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Hinter dem Horizont ist noch mehr

23. April 2018 in Kommentar, 3 Lesermeinungen
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Das Problem der Theologen – „Wie sollte jemand, der vom Staat besoldet wird, nicht das Lied des Staates singen?“ - Der Montagskick von Peter Winnemöller


München-Linz (kath.net/pw)
Theologie ereignet sich immer in der Zeit, in der sie betrieben wird. Umso mehr verwundert es, dass ein Bischof dies einfordern muss, wie jüngst Reinhard Kardinal Marx in München (kath.net hat berichtet). Schon lange ist die Theologie in Deutschland schwer leidend. In kaum einem Land wären die Bedingungen besser, da Theologen als Professoren in diesem Land vom Staat beamtet werden. Doch genau da liegt der Kern des Problems. Wie sollte jemand, der vom Staat besoldet wird, nicht das Lied des Staates singen.

Exakt diese dreifache Nahtstelle von staatlicher Besoldung, kirchlicher Beauftragung und vermeintlich freier Forschung macht Theologie in Deutschland so problematisch. Wenn sich deutsche Theologen hervortun, dann eher durch Memoranden, Erklärungen und Postulate. Diese sind dann eher gegen die Kirche, ihre Lehre und Tradition gerichtet, als sie aufzubauen. Dabei wird oft genug verkannt, wer das ordentliche Lehramt innehat. Das sind nicht die exzellent besoldeten und unkündbaren Staatsbeamten. Das ordentliche Lehramt in der Kirche nimmt immer noch er Episkopat wahr, der in Einheit mit dem Bischof von Rom steht.


So scheint Theologenschelte wahrlich nicht angebracht, denn diejenigen, die die Verantwortung für die Lehre tragen, tragen auch die Letztverantwortung für die in ihrem Auftrag lehrenden Professoren. Wer sich über sinnlose Professorenmemoranden ärgert, sollte diesen Ärger auch seinem Bischof vortragen.

Kardinal Marx ist zuzustimmen, wenn er eine neue Epoche der Theologie fordert. Versetzen wir uns gedanklich einmal 850 Jahre zurück. Thomas von Aquin lehrt unter anderem in Rom und Paris. Wer zu dieser Zeit Theologie trieb, setzte gedanklich auf Platon. Gerade in dieser Zeit wird Aristoteles wieder entdeckt. Der Heilige Thomas stellt sich dem und integriert diese „neue Mode“ in seine Theologie. Er muss sich dafür schelten lassen und intellektuell verteidigen. Es gelingt ihm und sein Denken wird für Jahrhunderte der Maßstab, an dem sich Theologen orientieren.

Wir leben heute in einer Zeit, in der dekonstruktivistische Gedankengebäude die Welt dominieren. Wo bitte sind die Theologen, die moderne philosophische Denkstrukturen von der Tradition her untersuchen und bewerten? Theologen, so könnte man denken, forschen nur für die eigenen Kollegen. Kaum mal ein Theologe, der über den Schatten seiner Fakultät hinaus kommt. Von einem gesellschaftlichen Einfluss der Theologie mag man nur noch träumen.

Man könnte ebenso fragen, wann hat zuletzt ein deutscher Theologe ein über die Fakultätsgrenzen hinweg beachtetes und diskutiertes Buch geschrieben? Lassen wir Papst Benedikt XVI. mit seiner Jesus-Trilogie mal außen vor, dann müssen wir lange suchen.

Wenn wir also in eine neue Epoche der Theologie eintreten wollen, dann brauchen wir Theologen, denen das Sentire cum ecclesia im Blut liegt. Wir brauchen Wissenschaftler, die die zu stellenden Fragen auf dieser Seite des Horizonts zu formulieren verstehen. Es braucht Forscher, die den Mut haben, die Antworten hinter dem Horizont suchen und finden. Mag der Zeitgeist die Fragen formulieren, das ist erlaubt und erwünscht, beantworten muss sie der Heilige Geist, sonst drehen wir uns weiterhin nur im Kreis.

