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Ouellet kritisiert Erzbischof Viganò, bestätigt aber Kernvorwurf!

8. Oktober 2018 in Weltkirche, 75 Lesermeinungen
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Leiter der vatikanischen Bischofskongregation, Kardinal Marc Ouellet, weist in dreiseitigem Schreiben Vorwürfe des Erzbischofs Vigano zurück, ABER ein Kernvorwurf wird aber de facto bestätigt


Vatikanstadt (kath.net/KAP/red) In einem offenen Brief hat der Leiter der vatikanischen Bischofskongregation, Kardinal Marc Ouellet, auf die Vorwürfe des Ex-Diplomaten Erzbischof Carlo Maria Viganò gegen Papst und Vatikan reagiert. In dem Schreiben, das am Sonntag vom vatikanischen Presseamt veröffentlichte wurde, wendet sich Ouellet direkt an den früheren Nuntius in Washington. Dieser hatte Ouellet Ende September aufgefordert, Dokumente offenzulegen, die angebliches Fehlverhalten des Vatikan im Zusammenhang mit Vorwürfen gegen den früheren Washingtoner Erzbischof Theodore McCarrick beweisen sollen.

Auch wenn er Fehleinschätzungen der Kurie in Sachen McCarrick nicht ausschließt, weist Ouellet in seinem dreiseitigen Schreiben sämtliche Vorwürfe Viganòs zurück. Es habe Anweisungen an McCarrick nach seiner Emeritierung gegeben, er solle wegen Vorwürfen früheren sexuellen Fehlverhaltens gegenüber erwachsenen Seminaristen ein zurückgezogenes Leben führen. Dies seien aber keine "Sanktionen" durch Papst Benedikt XVI. gewesen, die Franziskus dann aufgehoben hätte.


In den Unterlagen der Kongregation fänden sich auch keine entsprechende Dokumente mit Unterschriften des einen oder des anderen Papstes. Anders als heute habe es damals nicht genügend Beweise gegeben, die eine offizielle Sanktion gerechtfertigt hätten. Auch sei in den Unterlagen, die Viganò bei seinem Amtsantritt in Washington von der Bischofskongregation mitbekommen habe, der Name McCarrick gar nicht erwähnt.

Ouellet räumte ein, er frage sich heute, warum McCarrick trotz umlaufender Gerüchte in der Kirchenhierarchie so hoch habe aufsteigen können. Man müssen aber verstehen, dass päpstliche Entscheidungen stets von den Informationen abhängen, die jeweils vorlegt werden. Den verantwortlichen Personen aber grundsätzliche Verdorbenheit und Komplizenschaft vorzuwerfen, sei ungerecht. McCarrick habe sich damals stets gut zu verteidigen gewusst.

Seinen Brief schreibe er mit päpstlicher Erlaubnis, so der kanadische Kurienkardinal. Er schildere darin seine persönliche Einschätzung als Präfekt der Bischofskongregation - basierend auf der Aktenlage in seiner Behörde wie aufgrund seiner persönlichen Kontakte.

Viganòs aktuelle Position, so Ouellet, erscheine ihm "unbegreiflich und extrem verwerflich". Es sei völlig abwegig, dass Viganò vom Skandal sexuellen Missbrauchs zu profitieren suche, um der moralischen Autorität des Papstes "einen unerhörten und unverdienten Schlag zu versetzen". Er rief Viganò auf, aus seinem derzeitigen Versteck aufzutauchen, zu bereuen und sich mit dem Papst zu versöhnen.

Bereits am Vortag hatte der Vatikan darüber informiert, dass Papst Franziskus eine gründliche Untersuchung in der Kurie zu den Vorwürfen rund um Erzbischof McCarrick angeordnet habe. Unklar ist aber, wer diese Untersuchungen mit welcher Kompetenz durchführen soll.

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Archivfoto Erzbischof Carlo Viganò


Copyright 2018 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten
Foto Erzbischof Viganò (c) Steve Jalsevac / LifeSiteNews


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