Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vom Elend der Fürbitten
  2. Der deutsch-synodale Irrweg in Zahlen: Nur 25 Priesterweihen in ganz Deutschland im Jahr 2025!
  3. Vatikanische Theophantasien zur Frauenfrage
  4. Der entschärfte Gott
  5. Pater Dietrich von Stockhausen überreicht Papst Leo XIV. Hesemanns aktuelle Studie über Heroldsbach
  6. EuGH-Urteil: Deutscher Kirchenaustritt kein automatischer Kündigungsgrund
  7. Papst Leo auf Versöhnungskurs
  8. „Die meisten Seelen dort sind die, welche nicht an die Existenz der Hölle geglaubt haben“
  9. "Die Zahl der Seminaristen ist im Bistum Chur leider sehr klein geworden"
  10. Theologe Thomas Söding: „Es braucht eine katholische Internationale!“
  11. Botschaft von Papst Leo zum 10. Jahrestag des nachsynodalen Apostolischen Schreibens Amoris Laetitia
  12. Realitätsverlust im Bistum Chur
  13. Muslime wählen SPD und Linke, Christen wählten CDU
  14. Peinlich - Deutsche Protestanten glauben mehrheitlich nicht an den dreieinigen Gott
  15. Krautwaschl zu Grünwidl: Bin nicht gezwungen worden!

Amoris laetitia und der Geist der Synode

17. Oktober 2016 in Kommentar, 22 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Von manchen wird ein Miteinander von Kirche und Welt behauptet, das gar nicht existiert. Denn Kirche ist in der Welt, nicht von der Welt. Darum hasst die Welt die Kirche, auch dann, wenn Kirche sich anbiedert. kath.net-Kommentar von Peter Winnemöller


Geseke (kath.net/pw) In allen Ecken der Weltkirche brodelt es in Sachen Kommunion für geschiedene und zivil erneut verheiratete Katholiken. Auf den Philippinen gilt eine liberale Regelung. Im Erzbistum Freiburg wird die Praxis wohl auch liberalisiert werden. Andere deutsche Diözesen werden folgen.

Gleiches auch in Österreich. Der Bischof der Diözese Feldkirch, Benno Elbs, der als Vertreter Österreichs an der Bischofssynode 2015 teilnahm, betont in einem Buch, Amoris Laetitia betone die Haltung Jesu nicht Regeln.

Sehr schnell wird klar, dass eine etwas blauäugige Sicht auf die Haltung Jesu vorliegt. So, als wäre die Haltung Jesu nicht deckungsgleich mit den von ihm aufgestellten Regeln. Hier wird, wie in unseren Tagen nur allzu modern, Barmherzigkeit gegen Gerechtigkeit ausgespielt.

Der barmherzige Jesus allerdings ist auch immer der gerechte Jesus. Das lässt sich als biblischer Befund sehr gut herausarbeiten. Man hüte sich allerdings vor Steinbruchexegese, um einen jesuanischen Rigorismus oder eine jesuanische Laxheit begründen zu wollen. Jesus am Jakobsbrunnen ist ein exzellentes Beispiel auf die innere Kongruenz des Erlösers. Die Frau, der er begegnet, begegnet er, wie wir heute so gerne sagen, auf Augenhöhe. Er macht sie nicht nieder für ihre Sünden, doch versucht auch nicht, Sünden wegzuwischen, zu übertünchen oder zu psychologisieren. Erst als die Frau sich gewissermaßen aufrichtet und zu ihrer Sündhaftigkeit stehen kann, erfolgen die Vergebung und die Mahnung, fortan nicht mehr zu sündigen.


Diese beispielhafte Schriftstelle zeigt, dass Jesus selber keinen Millimeter hinter sein Gebot, nicht die Ehe zu brechen, ja nicht einmal einen lüsternen Blick zu wagen, zurückweicht. Sie zeigt aber auch das Ausmaß der Barmherzigkeit, das gerade kein Urteil fällt, sondern zu neuem Leben ermutigt.

So scheint auch bei Bischof Elbs der Versuch durch, einem Zeitgeist zu folgen, der einen behaupteten kirchlichen Rigorismus gegen eine angenommene jesuanische Nachgiebigkeit ausspielt. Es ist ja wohl klar, wer da in unserer Zeit gewinnt.

In diesem Kontext fällt auch die Aussage, die Bischof Elbs in seinem Buch trifft. Er plädiert für ein konsequentes Weiterdenken dieses „Kurses der offenen Türen für Partnerschaft, Ehe, Familienpastoral und nicht zuletzt das Miteinander in Kirche und Welt“.

Es braucht ein wenig Erfahrung, das hier vorliegende Pastoralneusprech angemessen zu deuten. Da wird am Ende ein Miteinander von Kirche und Welt behauptet, das so gar nicht existiert.

Aus diesem inexistenten Miteinander von Kirche und Welt lässt sich natürlich sehr leicht ableiten, dass die Ehe einer jeglichen Form von Partnerschaft, aber auch allen Arten vermeintlich modernen Familien (Patchwork, Regenbogen u.v.a.m.) komplett gleichgestellt sein muss.

Der Irrtum liegt eben genau in dem angenommenen Miteinander von Kirche und Welt begründet. Die Kirche ist in der Welt, nicht von der Welt. Darum hasst die Welt die Kirche. Sie wird es auch dann tun, wenn die Kirche sich anbiedert. Die Kirche ist göttlich und die Welt steht seit dem Sündenfall allem Göttlichen feindlich gegenüber.

Der Welt ist, nicht erst seit Aufkommen der Genderideologie, die Ehe als Zeichen des Heils ein Dorn im Auge. Nichts wird von der Welt so sehr bekämpft wie die Ehe und die Familie. Die Familie, die auf der sakramentalen Ehe beruht, ist eine göttliche Stiftung innerhalb der Kirche und ist damit ein Gnadenort. Auch wenn man es im (Ehe-)Alltag wahrlich nicht immer merkt, man sollte es sich ab und an bewusstmachen.

Löst man den Satz nun so auf, dass man den Widerspruch am Ende wahrnimmt, dann bricht diese ganze gut gemeinte neopastorale Sicht unter eben jenem Widerspruch zusammen. Es bleibt nichts als eine wohlmeinende soziologische Sicht auf die Lebenswirklichkeit der Menschen unserer Tage. Das ist mehr als Nichts. Es ist aber weniger als die Kirche zu geben hat. Und dieses Mehr, was die Kirche zu geben hat, sollte man von einem Bischof erwarten dürfen.

Wann jemals hätte die Kirche in der praktischen Seelsorge mit der dogmatischen Keule agiert? Es wird oft genug in unseren Tage so getan, als sei das der Normalfall und nicht die unrühmliche Ausnahme gewesen. In jedem Falle, wo ein Mensch – auch wenn er in einer irregulären Situation lebt – mit seiner Seelennot zu einem Priester gekommen ist, wird dieser nach Kräften gesucht haben, um einen gangbaren Weg zu finden. Da hat so manch ein Priester um des Seelenheiles der ihm anvertrauten Menschen willen, auch mal sein eigenes Gewissen bis an die Grenze und darüber hinaus strapaziert, davon bin ich überzeugt. Da braucht es keine schwülstigen Hinweise auf Barmherzigkeit, da ist die Lebenspraxis eines Seelsorgers gefragt.

Mit Blick auf all die neuen liberalen Regelungen, die sich nach Amoris laetitia überall auf der Welt breitmachen, kann man allerdings auch nur zur Gelassenheit aufrufen. Wie groß ist das Problem denn wirklich? In Deutschland besuchen ca. 10% der Katholiken regelmäßig am Sonntag die Hl. Messe. Von diesen wird nur verschwindend geringe Minderheit in irregulären Verhältnissen leben. Da darf man das Vertrauen haben, dass sie ihren Weg mit ihrem Seelsorger finden werden oder gefunden haben.

Die große Welle, die durch die weltlichen Medien geht, ist reiner Populismus. Die liberalen Regelungen einzelner Bistümer sind allein diesem Populismus geschuldet. Sie nützen nichts, sie schaden nicht (mehr). Der Schaden ist ja schon angerichtet, da die Ehe und die Familie als Feindbild Nr. 1 im Fokus der weltlichen Politik unserer Tage steht.

Viel Arbeit für politisch aktive Katholiken! Umso mehr, als der Episkopat zunehmend vor dem öffentlichen Druck zu kollabieren scheint.





Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Ehe

  1. Neuer Hit: „Für dich gehe ich das volle Risiko ein“
  2. „Georgia Märtyrer“-Seligsprechung am 1. Oktober – Sie verteidigten die Ehe gegen die Polygamie
  3. „Warum erlaubt die katholische Kirche keine Hochzeiten im Garten?“
  4. Wegweisend! - COMECE unterstützt Polen gegen EU-Druck zur Anerkennung sogenannter „Homo-Ehen“!
  5. Papst: Ehe unauflöslich, doch bei Annullierung barmherzig sein
  6. Vatikan kündigt bevorstehende Veröffentlichung eines Dokuments zu Monogamie an
  7. Evangelische Landeskirche in Württemberg: Gleichgeschlechtliche „Ehe“ verfehlt Zweidrittelmehrheit
  8. „Menschliches Leben ist Geschenk und muss mit Respekt, Fürsorge und Dankbarkeit angenommen werden“
  9. Papst Leo XIV.: „Von den Berufungen ist die Ehe eine der edelsten und höchsten“
  10. ‚Mädelsabend in der Moschee‘: Seminarreihe für Mädchen und Frauen ab 13 zur Vorbereitung auf die Ehe






Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDE-DEADLINE - 25. MÄRZ!!!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Krautwaschl zu Grünwidl: Bin nicht gezwungen worden!
  4. Realitätsverlust im Bistum Chur
  5. „Die meisten Seelen dort sind die, welche nicht an die Existenz der Hölle geglaubt haben“
  6. Heimisch sein im Vatikan - Papst Leo XIV. wohnt wieder in der klassischen Papstwohnung
  7. Vom Elend der Fürbitten
  8. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  9. Einladung zur Novene zum Hl. Josef
  10. Der deutsch-synodale Irrweg in Zahlen: Nur 25 Priesterweihen in ganz Deutschland im Jahr 2025!
  11. Vatikanische Theophantasien zur Frauenfrage
  12. Papst Leo auf Versöhnungskurs
  13. Papst bezieht diesen Samstag seine Wohnung im Apostolischen Palast
  14. Der entschärfte Gott
  15. Pater Dietrich von Stockhausen überreicht Papst Leo XIV. Hesemanns aktuelle Studie über Heroldsbach

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz