Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Nicht Bruch, sondern lebendige Tradition - Wider den Missbrauch der Liturgiereform
  2. Kard. Sarah: „Die Abneigung gegen Latein und Gregorianik wird mit der 68er-Generation verschwinden“
  3. Rom sollte in Deutschland endlich Bischöfe einsparen und Bistümer zusammenlegen!
  4. Die Krise des Bischofsamtes
  5. Papst Leo: „Die Welt durchlebt eine besonders unruhige Phase“
  6. Die Hölle, eine verschwiegene Wahrheit
  7. Deutschland: 2024 waren nur noch 43 % der Bestattungen christlich
  8. Caroline Bosbach: „Linkspartei erklärt evangelikale Christen zum Feindbild“
  9. Polnischer Primas in Jasna Góra: „Recht auf Leben von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod“
  10. Ist ein linker Punksänger klüger als Bischof Feige?
  11. US-Diözesen mit ungewöhnlich hoher Zahl an Priesterweihen
  12. „Es gibt keinen notwendigen Widerspruch zwischen Synodalität und Tradition“
  13. Erzdiözese Mexiko will angemessenes Begräbnis für abgetriebene und nach der Geburt gestorbene Babys
  14. Ehemaliges Priesterseminar auf Long Island soll muslimisches Internat werden
  15. R.I.P. Dolly Parton

Papst: Missbrauch konsequent weltlicher Justiz melden

3. März 2019 in Weltkirche, 4 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Franziskus empfing Begründer der Schweizer "Wiedergutmachungsinitiative" und zwei Missbrauchsopfer in Privataudienz - Kardinal Koch: Anti-Missbrauchsgipfel muss nun in Ortskirchen umgesetzt werden


Zürich-Vatikanstadt (kath.net/KAP) Sexuelle Übergriffe müssten mit aller Konsequenz den weltlichen Gerichten gemeldet werden. Dies sagte Papst Franziskus laut Guido Fluri, dem Begründer einer "Wiedergutmachungsinitiative", am Samstag bei einer Privataudienz mit zwei Opfern aus der Schweiz. Das Oberhaupt der katholischen Kirche entschuldigte sich bei den beiden stellvertretend für alle Schweizer Missbrauchsopfer. Franziskus habe "aus tiefstem Herzen um Vergebung gebeten", schilderte Fluri gegenüber dem Schweizer katholischen Medienzentrum "kath.ch" die Begegnung. Fluri hatte den aus der Schweiz stammenden Kurienkardinal Kurt Koch um ein solches Treffen mit zwei Missbrauchsopfern gebeten, dieser war bei der Privataudienz anwesend.

Die von ihm vertretenen Opfer aus der Schweiz erwarteten konkretere Konsequenzen als beim jüngsten Anti-Missbrauchsgipfel in Rom, habe Fluri dem Papst gesagt: "Die wollen Antworten. Was geschieht jetzt?" Papst Franziskus habe daraufhin gesagt: Missbrauchsfälle sollen mit allen Konsequenzen den weltlichen Gerichten gemeldet werden, um die Gesellschaft vor diesen Tätern zu schützen. Denn diese seien "monströs" und "krank", berichtete über die Worte des Papstes. "In dieser Deutlichkeit habe ich das bisher von Papst Franziskus nicht gehört", sagte Fluri gegenüber "kath.ch". Franziskus habe bei dem 40-minütigen Treffen von der Kirchen- und der Weltgemeinschaft gesprochen. Die Kirche habe die Verantwortung, die Täter den weltlichen Gerichten zuzuführen.


Fluri zeigte sich überzeugt, dass dies nicht nur leere Worte sind. "Ich habe das als sehr überzeugend wahrgenommen. Der Papst hat keine andere Wahl", so der Initiator der Wiedergutmachungsinitiative.
Opfer sind keine Nummern

Kardinal Koch bekräftigte gegenüber "kath.ch" die klaren Worte des Papstes. Wenn ein Priester oder eine Nonne sich vergehe, sei dies nicht nur ein religiöses, sondern auch ein menschliches Verbrechen, sagte der Papst laut Koch. Deshalb müsse die Gesellschaft vor solchen Tätern geschützt und der Fall den staatlichen Behörden gemeldet werden.

Für den Papst seien die Opfer keine "Nummern" - eine Erfahrung, die Missbrauchsopfer aus Kinderheimen oftmals gemacht hätten. Sie seien vielmehr Menschen mit einer Leidensgeschichte. Im Namen der ganzen Kirche habe der Papst bei den beiden Schweizern für das Geschehene um Verzeihung gebeten. Dabei sei Franziskus sich bewusst, dass eine eigentliche Wiedergutmachung des Geschehenen kaum möglich sei. "Umso notwendiger ist die Entschuldigung. Ich hatte den Eindruck, dass diese den Opfern wichtig war", so Koch gegenüber "kath.ch".

