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Papst Franziskus betet im Museum für Genozid-Opfer

23. September 2018 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Franziskus: Dein Schrei, Herr, verstummt nicht und hallt wider von diesen Wänden, die an die Leiden so vieler Söhne und Töchter dieses Volkes erinnern


Rom (kath.net) Als letzte Etappe seiner Apostolischen Reise nach Litauen besuchte Papst Franziskus das Museum für Genozid-Opfer, wo er in Stille betete. Dann begab er sich zum Monument der Opfer.


kath.net veröffentlicht das Gebet von Papst Franziskus im Museum für Genozid-Opfer am Monument der Opfer:

»Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?« (Mt 27,47).

Dein Schrei, Herr, verstummt nicht und hallt wider von diesen Wänden, die an die Leiden so vieler Söhne und Töchter dieses Volkes erinnern. Litauer und Menschen verschiedener Nationen haben am eigenen Leib den Größenwahn derer erlitten, die sich anmaßten, alles zu kontrollieren.


In deinem Schrei, Herr, hallt der Schrei des Unschuldigen wider, der sich mit deiner Stimme vereint und zum Himmel schreit. Es ist der Karfreitag der Trauer und Bitterkeit, der Verzweiflung und Hilflosigkeit, der Grausamkeit und Sinnlosigkeit, den dieses litauische Volk angesichts eines ungezügelten Machtanspruchs erlebte, der das Herz verhärtet und blendet.

An diesem Ort der Erinnerung bitten wir dich, Herr, dass dein Schrei uns wachhalte. Möge dein Schrei, Herr, uns von der geistigen Krankheit befreien, vor der wir als Volk nie sicher sind: unsere Väter, das Erlebte und Erlittene zu vergessen.

Lass uns in deinem Schrei und im Leben unserer Väter, die so viel gelitten haben, den Mut finden, uns entschlossen für die Gegenwart und die Zukunft einzusetzen. Möge jener Schrei ein Anstoß sein, uns nicht der Mode des Augenblicks anzupassen, den vereinfachenden Parolen oder jedem wie auch immer gearteten Versuch, Menschen jener Würde teilweise oder ganz zu berauben, mit der du sie bekleidet hast.

Herr, möge Litauen ein Leuchtturm der Hoffnung sein! Es sei ein Land mit einem tätigen Gedächtnis, das immer neue Einsätze gegen alle Ungerechtigkeit führt. Dieses Land möge kreative Anstrengungen zur Verteidigung der Rechte aller Menschen fördern, insbesondere der schutzlosesten und verletzlichsten. Und es sei ein Lehrmeister im Versöhnen und Vereinen von Unterschieden.

Herr, lass nicht zu, dass wir taub sind für den Schrei all jener, die auch heute immer noch zum Himmel schreien.




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