Eine solch epochal neue Theologie muss missionarisch sein, denn nur so macht es Sinn, sich den Fragen der Zeit zu stellen. Aus dem Evangelium lassen sich Antworten geben. Das fleischgewordene Wort Gottes hat nicht in Mitte des vergangenen Jahrhunderts seine Gültigkeit verloren. Darum ist es so unverständlich, dass gerade die Theologie vor rund 50 Jahren stagniert hat.

Der nun die neue Epoche in der Theologie postuliert hat, gehört zum Kreis derer, die sie auslösen können. Wenn es kein populistisches Lippenbekenntnis war, was wir vernommen haben, könnte es sich an künftigen Professorenberufungen zeigen, wohin die neue Epoche strebt.

Bis dahin muss man allerdings leider bezüglich der Theologie in Deutschland im Großen und Ganzen weiter pessimistisch bleiben.

Archivfoto Peter Winnemöller



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Lesermeinungen

 girsberg74 24. April 2018 
 

@DrBi: „Diese Theologenschelte ist etwas billig...“

Ja, schon!

Doch für theologisch ungebildete Leser (Gläubige, hier: Poster) kann das auch für Ihre Beurteilung gelten in dem Sinne, dass diese teils schwer verständlich ist, außer dass sie als eine Klatsche gelten kann.

Der wesentliche Punkt Ihres Beitrags scheint mir zu sein, dass Sie auf ein Symptom der Misere hinweisen, nämlich dass Theologen (alle in einem Wort zusammengefasst) nach ihrem Studium kaum mehr ein wissenschaftliches Werk in die Hand nehmen.

Frage: Liegt es an dem, was in den Büchern verbreitet wird oder an dem, was von den Oberen gefordert / vorgelebt wird – meint auch, wie diese denken?

Und da gibt es Namen! Der, der von Peter Winnemöller genannt wird, hat (im Prozedere) zwei Vorgänger.

Der Blick auf Personen geht nicht auf das, was diese sagen, sondern wie sie in der Praxis gehandelt haben. Letztlich geht es um persönliche Glaubwürdigkeit, um Vorbild.


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 DrBi 23. April 2018 

Diese Theologenschelte ist etwas billig...

... wobei ich die pessimistische Einschätzung durchaus teile.

Die Probleme liegen tiefer, ich nenne drei:
Ein Wissenschaftsbetrieb, der nicht auf öffentliche Wirkung, sondern auf Beurteilungen aus dem Kollegenkreis zielt (Wer sich informieren möchte, dem sei der Artikel "Peer-Review" empfohlen: https://de.wikipedia.org/wiki/Peer-Review).
Eine - im Artikel richtig benannte - Grundhaltung der Wissenschaft zu "dekonstruieren" - wobei nur wenige tatsächlich verstanden haben, worum es dabei eigentlich gehen soll. Doch diese "Dekonstruktion" macht gerade vor konstruktiven Werken nicht halt und lehnt die Theologie allgemein als Quelle des Wissens ab.

Eine völlig desinteressierte Öffentlichkeit, auch innerhalb der Kirche. Verlage beklagen, dass Priester, Pastoralreferenten oder Religionslehrer nach ihrem Studium kaum mehr ein wissenschaftliches Werk in die Hand nehmen, daher besteht kein Markt für anspruchsvolle theologische Werke außerhalb der Universitäten.


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 PBaldauf 23. April 2018 
 

Zwar wird der Kontostand vergoldet
Vom Vater Staat, der hoch besoldet
Doch Fruchtbarkeit, sie fehlt zumeist
Da er nicht heilig, solch ein Geist

Wie anders einst, bei von Aquin
Er betete und auf den Knien
Sein «Gold», es war der Glanz der Wahrheit
Statt «Postulaten»: Summa-Klarheit

Er ging in Demut seine Wege
Kein Hochmut-Stolz drang ins Gehege
Im Inneren frei, versperrte nichts
Den Weg zur Aufnahme des Lichts

Ich bitte dich, du Aquinate
Sei unseren Bischöfen du Pate
Erbitte ihnen Weisheits-Geist
Der «Neuanfang» die Wege weist


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