"Erlebtes werde ich ein Leben lang nicht los"

Laut Fluri ist es tatsächlich wichtig, "dass diese Anerkennung kommt, damit ein Stück Versöhnung geschehen kann." Viele hätten jahrelang die Erfahrung gemacht, dass die Übergriffe relativiert wurden. "Kath.ch" berichtete über eine heute 75-jährige Frau, die den Papst traf und ihre Geschichte am Samstag Kardial Koch erzählte. Als Zögling in einem Heim sei sie Opfer von Übergriffen geworden: "Was ich dort erlebt habe, werde ich ein Leben lang nicht los."

Zur päpstlichen Entschuldigung meint sie: "Es ist gut, dass er das macht, aber man kann es nicht rückgängig machen. Vielleicht nützt es anderen." Sie hofft dennoch, dass sich in der katholischen Kirche jetzt etwas ändert, "dass sie etwas machen, damit das nicht mehr geschieht."

Auch Kardinal Kurt Koch betont, dass das, was am Anti-Missbrauchsgipfel gesagt und erarbeitet wurde, nun umgesetzt werden müsse. "Rom muss klare Vorgaben geben und diese müssen durch die Ortskirchen in den einzelnen Ländern umgesetzt werden." Er sei zuversichtlich, dass dies geschehe, sagt der Kardinal gegenüber "kath.ch".

Die von Guido Fluri, einem Schweizer Unternehmer, initiierte Wiedergutmachungsinitiative setzt sich für Verdingkinder und Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen in der Schweiz ein. Sie hat sowohl die wissenschaftliche Aufarbeitung zum Ziel als auch die Errichtung eines Fonds in der Höhe von 500 Millionen Schweizer Franken zugunsten der Opfer. Das Schweizer Parlament setzte mit dem "Bundesgesetz über die Aufarbeitung der fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen vor 1981" die Anliegen der Initiative teilweise um.

Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Missbrauch

  1. Papst an Italiens Kirche: Bei Missbrauch Mut zur Wahrheit
  2. Zwei (renommierte und namentlich bekannte) Missbrauchsopfer „blitzen mit ihren Protesten ab“
  3. Papst spricht drei Stunden mit Missbrauchsopfern aus Belgien
  4. Causa Rupnik: Papst bittet um Geduld für laufenden Vatikan-Prozess
  5. Massive Kritik am „Spiegel“ nach skandalösem Artikel über „Dragqueen“ Jurassica Parka
  6. „Kardinal Marx und Bischof Bätzing werden voraussichtlich in der Trierer Studie berücksichtigt“
  7. Vatikan ernennt Richterinnen und Richter im Fall Rupnik
  8. New Mexico klagt Meta, Mark Zuckerberg wegen Ermöglichung der sexuellen Ausbeutung von Kindern
  9. Synode über Synodalität verwendet Bilder von Marko Rupnik
  10. Missbrauchsexperte Zollner: ‚Keine Kultur der Rechenschaftspflicht’ in der Kirche






Top-15

meist-gelesen

  1. EILT - Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns JETZT!
  2. Wer ist Jesus Christus für mich? Der Glaube als tägliche Entscheidung
  3. „Es gibt keinen notwendigen Widerspruch zwischen Synodalität und Tradition“
  4. Britische Regierung verweigert finnischer Abgeordneter Räsänen die Einreise
  5. Erfrischung für Rom: Als ein Papst die Piazza Navona unter Wasser setzte
  6. Polnische Salvatorianer boten Workshop für Ministrantendienst im klassischen Ritus an
  7. Irland: 30 Prozent Rückgang bei katholischen Taufen in zehn Jahren
  8. Ein Wunder der Vorsehung
  9. Die Krise des Bischofsamtes
  10. Deutschland: 2024 waren nur noch 43 % der Bestattungen christlich
  11. US-Regierung leitet 2 Milliarden Dollar an christliche Hilfsorganisationen um
  12. Slowakei und Polen planen gemeinsamen Johannes-Paul-II.-Pilgerweg
  13. „Wenn ich mich nicht täusche, gibt es in der Geschichte keine vergleichbare Institution“
  14. Goethes Lieblingsheiliger: Ein Meister der Freude und der Seelenschau
  15. Nicaragua: Regime veröffentlicht Propaganda-Video von festgenommenem Bischof Mata

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz