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Mehr Begegnung mit dem Kreuz

2. April 2018 in Kommentar, 4 Lesermeinungen
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Soll man nun davon ausgehen, daß Kardinal Marx die Muslime provozieren will, wenn er auf einem Kreuzweg(!) über mehr Begegnung mit Muslimen spricht? - Der Montagskick von Peter Winnemöller


Linz (kath.net)
Ostern geht nicht ohne Kreuz. Risus paschalis hin – große Osterfreude mit Gloria und Halleluja her. Was steht an Ostern im Altarraum? Ein festlich geschmücktes Kreuz. Was ziert die Osterkerze? Ein Kreuz, auf dem sogar die Wundmale durch Nägel dargestellt werden. Woran erkennen die Jünger den Auferstandenen? An den Wundmalen, die vom Kreuz her stammen. Mag der Karfreitag und noch so grausam erscheinen – und er ist grausam – ohne Kreuz kein Ostern. Ohne Tod keine Auferstehung.

Die Botschaft von Ostern ist die – von Gott her gesehen – logische Fortführung des Karfreitag. Da macht es Sinn, besonders am Karfreitag und auf Kreuzwegen in der Predigt die Botschaft vom Kreuz intensiv auzulegen und der Welt zu verkünden. Das ist besonders da sinnvoll, wo ein Prediger mit viel Öffentlichkeit rechnen kann.

Umso bedauerlicher ist es, wenn die Botschaft vom Kreuz dann von politisch korrekten Allgemeinplätzen verdeckt wird. Auf dem traditionellen Kreuzweg der Völker in München predigte der Erzbischof von München und Freising. Begegnung von Völkern ist Integration und darf auf Öffentlichkeit rechnen. Es geht aber gar nicht um Begegnung der Völker untereinander, es geht um Begegnung der Völker mit dem Gekreuzigten.


In der Presse stand dann nur dieser eine Aspekt der Predigt im Vordergrund: Begegnung mit anderen. Explizit wurde sogar von Begegnung mit Muslimen gesprochen. Nun ist das Kreuz den Muslimen im allgemeinen durchaus ein Ärgernis. Da gibt es reichlich einschlägige Erfahrungen. Solche Worte sind an solcher Stelle einfach nur Opium für das Volk. Es mag nun inzwischen zwanzig Jahre her sein, da hatten wir ein Au Pair – Mädchen aus Marokko. Eine Muslima, die uns als erster klar machte, daß ihr Essen halal zu sein hat und sie fünf mal am Tag beten muß. Ein Mensch der seine Religion ernst nimmt, ist erst einmal sympathisch. Der immer etwas angewiderte Blick auf unsere Kreuz in der Wohnung machten eher stutzig.

Wie auch mit den Au Pairs vor ihr machten wir in den ersten Wochen ein paar Ausflüge, damit sie die Gegend kennen lernen, in der sie gelandet waren und damit sie ein wenig von Kultur und Geschichte unseres Landes lernen. So versteht man einander besser. Dazu gehörte – natürlich -auch immer eine Führung durch den Hohen Dom zu Paderborn. In der Annäherung an den Dom und mit der Erklärung was dies für ein Gebäude ist, verfiel die junge Dame in hysterisches Schreien und rannte über den Domplatz davon, als hätten wir ihr wer weiß was angetan. Eine Kirche zu betreten war für sie gar nicht denkbar. Unverschämt von uns, das überhaupt zu erwägen. Natürlich war das übelster Fundamentalismus. Sie blieb nicht lange bei uns, denn sie erwies sich in der Tat als fundamentalistische Muslima.
Dem gegenüber stehen wunderbare Begegnungen mit gebildeten Muslimen, geistlichen Menschen, fromm, nachdenklich und kommunikativ. Man mit ihnen über alles reden außer über die Dreifaltigkeit und – in der Tat – das Kreuz.

Soll man nun davon ausgehen, daß der Kardinal die Muslime provozieren will, wenn er auf einem Kreuzweg(!) über mehr Begegnung mit Muslimen spricht? Oder ist es die gleiche politische Naivität, die dazu führte, auf dem Tempelberg in Soutane ohne Brustkreuz zu erscheinen? Die Frage wird wohl unbeantwortet bleiben.

Es ist nicht nur ein Problem verfehlter Verkündigung, es ist auch ein Problem verfehlter Medienarbeit. Die Predigt ist nicht in voller Länge online nachzulesen oder nachzuhören. Man kann also nur das darüber sagen, was veröffentlicht wurde. Der Kardinal wird sicher über das Kreuz gesprochen haben. Die Medien aber interessiert das Kreuz nicht. Es ist ihnen egal bis ärgerlich. So kommt von einer ausführlichen Predigt aus zweiter Hand nur ein politisch korrekter Allgemeinplatz an. Die Botschaft vom Kreuz fällt unter den Tisch.

Das ist ein Ärgernis! Papst Franziskus sagte in seiner ersten Predigt als Papst am 14. März 2013: „Wenn wir ohne das Kreuz gehen, wenn wir ohne das Kreuz aufbauen und Christus ohne Kreuz bekennen, sind wir nicht Jünger des Herrn: Wir sind weltlich, wir sind Bischöfe, Priester, Kardinäle, Päpste, aber nicht Jünger des Herrn.“

Und irgendwie gilt dies auch für Mitarbeiter von Bischöfen, für alle, die Medienarbeit machen und am Ende für jeden von uns. Lassen wir das Kreuz aus, sind wir nur noch weltlich, allenfalls noch nett oder politisch korrekt. Und das ist einfach zu wenig. Allen Lesern von kath.net ein frohes und gesegnetes Osterfest!


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