Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Antwerpens Bischof Bonny droht jetzt dem Papst
  2. Vatikan genehmigte 2025 in 34 Diözesen die Feier der Alten Messe in Pfarrkirchen
  3. Ist der Islam ‚eine alternative Form des byzantinischen Christentums‘?
  4. Zehn Jahre ‚Amoris laetitia‘ – Die Kunst, eine Lehre zu ändern, ohne sie zu ändern
  5. 'Amoris Laetitia' oder das Lehramt, das sich selbst abschafft
  6. Asymmetrisch blinder Blick auf die deutsche Landschaft
  7. Die Deutsche Bischofskonferenz will keine 'Demontage' des deutschen Staatsfunks
  8. Tschechischer Bischof Holub meint: Neuer Ritus ist 'wesentlich' für Synodalität
  9. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  10. Bischöfe beauftragen Familien als Missionare
  11. US-Diözese führt Rosenkranzwochenende ein
  12. ‚Der Segen für Marie-Garance war auch ein Segen für ihre biologischen Eltern‘
  13. Papst versetzt umstrittenen Kurienkardinal Gambetti vom Petersdom in die Provinz
  14. „Meine Lieben! Darum soll der Rosenkranz nicht vergessen auf dem Boden einer Schublade liegen“
  15. Vatikan bestätigt Sexualverbrechen des toten Ordensgründers Buela

Der Papst und der König: Ein Ziel, unterschiedliche Wege

30. März 2019 in Weltkirche, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Süße Datteln gab es zur Ankunft des Papstes in Marokko, dann ging es thematisch zur Sache: Religionsfreiheit, Migration, Dialog mit dem Islam, aber auch die Jerusalem-Frage spielte eine Rolle - Kathpress-Korrespondentenbericht von Stefanie Stahlhofen


Rabat (kath.net/ KAP)
Beide fahren gemeinsam vom Flughafen zum Hassan-Turm in Rabat, jedoch jeder im eigenen Gefährt. König Mohammed VI., einer der reichsten Könige der Welt, kommt per Limousine, der Papst im Papamobil. Dass beide auch inhaltlich in einigen Punkten das gleiche Ziel haben, zeigte sich auch in den anschließenden ersten Reden.

Das Wetter ist getrübt, die Stimmung nicht: Schon an den Zufahrtswegen sind Menschen versammelt, trotz des Nieselregens. Beim Hassan-Turm, wo der erste Programmpunkt stattfindet, sind es nach staatlichen Angaben 12.000. Das Publikum ist bunt gemischt: Migranten, Diplomaten, Marokkaner und Angehörige verschiedener Religionen, etwa des Judentums, sind gekommen, um die Ansprache des Papstes zu hören.

In den vorderen Reihen ist es voll, weiter hinten noch etwas Luft, dort funktionieren einige der Zuhörer auch schon mal kurzerhand freie Stühle zum Regenschutz um. Für den Papst und den König gibt es hingegen echte Regenschirme, damit sie die letzten Meter Fußweg zum Hassan-Turm trocken erreichen.

König Mohammed VI., Staatsoberhaupt und religiöser Führer in Personalunion, tritt erster ans Rednerpult. Gehüllt in einen schlichten erdfarbenen Kaftan wechselt er fließend zwischen Arabisch, Spanisch, Französisch und Englisch.


Vier Sprachen, eine klare Botschaft: "Als König von Marokko und Führer der Gläubigen bin ich der Garant der freien Religionsausübung. Ich bin der Führer aller Gläubigen", sagt er. Als dieser könne er nicht über das Land des Islam reden, als ob dort nur Muslime lebten - so der König, in dessen Land der Islam Staatsreligion ist und 99 Prozent der Bevölkerung dem sunnitischen Islam angehören. Explizit sagt er: "Ich schütze marokkanische Juden, wie Christen aus anderen Ländern, die in Marokko leben."

