Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vatikan untersagt jährlicher Wallfahrt im Rahmen der überlieferten lateinischen Liturgie den Zutritt
  2. Wenn die Falschbehauptung einer evangelischen Sängerin zum Eklat bei einer Musiksendung führt
  3. Warum bei dem hohen Aufkommen an Bischöfen in Deutschland eine solch vehemente Entchristlichung?
  4. „Drohende Worte von Kardinal Roche: Besucht nicht die überlieferte lateinische Messe!“
  5. Steigende Zahl erwachsener Taufbewerber in ostdeutschen Städten, aber...
  6. „Menschen können die Kirche weder reformieren noch nach eigenem Gutdünken eine neue gründen“
  7. „Als Bischof ist es meine Pflicht, den Glauben der Kirche zu verkünden“
  8. Chick-fil-A-Chef stellt klar: Keine Öffnung an Sonntagen – das wird sich nicht ändern
  9. Am Grab des Petrus – Die diesjährige Romwallfahrt Ad Petri Sedem
  10. Priester spendete bei Zugunglück in Spanien die Generalabsolution, tröstete Opfer und Angehörige
  11. Nordische Bischöfe: Europa sucht bei der Migration „nach einem neuen Gleichgewicht“
  12. Wir machen da was mit Medien
  13. Neuerlich umstrittene Ehrung durch Kardinal Cupich
  14. Zisterzienserpater Isaak Maria Käfferlein aus Neuzelle: „Getauft sein reicht nicht!“
  15. Nach Christus-Verhöhnung: CDU-Politikerin Bosbach legt Beschwerde gegen Jan Böhmermann ein

Diakon als 'Auge der Kirche'

8. Mai 2017 in Weltkirche, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


"Wenn der Diakon 'Auge der Kirche' ist, muss in diesem Auge auch der Glaube an das erlösende und befreiende Tun Jesu Christi aufleuchten." Von Bischof Heinz Josef Algermissen


Fulda (kath.net/pbf) In einer vermutlich im 5. Jahrhundert entstandenen syrischen Kirchenordnung heißt es: „Der Diakon wird das Auge der Kirche sein“. In diesem schönen Wort spiegelt sich der hohe Anspruch wider, den die frühe Kirche an den Diakon stellte. Es ist auch heute des Nachdenkens wert, zumal am kommenden Samstag, 6. Mai, im Fuldaer Dom vier Kandidaten zu Diakonen geweiht werden.

Das Bild vom „Auge der Kirche“ muss nicht groß erläutert werden. Es spricht für sich und erklärt sich durch zahlreiche Redewendungen. Ich denke da an Redensarten wie: „Mit offenen Augen durch die Welt gehen, Augen für etwas haben, ein Auge auf etwas werfen, nicht aus den Augen verlieren“.

Eine Kirche, die gelernt hat, sich als „Sakrament“, d. h. „als Zeichen und Werkzeug“ Gottes für die Welt zu verstehen, wird wachen Auges auf eben diese Welt und die Menschen in ihr blicken. Sie wird auf die Nöte der Menschen achten und ihnen zur Hilfe kommen, wo immer und wie immer es ihr möglich ist. Das ist die diakonale Aufgabe unserer Kirche, die - im Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) programmatisch formuliert - Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute teilen will.

Auf solchem Hintergrund muss man das Amt des Diakons sehen. Der Diakon soll in seiner Person das „Auge der Kirche“ verkörpern. Er muss einen Blick haben, ein Gespür entwickeln für die materiellen, geistigen und geistlichen Nöte der Menschen und diese in der Kirche zu Gehör und zum Bewusstsein bringen. Damit versucht er, der im Kapitel 29 der Dogmatischen Konstitution über die Kirche gestellten Aufgabe der „Diakonie der Liturgie, des Wortes und der Nächstenliebe“ zu entsprechen.


Mehr noch: der Diakon hat den Auftrag, den diakonalen Dienst der Kirche dort einzuklagen, wo er hinter wenn auch noch so richtigen Worten und Lehren, hinter noch so erhabenen, aber konsequenzenlosen Liturgien in Vergessenheit zu geraten droht.

Augen sind wie ein Buch. An ihnen kann man eine Menge ablesen: Jemand hat ehrliche, leuchtende, offene, wohlwollende, gütige Augen. Aus den Augen eines Menschen lässt sich ersehen, wie ernst er es meint.

Wenn sich die Kirche als diakonale Kirche versteht, darf dies nicht nur in Grundsatzerklärungen ausgesprochen, sondern muss von ihr in konkreter Münze eingelöst werden. Wenn der Diakon „Auge der Kirche“ ist, muss in diesem Auge auch der Glaube an das erlösende und befreiende Tun Jesu Christi aufleuchten. Infolgedessen sollen die Diakone, wie es im Direktorium (1998) für den Dienst und das Leben der Diakone heißt, im Dienst der Nächstenliebe „die Gleichgestaltung mit Christus, dem Gottesknecht, anstreben, den sie repräsentieren“.

„Repräsentieren“ heißt: gegenwärtig machen, darstellen, keinesfalls aber herstellen.

Das müssen wir uns immer wieder klarmachen: Das Entscheidende können wir nicht herstellen. Wir können Jesus Christus nicht herstellen, allenfalls darstellen. Wir können bestenfalls den Vorgang, dass ER sich uns erlösend mitteilt, zur Darstellung bringen: in Diakonie, Liturgie, Katechese verleiblichen.

Vielleicht kann uns ein Bild hilfreich sein, das der hl. Bernhard von Clairvaux gebraucht hat, um die Existenz geistlicher Menschen zu deuten. Er vergleicht deren Existenz mit einer Muschel und einer Röhre.

Muschel bedeutet: Der geistliche Mensch muss ganz Ohr sein, muss gesammelt leben, denn er kann nichts weitergeben, wenn er nichts gesammelt hat.

Ich verrate kein Geheimnis, wenn ich sage, dass da heute manches im Argen liegt. Ich weiß, dass manche geistliche Berufskrise hier ihren Ausgangspunkt hat.

Röhre bedeutet: Der geistliche Mensch ist Vermittler. Alles, was er erhält, muss er weitergeben. Gilt schon von jedem und jeder Getauften, dass er oder sie nicht Christ sein kann für sich selber, sondern nur mit anderen und für andere, so erst recht von dem, der aus dem Dienst der Vermittlung einen Beruf gemacht hat.

Muschel und Röhre: Nie darf der Diakon oder Priester nur Röhre sein, ausgegossen, veräußerlicht, nur funktionierendes Vermittlerglied. Nie darf er aber auch nur Muschel sein, in sich selbst verschlossen, introvertiert. Beides zusammen in Balance ergibt erst den, den eine Gemeinde und die ganze Kirche brauchen.^

Bistum Eichstätt - Amt eines Ständigen Diakons - Anselm Blumberg ist Ständiger Diakon mit Zivilberuf (im Hauptberuf TV-Journalist bei ´Kirche in Not´)


Bistum Aachen - Berufe der Kirche: Ständiger Diakon


Foto Bischof Algermissen (c) Bistum Fulda


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Diakon

  1. Vatikan-Kommission: Frauen können nicht zur Diakonenweihe zugelassen werden
  2. Bischof Rudolf weiht zwei Männer zu Ständigen Diakonen
  3. Der „Dienst an den Tischen“ und der Auftrag der Kirche
  4. Papst: Diakone sind Leben spendendes Zeichen für ganze Kirche
  5. ‘Ehelosigkeit auch in Zukunft kostbare Gabe für die Kirche’
  6. Papst zu Frauendiakonat: „Es gibt Zweifel“
  7. Expertendiskussion zur Geschichte der weiblichen Diakone
  8. Vor 50 Jahren führte Paul VI. den Ständigen Diakonat ein
  9. Ägypten: Orthodoxe planen Einführung des Frauendiakonats
  10. Papst empfing Diakone aus allen Kontinenten







Top-15

meist-gelesen

  1. Karmelitinnen in Pennsylvania bauen von Hand ein Kloster für 1.000 Jahre
  2. Vatikan bestätigt Papstreise nach Südamerika im vollen Umfang
  3. Wir machen da was mit Medien
  4. „Habe Entwicklung zur Ausblendung wichtiger Themen und der Tabuisierung von Kritik selbst erlebt“
  5. Glaubensweitergabe im Wandel der Zeit
  6. Nach Anschlag in Paris: Kritik an Macrons Aussage über religiös motivierte Gewalt
  7. Vatikan untersagt jährlicher Wallfahrt im Rahmen der überlieferten lateinischen Liturgie den Zutritt
  8. Fatima-Tag in Berlin
  9. Lucky Luke wird in Jubiläums-Comic zum Heiligen
  10. Die Liebe als Mitte des Glaubens: Das Gebot, das den ganzen Menschen umfasst
  11. Auf den Spuren des Hl. Paulus - Mit Michael Hesemann nach Griechenland
  12. Wenn die Falschbehauptung einer evangelischen Sängerin zum Eklat bei einer Musiksendung führt
  13. Chick-fil-A-Chef stellt klar: Keine Öffnung an Sonntagen – das wird sich nicht ändern
  14. Impuls für Körper und Geist: Kirchensportler empfehlen das Jesus-Gebet
  15. Nordische Bischöfe: Europa sucht bei der Migration „nach einem neuen Gleichgewicht“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz