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Kardinal Müller: „Suizidale Modernisierung“ der Kirche

12. Februar 2018 in Weltkirche, 34 Lesermeinungen
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Früherer Präfekt der Glaubenskongregation äußert sich zu Amoris laetitia, Reformation und dem Vorschlag zur Segnung von Homopaaren.


Bratislava (kath.net) Kardinal Gerhard Müller bedauerte bei einem Vortrag die Trennung von Dogmatik und Morallehre. Er sprach von einer unterwürfigen „Umwandlung der Kirche in eine NGO“ mit dem Ziel der Verbesserung innerweltlicher Lebensbedingungen. Dabei handle es sich allerdings um eine „suizidale Modernisierung“. Dies betrüge die Menschen um die Wahrheit Gottes. Müller präsentierte demgegenüber das Christentum als einen theozentrischen Humanismus. Das berichtete die Würzburger „Tagespost“. Müller äußerte sich anlässlich der Würdigung der Enzyklika Veritatis splendor (VS) von Johannes Paul II. zu ihrem 25. Jahrestag durch die Slowakische Bischofskonferenz und die Comenius-Universität in Bratislava.


Auf Fragen der Hörer zu Amoris laetitia antwortete der frühere Präfekt der Glaubenskongregation, dass er über die unterschiedlichen Interpretationen durch einige Bischofskonferenzen keineswegs glücklich sei. In dogmatischen Fragen könne es keine Pluralität geben, auch gebe es nur ein Lehramt, Bischofskonferenzen könnten nur pastorale Fragen beantworten, so berichtete die „Tagespost“ weiter. Das achte Kapitel von „Amoris laetitia“ müsse man „orthodox“ verstehen, denn wer in Todsünde lebe, könne die Kommunion nicht empfangen. Der Papst sei dazu da, die Kirche zusammenzuführen. Er selbst habe dem Papst gesagt, wenn Bischofskonferenzen unterschiedliche Interpretationen gäben, käme die Kirche in eine Situation wie vor der Reformation. Übrigens könne man die Spaltung der Kirche in der Reformation nicht feiern.

Außerdem lehnte Kardinal Müller die kirchliche Segnung gleichgeschlechtlicher Paare scharf ab, eine solche Segnung durch einen Priester wäre, so Müller nach Angabe der „Tagespost“ wörtlich, „ein Gräuel an heiliger Stätte“.

Archivfoto Kardinal Müller (c) Bistum Regensburg


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