Vom Publikum bekommt der König großen Applaus für seine Rede, in der er auch Radikalismus verurteilt. Auch Papst Franziskus stimmt ihm in seiner anschließenden Rede in diesem Punkt zu, verurteilt die Instrumentalisierung der Religionen um "Mord, Exil, Terrorismus oder Unterdrückung" zu rechtfertigen. Was die Religionsfreiheit angeht, macht der Papst hingegen deutlich, dass sich Gewissens- und Religionsfreiheit "nicht auf die Kultfreiheit allein beschränkt, sondern jedem erlauben muss, entsprechend der eigenen religiösen Überzeugung zu leben." In Marokko gibt es bei der Religionsfreiheit nämlich noch Luft nach oben, besonders Konvertiten werden geächtet. Dennoch gab es auch vom König zum Ende der Rede Franziskus' leisen Applaus.

Bei einem anderen wichtigen Thema zeigten Franziskus und Mohammed VI. sich hingegen sehr einig: In der Jerusalemfrage. Beide unterzeichneten am Nachmittag im Palast eine Erklärung, die den Sonderstatus Jerusalems als heilige Stätte betont. Der spezifisch "multireligiöse Charakter" müsse gewahrt werden, friedliches Zusammenleben, gegenseitiger Respekt und Dialog der drei Weltreligionen gefördert. In der Erklärung fordern beide daher auch freien Zugang aller Gläubigen und freie Glaubensausübung. Gerade angesichts der erneut angespannten Situation im Nahen Osten setzen beide damit ein deutliches Zeichen für interreligiösen Dialog und Frieden.

Welche Bedeutung dabei Bildung spielt, hatte der König in seiner Rede auch betont. Umsetzen will er dies mit einem 2015 eröffneten Ausbildungszentrums für Imame, Prediger und Predigerinnen in Rabat, das beide im Anschluss besuchten. Papst Franziskus hatte bereits am Nachmittag bei seiner ersten programmatischen Rede auch das Thema Migration angesprochen. Er ging auf die Rolle Marokkos als "natürliche Brücke Afrikas nach Europa" ein. Die Kirche in Marokko wird stark von Migranten geprägt, zudem ist der Mahgreb-Staat sowohl Ziel-, und Transit- wie auch Ursprungsland von Migranten.

Zum Ende seines ersten Besuchstages zeigt Franziskus, wie wichtig ihm das Thema ist - da trifft er am Sitz der Caritas der Erzdiözese Rabat mit Migranten zusammen. Allein das ist ein erneutes Zeichen von Solidarität. Mehrfach gab der Papst schon in der Vergangenheit seine Maxime für den Umgang mit Migranten aus: aufnehmen, schützen, fördern und integrieren.

Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Marokko

  1. Papst besucht kirchliches Sozialzentrum in Marokko
  2. Marokkos vergessene Christen
  3. Vatikan veröffentlicht Reiseprogramm des Papstes nach Marokko







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. USA: Frauen klagen Planned Parenthood wegen Druck in Richtung Abtreibung
  3. Ist der Islam ‚eine alternative Form des byzantinischen Christentums‘?
  4. Erschütterndes Historiendrama: Netflix-Serie „Fauda“ verarbeitet den Terror des 7. Oktober
  5. Muslimische Organisation: ‚In 45 Jahren wird Frankreich wieder katholisch‘
  6. Frankreichs neue „Generation Leo“: Warum die Jugend plötzlich wieder zum Papst strömt
  7. „Er befiehlt seinen Engeln, dich zu behüten auf all deinen Wegen“ (Psalm 91)
  8. 'Amoris Laetitia' oder das Lehramt, das sich selbst abschafft
  9. Die Deutsche Bischofskonferenz will keine 'Demontage' des deutschen Staatsfunks
  10. Thérèse von Lisieux und die ‚Süßigkeit‘ eines Buches über die Apokalypse
  11. Gesetzesvorschlag zum Verbot von Konversionstherapien in Nordirland ist ‚gefährlich‘
  12. 'Jesus macht alles und ich nichts'
  13. UN-Bevölkerungsfonds berichtet über das Leid der Frauen in Gaza
  14. Rosenkranzmonat Oktober steht im Zeichen des Friedens
  15. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz