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US-Missbrauchsopfer verklagt den Heiligen Stuhl

9. Oktober 2018 in Weltkirche, 2 Lesermeinungen
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Im Rahmen der Klage soll der Vatikan verpflichtet werden, Informationen über Missbrauchstäter unter Klerikern zu veröffentlichen.


Los Angeles (kath.net/jg)
Ein 52jähriger Mann aus Kalifornien, der fünf Jahre lang von einem Priester sexuell missbraucht worden ist, klagt den Vatikan. Seine Anwälte wollen im Zuge der Klage die Leitung der Kirche dazu verpflichten, Daten über Missbrauchstäter unter Klerikern zu veröffentlichen.

Laut einem Bericht der katholischen Nachrichtenseite Crux hat der Kläger 2007 einen außergerichtlichen Ausgleich mit der Erzdiözese Los Angeles geschlossen. Dies entlasse den Vatikan aber nicht aus seiner Verantwortung, sagen seine Rechtsanwälte. Die Anklage wirft dem Vatikan vor, den Priester Fidencio Silva-Flores in eine einflussreiche Position in der Pfarre Unserer Lieben Frau von Guadalupe im westlich von Los Angeles gelegenen Oxnard eingesetzt zu haben, obwohl bekannt gewesen sei, dass er eine Gefahr für Kinder darstelle.


„Das Problem ist an der Spitze“, sagt Jeff Anderson, einer der Anwälte des Klägers. So lange es nicht an der Spitze gelöst werde, werde es andauern, fügt er hinzu.

Silva-Flores soll den Kläger in den Jahren 1979 bis 1984 sexuell missbraucht haben, als dieser ein Teenager war. 2003 war der Priester wegen sexueller Belästigung in 25 Fällen geklagt worden. Die Klagen wurden aber wegen Verjährung wieder fallen gelassen.

Die jetzt eingebrachte Klage soll den Vatikan dazu verpflichten, die Namen von Missbrauchstätern zu veröffentlichen. Der Vatikan habe Beweise für Verbrechen der von ihm beauftragten Priester zurück gehalten und damit Kinder in Gefahr gebracht, heißt es in der Anklageschrift.

Vertreter der Opfer klerikalen Missbrauchs haben wiederholt vom Vatikan verlangt, Informationen über Priester zur Verfügung zu stellen, die zu Missbrauchstätern geworden sind. Seit 2001 sind die Diözesen verpflichtet, alle Missbrauchsfälle nach Rom zu melden. Bis jetzt hat sich der Vatikan geweigert, diesem Wunsch nachzukommen.

Andersen und andere Rechtsanwälte haben bereits versucht, den Heiligen Stuhl bei Gerichten in den USA zu verklagen. Der Vatikan hat dies bis jetzt verhindert, weil er als ausländischer Souverän nicht den Gesetzen der USA unterliege und die Priester keine Angestellten des Vatikan seien.



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Lesermeinungen

 elmar69 9. Oktober 2018 
 

Da bereut jemand einen Vergleich geschlossen zu haben

Die Abmachung mir der Ortskirche enthielt sicherlich eine Klausel, dass keine weiteren Ansprüche gestellt werden.

Will der eigentlich nur wissen, ob die ihn selbst betreffende Tat hätte verhindert werden können oder klagt der allgemein auf Herausgabe aller Daten?
Letzteres geht ihn nichts an.


2
 
 Diadochus 9. Oktober 2018 
 

Öffentlichkeit

Die Opferanwälte können damit nur erreichen, dass das Thema in der Öffentlichkeit bleibt und nicht einschläft. Wie wir in der Vergangenheit gesehen haben, besteht seitens der Kirche kein Interesse an Aufklärung. So weit geht die Nächstenliebe dann doch nicht - im Zweifel für die Täter. Die fehlende Empathie der Kirche und vor allem der des Papstes, als Hüter der Beweise und Dossiers, ist enttäuschend.


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