Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vorstoß im Bundestag: AfD fordert Ende der Staatsleistungen für Kirchen
  2. BILD spricht von Kurswechsel in Berlin: Papst Leo XIV. schickt „Dompteur“ für deutsche Bischöfe
  3. US-Vizepräsident JD Vance legt Papst Leo XIV. nahe, sich aus der US-Politik herauszuhalten
  4. Kard. Müller: „Niemand hat das Recht den Papst zu kritisieren, wenn er treu seinem Auftrag folgt“
  5. George Weigel an Kardinal Hollerich: Hat die Kirche Christus zweitausend Jahre lang missverstanden?
  6. Phil Lawler: Die Kontroverse zwischen Trump und Papst Leo ging von Washington aus
  7. Schwedischer Kirchenhistoriker: Viele junge Menschen wollen katholisch werden, besonders Männer
  8. Setzt euer Vertrauen nicht in Prinzen!
  9. Trump gegen Papst Leo: Wenn Weltpolitik auf das „Heilige“ trifft
  10. Marsch für das Leben München – Unterstützung von Bischof Barron, Schweigen von Marx und Wilmer
  11. Viel Lärm um nichts?
  12. Kardinal Koch betont den zutiefst christozentrischen Charakter des Pontifikats von Papst Leo XIV.
  13. Papst Leo gegen Präsident Trump – Was steckt dahinter?
  14. "Derselbe Polarstern"
  15. Nach Extremerfahrung des Mondflugs: Artemis-Kommandant Wiseman fragte nach christlichem Seelsorger

So führt man 'schleichend die Scharia ein'

7. April 2016 in Schweiz, 16 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Schweiz: Muslimische Schüler brauchen Lehrerin nicht die Hand zu geben.


Basel/Wiehl (kath.net/idea) Auf Unverständnis bei Islamexperten ist die Entscheidung einer Schweizer Schule gestoßen, dass muslimische Schüler ihren Lehrern den Händedruck aus Glaubensgründen verweigern dürfen. An der Sekundarschule in Therwil (bei Basel) hatten sich zwei muslimische Schüler geweigert, ihrer Lehrerin zur Begrüßung die Hand zu geben. Die Schulleitung entschied, die beiden seien im Recht. Ein „schlimmes Signal“ sieht darin der evangelische Islamkenner, Pfarrer Eberhard Troeger (Wiehl bei Köln). Wie er auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea sagte, verhindert man mit solchen Sonderregelungen Integration. Sie schafften eher Abneigung. Sicherlich gebe es in der islamischen Tradition detaillierte Verhaltensregeln: „In unserem Kulturkreis gehört es jedoch als Zeichen der Höflichkeit und des Anstands dazu, einander die Hand zu reichen.“ Wer Ausnahmen wie diese zulasse, „führt damit schleichend das islamische Recht, die Scharia, ein“, so Troeger. Er äußerte die Hoffnung, dass eine höhere Instanz die Entscheidung der Schule aufheben wird.


Schweizer Lehrerverband: Keine gute Lösung

In der Schweiz hat der Fall heftige Debatten ausgelöst. „Dass ein Kind der Lehrperson die Hand nicht gibt, das geht nicht“, hatte die sozialdemokratische Justizministerin Simonetta Sommaruga erklärt. So stelle sie sich Integration nicht vor: „Auch unter dem Titel Religionsfreiheit kann man das nicht akzeptieren.“

Nach Ansicht des Präsidenten des Schweizer Lehrerinnen- und Lehrerverbandes, Beat Zemp (Frenkendorf), sollten für alle Schüler die gleichen Regeln gelten: „Es ist für mich ein Novum, dass Schülern quasi erlaubt wird, den Lehrpersonen den Händedruck zu verweigern. Ich halte das für keine gute Lösung.“ Ähnlich äußerte sich die Präsidentin des Forums für die Integration der Migrantinnen und Migranten, Emine Sariaslan (Bern): „Die Regeln an einer Schule, und überhaupt in unserer Gesellschaft, sollten für alle gelten.“

Islamverbände: Ein gewöhnlicher Händedruck ist theologisch erlaubt

Selbst von der Föderation islamischer Dachorganisationen in der Schweiz kam Kritik an der Entscheidung. Deren Präsident Montassar BenMrad (Zürich) erklärte in einer Stellungnahme, er selbst reiche Frauen die Hand und empfehle es auch muslimischen Schülern. Denn auf diese Weise zeigten sie ihren Respekt gegenüber den Lehrpersonen. Die Verweigerung des Handschlags zwischen Männern und Frauen werde oft mit Respekt und Schamgefühl begründet, in der Schweiz sei das jedoch unangebracht. Zudem hätten viele islamische Gelehrte „klar bestätigt, dass ein gewöhnlicher Händedruck zwischen Mann und Frau theologisch erlaubt ist“.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Islam

  1. Pakistans Scharia-Gericht billigt Entführung, Vergewaltigung, Kinderehe einer 13-jährigen Christin
  2. Islamistengruppe ‚Nūr al-ʿIlm‘ breitet sich in Norddeutschland aus
  3. Wien: Einziger Christ in der Klasse wird "Schwein" genannt
  4. In muslimischen Regionen müssen Christen den Ramadan nicht selten mitbefolgen
  5. Kardinal Schönborn: "Wenn sich bei uns so viele Menschen vom Christentum verabschieden..."
  6. „Wir führen Einzelgespräche mit Muslimen im persönlichen Kontakt“
  7. Papst besucht die Blaue Moschee in Istanbul - Gebetet hat er dort aber nicht
  8. Der neue Erzbischof von Wien und der Islam
  9. Iran: Immer mehr Frauen verstoßen gezielt gegen die Hijab-Pflicht
  10. Muslime größte Religionsgemeinschaft an öffentlichen Wiener Pflichtschulen







Top-15

meist-gelesen

  1. Kard. Müller: „Niemand hat das Recht den Papst zu kritisieren, wenn er treu seinem Auftrag folgt“
  2. BILD spricht von Kurswechsel in Berlin: Papst Leo XIV. schickt „Dompteur“ für deutsche Bischöfe
  3. Sängerin Nina Hagen bereut ihre Abtreibungen
  4. US-Vizepräsident JD Vance legt Papst Leo XIV. nahe, sich aus der US-Politik herauszuhalten
  5. "Derselbe Polarstern"
  6. Der unerklärte Formatwechsel beim Konsistorium der Kardinäle im Januar
  7. Phil Lawler: Die Kontroverse zwischen Trump und Papst Leo ging von Washington aus
  8. Vorstoß im Bundestag: AfD fordert Ende der Staatsleistungen für Kirchen
  9. Papst Leo gegen Präsident Trump – Was steckt dahinter?
  10. Nach Extremerfahrung des Mondflugs: Artemis-Kommandant Wiseman fragte nach christlichem Seelsorger
  11. Marsch für das Leben München – Unterstützung von Bischof Barron, Schweigen von Marx und Wilmer
  12. Schwedischer Kirchenhistoriker: Viele junge Menschen wollen katholisch werden, besonders Männer
  13. George Weigel an Kardinal Hollerich: Hat die Kirche Christus zweitausend Jahre lang missverstanden?
  14. Kardinal Fernández: Es laufen keine dezidierten päpstlichen Großaufträge am Glaubensdikasterium
  15. Setzt euer Vertrauen nicht in Prinzen!

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz