Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vatikan exkommuniziert sechs Bischöfe der Piusbruderschaft!
  2. Der Vatikan ordnet das Rückkehr-Prozedere für Menschen, die die Piusbruderschaft verlassen wollen
  3. „Alten und neuen Ritus bestehen lassen. Latein verbieten? Das spielt Rebellen in die Hände“
  4. Der deutsche Frauenweiheämterstuhlkreis
  5. „Die Berufung auf die Tradition gegen die Kirche von Rom ist ein Widerspruch in sich“
  6. Écône, zum Zweiten
  7. Ein besonderer Tag für ‚unseren‘ Pfarrsekretär
  8. Taylor Marshall zu FSSPX: Diese liturgische Neuerung ist eindeutig ‚nicht traditionell‘
  9. „Die Behauptung, Rom gehe hart gegen Rechte vor, nicht aber gegen Linke, ist schlichtweg falsch“
  10. Leo XIV. auf Lampedusa: Zum Nächsten wird man!
  11. Christian Würtz ist neuer Bischof von Eichstätt!
  12. "Ohne Einheit mit dem Papst keine volle Gemeinschaft mit der Kirche"
  13. Papst ernennt Sr. Alessandra Smerilli zur Präfektin des Entwicklungsdikasteriums
  14. Vatikan hofft weiterhin auf Dialog mit der Piusbruderschaft
  15. Haben Sie das Apostolische Mandat? – „Nein. Sie wussten, dass sie es nicht hatten“

Tut Buße!

3. November 2016 in Kommentar, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Kirchenreform im Lutherjahr - Ein Gastkommentar des Theologen Hubert Windisch


Regensburg (kath.net)
Es ist eine schmerzliche Wahrnehmung, daß die von Festrednern, Buchautoren und Einheitszelebranten anläßlich des Lutherjubiläums 2017 beschworene Wirklichkeit von Kirche- und Christsein in Deutschland kaum etwas mit der kirchlichen Realität hierzulande zu tun hat. Vor allem kritische Kommentatoren in den Feuilletons einiger großer Zeitungen machen in bezug auf die evangelische Kirche darauf aufmerksam. Es ist nicht mehr Luther drin, wo Luther draufsteht, kann man allenthalben ihre Kritik zusammenfassen. Nicht nur kirchlicher, sondern christlicher Substanzverlust sei weithin festzustellen, der sich vor allem in der Depotenzierung der Heiligen Schrift und in der Verdunstung des christologischen Bekenntnisses zeigt. 500 Jahre nach Luthers Thesenanschlag seien Grundgehalte des christlichen Glaubens verramscht, Kirchesein gebe es zum Schleuderpreis. Das im einzelnen zu benennen und auch zu behandeln, ist Sache der protestantischen Kirchen selbst. Allerdings sollte man auf katholischer Seite denjenigen besorgten evangelischen Christen Gehör schenken, die behaupten, die evangelische Kirche befinde sich, angeführt von ihren Spitzenfunktionären und diversen Gremien, im freien Fall. Denn leider wird man den Eindruck nicht los, daß auch die katholische Kirche immer deutlicher in diesen freien Fall mit hineintorkelt.


Einige generelle und auch aktuelle Hinweise mögen genügen, um diese These zu veranschaulichen. So kann man seit längerem schon feststellen, daß eine einst im Ansatz gesellschaftskritische politische Theologie immer mehr zu einer Theologie des politischen Mainstreams verkommt. Bischöfe, die sich von einer derartigen Theologie beeinflussen und leiten lassen, versäumen es dann z. B., mutig und deutlich gegen den Genderwahn aufzutreten, der sich an Schulen ausbreiten soll und Kinder und Jugendliche schwer schädigen wird. Bischöfe mit dieser Hintergrundstheologie verwechseln dann auch bisweilen ihren amtlichen Auftrag für die Öffentlichkeit mit dem eines Regierungssprechers. Zu recht sind viele Christen aber über politische Moralisierungen aus geistlichem Mund, die die augenblickliche politische Korrektheit bedienen, irritiert und verärgert. Sie fragen sich auch mit ungläubigem Staunen, warum z. B. Kardinal Marx zusammen mit Bedford-Strohm bei einem offiziellen Besuch auf dem Tempelberg in Jerusalem beim Treffen mit Muslimen in vollem Ornat kein Brustkreuz trug. Auf dem Tempelberg hat Jesus selbst gewirkt. Man muß sein Wort in Mt 24,35 ernstnehmen, wonach Himmel und Erde vergehen werden, seine Worte aber nicht. Das gilt auch für Mt 10,32-33, wo Jesus sagt: „Wer sich nun vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen.“ Ein Dialog mit dem Islam darf doch nicht von Unterwürfigkeit geprägt sein.

Darüber hinaus scheint auch das sakramentale Grundgefüge der katholischen Kirche ins Wanken zu geraten. Das belegen so manche Pastoralpläne (der Diözese Trier z. B.), die den priesterlichen Dienst auf eine Moderationstätigkeit in gremial geführten Seelsorgeeinheiten reduzieren wollen. Ja, bei der Feier der Sakramente selbst scheint sich allmählich ein seelsorgliches Augenzwinkern einzuschleichen. Es gibt Seelsorger, die sich überlegen, vor der Feier des Sakraments der Trauung dem Trauprotokoll in Kopie einige Passagen aus Amoris Laetitia (vor allem Nr. 305 mit der Fußnote Nr. 351) beizulegen, die für später Türchen offenhalten. Aufgrund eines wachsenden pastoralen Durcheinanders in der Liturgie und in der Verkündigung resignieren nicht wenige Priester. Andere wiederum segnen alles ab, was man so wünscht, und rechtfertigen ihr Tun mit dem berühmten päpstlichen Ausspruch: „Wer bin ich, um zu (ver)urteilen?“

Damit die Einheit der Kirche nicht eine Einheit im freien Fall wird, muß die erste der 95 Thesen von Martin Luther neu mit Leben erfüllt werden: „Als unser Herr und Meister Jesus Christus sagte: ‚Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen‘, wollte er, daß das ganze Leben der Glaubenden Buße sei.“ Wahre Einheit duldet keine Irrlehren (Lothar Gassmann). Dann aber sind im Augenblick Buße und Umkehr in der Kirche nötiger denn je, bei Katholiken ebenso wie bei Protestanten.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Theologie

  1. Bischof Barron warnt vor postmoderner Umdeutung des Naturrechts in der katholischen Moraltheologie
  2. Vatikanische Theophantasien zur Frauenfrage
  3. Papst Leo: Das Theologiestudium ist keine „akademische Verpflichtung, sondern eine mutige Reise“
  4. Leere Hörsäle: Dramatischer Einbruch bei katholischen Theologie-Studenten
  5. Weihesakrament und Leitungsvollmacht
  6. „Ich wünsche mir gebildete Laien!“ – Newman hätte Martin Lohmann als Beispiel genommen
  7. Zahl der Theologiestudenten in Passau in drei Jahren versiebenfacht - Von 21 auf 140 Studienanfänger
  8. US-Theologe: Es ist nicht katholisch, wenn man ständig das Lehramt kritisiere
  9. ‚Veritatis splendor – der 30. Jahrestag einer vergessenen Enzyklika’
  10. Knalleffekt am Aschermittwoch: Vier Synodale verlassen den "Deutsch-Synodalen Irrweg"






Top-15

meist-gelesen

  1. Vatikan exkommuniziert sechs Bischöfe der Piusbruderschaft!
  2. Der Vatikan ordnet das Rückkehr-Prozedere für Menschen, die die Piusbruderschaft verlassen wollen
  3. Écône, zum Zweiten
  4. „Alten und neuen Ritus bestehen lassen. Latein verbieten? Das spielt Rebellen in die Hände“
  5. „Die Behauptung, Rom gehe hart gegen Rechte vor, nicht aber gegen Linke, ist schlichtweg falsch“
  6. Haben Sie das Apostolische Mandat? – „Nein. Sie wussten, dass sie es nicht hatten“
  7. Ein besonderer Tag für ‚unseren‘ Pfarrsekretär
  8. Deutsche Medien schweigen zum Bericht über Vergewaltigungsbanden in Großbritannien
  9. Der deutsche Frauenweiheämterstuhlkreis
  10. Ehemalige Äbtissin wehrt sich gerichtlich gegen Rauswurf
  11. Freimaurerei „mit einem vollständigen Bekenntnis zum katholischen Glauben unvereinbar“
  12. Taylor Marshall zu FSSPX: Diese liturgische Neuerung ist eindeutig ‚nicht traditionell‘
  13. "Ohne Einheit mit dem Papst keine volle Gemeinschaft mit der Kirche"
  14. Vatikan hofft weiterhin auf Dialog mit der Piusbruderschaft
  15. Christian Würtz ist neuer Bischof von Eichstätt!

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz