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Romero-Postulator vom Vatikan wegen Missbrauchs zwangslaisiert

22. Dezember 2016 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
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Jesus Delgado war bereits 2015 unter dem Vorwurf, ein Mädchen über Jahre sexuell missbraucht zu haben, von seinem Amt als Generalvikar der Erzdiözese San Salvador suspendiert worden


Vatikanstadt (kath.net/KAP) Wegen sexuellen Missbrauchs hat der Vatikan einem ehemaligen engen Mitarbeiter des salvadorianischen Erzbischofs Oscar Romero (1917-1980) das Priesteramt entzogen. Die gleiche Sanktion wie den 78-jährigen Jesus Delgado (Archivfoto) traf zwei weitere Priester der Erzdiözese San Salvador, wie die Vatikanzeitung "Osservatore Romano" (Mittwochsausgabe) meldet.

Delgado, zeitweise Generalvikar der Erzdiözese San Salvador und Medienchef der salvadorianischen katholischen Kirche, war Sekretär Romeros. Später war er als Biograf und Ko-Postulator maßgeblich an dessen Seligsprechung 2015 beteiligt. Die Versetzung in den Laienstand ist die schwerste Strafe der katholischen Kirche für Kleriker.


Die drei angeklagten Geistlichen seien für schuldig befunden worden und hätten damit den "umfassenden und definitiven Verlust aller priesterlichen Vorrechte" zu tragen, zitiert die Zeitung aus einer Erklärung von San Salvadors Erzbischof Jose Luis Escobar Alas. Auch die Missbrauchsopfer seien über die Entscheidung des Vatikan informiert worden.

Delgado war bereits im November 2015 unter dem Vorwurf, ein Mädchen über Jahre sexuell missbraucht zu haben, von seinem Amt als Generalvikar suspendiert worden. Medienberichten zufolge gestand er seine Schuld schon damals ein. Da der Fall verjährt war, drohten ihm von weltlichen Gerichten keine strafrechtlichen Konsequenzen. Wenig später wurde ein weiterer Geistlicher suspendiert. Eine Frau erhob Anschuldigungen gegen einen dritten Priester, sich an ihr vergangen und sie geschwängert zu haben.

Erzbischof Escobar kündigte damals eine Null-Toleranz-Politik an und ließ Anlaufstellen für Missbrauchsopfer einrichten. Er selbst wurde mit dem Vorwurf konfrontiert, einem Missbrauchsopfer ein Schweigegeld gezahlt zu haben. Escobar nannte dies laut salvadorianischen Medien eine "Lüge". Er erklärte, er sei von der betreffenden Frau um eine Studienbeihilfe für ihren Sohn gebeten worden.

Die Pressemeldung des Erzbistums San Salvador zur Laisierung Delgados



Copyright 2016 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
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