Jubiläum 2030 stattfinden. Dazu gab er dem Pressesprecher des Bistums, Hans Rossiné, ein Interview. kath.net dokumentiert das Interview „‚Wir brauchen eine gemeinsame Vision‘“ auf der Website des Bistums Oslo in voller Länge in eigener Übersetzung:

Pressesprecher Hans Rossiné: Warum jetzt eine Synode vor 2030, Bischof Fredrik?

Bischof Fredrik Hansen: Vor einiger Zeit habe ich gesagt, dass unsere Diözese Gespräche und Planung braucht. Wir haben eine Größe erreicht, bei der wir eine gemeinsame und ausgearbeitete Vision für das Leben der Ortskirche benötigen – wofür wir stehen und wohin wir uns entwickeln wollen. Man nennt dies üblicherweise einen Pastoralplan. Etliche unserer Pläne und Richtlinien sind veraltet, und in den letzten Jahren hat sich sehr viel getan. Die Zeit ist daher reif für einen gründlichen und umfassenden Dialog, um die Diözese auf das nächste Jahrzehnt vorzubereiten.

In der Kirchengeschichte bildet die Diözesansynode den Rahmen für eine solch gründliche Bestandsaufnahme und die Ausarbeitung von Pastoralplänen und anderen Dokumenten, insbesondere von diözesanen Rechtsvorschriften. Dies lässt sich deutlich an den Synoden erkennen, die der heilige Karl Borromäus, der große Reformbischof von Mailand, im Einklang mit den Vorgaben des Konzils von Trient abhielt.


Rossiné: Eine Synode ist normalerweise ein langwieriger Prozess. Was werden die größten Herausforderungen sein?

Bischof Hansen: Die erste und wahrscheinlich größte Herausforderung ist die umfassende Konsultation der gesamten Diözese. Und hier kann ich konkret werden. Zwei wichtige Bestandteile eines Pastoralplans werden für uns die Katechese und die Seelsorge in verschiedenen Sprachen sein. Dies sind zentrale Aspekte der Arbeit in unseren Pfarreien; man denke nur daran, wie viele junge Menschen Unterricht erhalten und wie viele Messen in anderen Sprachen als Norwegisch gefeiert werden.

Um zu einem umfassenden und zukunftsweisenden Plan für die Diözese zu gelangen, müssen wir Informationen und Fakten zusammentragen, damit wir uns an der Realität orientieren. Es reicht nicht aus, nur zu sehen, was im Großraum Oslo geschieht. Ebenso wichtig ist es, Rückmeldungen aus Tynset, Flekkefjord und Eid zu erhalten.

Rossiné: Wie sollen dabei möglichst viele Menschen einbezogen werden?

Bischof Hansen: Hier wird derzeit an den Einzelheiten und den verschiedenen Phasen der Konsultation gearbeitet. Zunächst wird es eine eher „institutionelle“ Konsultation geben, bei der Kommissionen und Räte der Diözese, Klöster, Pfarrgemeinderäte, Schulen und Organisationen gebeten werden, sich als Gremien zu äußern. Danach folgt eine allgemeinere Konsultation, bei der alle Gläubigen, denen etwas am Herzen liegt, ihre Meinung äußern können. Dies soll im Rahmen von sogenannten „Konsultationstreffen“ in den Pfarreien geschehen – etwa beim Kirchenkaffee nach den Sonntagsmessen – sowie über ein elektronisches Formular.

Der Grund für den großen Umfang dieser Konsultation liegt auch darin, dass unsere Diözese – wie alle Diözesen – eine Auswertung zur „Weltsynode über Synodalität“ vorlegen muss, die von Papst Franziskus initiiert wurde. Deshalb beginnen wir jetzt und müssen das Konsultationsverfahren bis zum Frühjahr abschließen, um unsere Stellungnahme an die Bischofskonferenz zu übermitteln.

Rossiné: Es wurde darauf hingewiesen, dass eine Synode kein gewöhnlicher demokratischer Prozess ist, sondern ein gemeinsamer Weg unter der Führung des Heiligen Geistes. Was denken Sie darüber?

Bischof Hansen: Das ist richtig. Eine Diözesansynode ist keine demokratische Versammlung. Als Bischof bin ich zudem verpflichtet, all das von der Synode auszuschließen, was der kirchlichen Lehre widerspricht oder sie infrage stellt. Wir haben nicht über Glaubens- und Moralfragen zu entscheiden.

Bei unserer Synode geht es darum, dass wir als Ortskirche im Gebet zusammenkommen, auf der Grundlage umfassender Fakten eine gründliche Bestandsaufnahme vornehmen und zu konkreten Plänen und Dokumenten gelangen, die mir als Bischof vorgelegt und von mir zur Entscheidung gebracht werden.

Die Arbeitsweise wird der des Zweiten Vatikanischen Konzils ähneln: eine Vorbereitungsphase, in der Vorschläge ausgearbeitet werden; mehrere große Versammlungen oder Tagungen zu diesen Vorschlägen unter Beteiligung von Vertretern aus dem gesamten Bistum; sowie die Weiterarbeit an den Texten in den Zeiträumen zwischen diesen Treffen.

Obwohl das Kirchenrecht gewisse Richtlinien dafür vorgibt, wer an einer Diözesansynode teilnehmen soll, muss die Vorbereitungskommission diese noch konkretisieren. Was die Teilnahme an den Versammlungen betrifft, so sprechen wir wahrscheinlich von etwas, das einem erheblich erweiterten Pastoralrat ähnelt.

Weitere kath.net-Beiträge über Bischof Hansen: siehe Link.

Foto Bischof Hansen (c) Bistum Oslo


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Lesermeinungen

 SalvatoreMio 10. August 2026 
 

Die Nordische Bischofskonferenz

@girsberg: Genau! Von ihr kann man noch etwas Vernünftiges lernen. Vor wenigen Jahren konnte ich die Herren in Osnabrück aus nächster Nähe sehen und sprechen. Das war ein Gewinn.


2
 
 girsberg74 10. August 2026 
 

Hier stimmt die Richtung !


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