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Es gibt nichts, was es nicht gibt

2. März 2016 in Kommentar, 8 Lesermeinungen
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Alles gutmenschlich hypertolerant daherkommende Geschwurbel des Arbeitskreises „Säkulare Grüne“ kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Kirche sowie der Glaube mit Stumpf und Stiel ausgerottet werden sollen. Kommentar von Peter Winnemöller


Geseke (kath.net/Blog katholon/pw) Säkulare Grüne, schon mal gehört? Es handelt sich um einen Arbeitskreis der Partei der Grünen, die alles Religiöse aus der Öffentlichkeit ins Private verbannen will. Mit vollem Namen nennen die sich „Bundesweiter Arbeitskreis Säkulare Grüne“. Und die wollen so richtig Gas geben. Keine Kreuze in öffentlichen Gebäuden, Beschneidung der Rechte der Kirche (sie reden natürlich von Privilegien statt von Rechten), Abschaffung von Religionsunterricht, öffentliches Tragen religiöser Symbole und vieles anderes mehr haben sich die Mitglieder dieses Arbeitskreises auf die Fahnen geschrieben. Natürlich soll auch die Kirchensteuer nicht mehr vom Staat eingezogen werden. Beschimpfung religiösen Bekenntnisse soll nicht mehr strafbar sein. Dürfte man ihnen dann z.B. sagen, welch einen lächerlichen Aberglauben sie mit ihrer Säkularreligion pflegen?

Aber es geht auch noch richtig ans Eingemachte. Die Konkordate des Heiligen Stuhls mit den Ländern sollen gestrichen werden. Eine krasse Vorstellung, einen Völkerrechtlichen Vertrag einfach zu kicken. Staaten, die so etwas machen, kann man getrost als Schurkenstaaten bezeichnen. Aber damit nicht genug, man will auch dem Heiligen Stuhl seinen Status als historisches Völkerrechtssubjekt aberkennen. Spätestens jetzt haben sie sich endgültig lächerlich gemacht. Es dürfte den Heiligen Stuhl nur begrenzt interessieren, ob grünliche Säkulare angesichts des historisch verbürgten und allgemein anerkannten Status von dessen Abschaffung faseln. Man wird mit den Heiligen Stuhl noch als Völkerrechtssubjekt anerkennen und behandeln, wenn die ökologisch korrekten Papiere dieses Arbeitskreises schon lange nur noch als Humus existieren. Wenigstens verrotten sie umweltfreundlich.

Man könnte denken, der Gipfel ist hiermit erreicht. Nein, der Katalog der Forderungen geht noch weiter. Glaubensinhalte und -praktiken sollen nach Ansicht der säkularen Grünlinge auf den Prüfstand, ob sie denn mit humanistischen Werten, Menschenrechten und demokratischen Selbstverständlichkeiten kollidieren. Ist dies nach Ansicht der grünlichen Inquisition der Fall, dann sind selbige kritisch zu reflektieren und haben sich einer öffentlichen Diskussion hierzu nicht zu entziehen. Schlechte Karten für Gott. Er wird dann wohl seine 10 Gebote künftig einer säkularen Kommission zur Prüfung vorlegen müssen. Die Internetseite des Vatikan wird man dann vermutlich gleich komplett zensieren. Denn weder der Vatikan noch Gott selber werden sich um grünlichen Säkularismus besonders kümmern.

Man wird angesichts einer solchen Naivität mit dem Facepalmen nicht fertig.

Aber Vorsicht! Es besteht weiterhin die Gefahr, dass die Grünen in einzelnen Bundesländern in die Regierungsverantwortung kommen. Als Katholik ist eine Partei, die einen solchen Arbeitskreis akzeptiert, nicht wählbar.

Alles gutmenschlich hypertolerant daherkommende Geschwurbel in den Papieren dieses Arbeitskreises kann beim besten Willen nicht darüber hinweg täuschen, dass nicht nur die Kirche sondern auch der Glaube und, wenn es hart auf hart kommt, auch der gläubige Mensch mit Stumpf und Stiel ausgerottet werden soll.

Sie können es nicht wissen, aber … psssst … Et portae inferi non praevalebunt adversus eam. Es würde sie vermutlich in totale Verzweiflung stürzen, wenn sie es wüssten und erkennen müssten, dass es wahr ist.

Foto Peter Winnemöller


Foto oben © kath.net/Michael Hesemann


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Lesermeinungen

 VAGUS 7. März 2016 

Wer ist katholisch?

Nicht jeder der Kirchensteuer bezahlt ist katholisch.Daß Herr Ulrich Motte "führende Grüne" benennt, besagt noch garnichts. Auch Hitler hat s.Z. Kirchensteuer bezahlt und sogar vom "Allmächtigen" gesprochen, der ihn gerettet habe.


0
 
 kathlog 3. März 2016 
 

tausend Dank...

@offensiv Lineman
... es tut einfach gut zu lesen, wie Ihre nüchtern sachliche und kompetente Einschätzung das Bild wieder einigermaßen ins rechte Licht rückt.
Wenn Peter Winnemöller formuliert...
"Alles gutmenschlich hypertolerant daherkommende Geschwurbel des Arbeitskreises „Säkulare Grüne“ kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Kirche sowie der Glaube mit Stumpf und Stiel ausgerottet werden sollen"
... dann ist das ein ungeheuerlicher Vorwurf, der unter die Gürtellinie geht. Gerade weil Herr Winnemöller sich sehr wohl bewußt ist, dass es hier um die ernste Frage nach Trennung von Staat und Kirche geht und eben nicht um Ausrottung des Christentums. Diese Formulierung ist einem christlichen katholischen Forum einfach nicht würdig.
Wahlkampf ist ja löblich und notwendig. Wahlkampf muß sein, ja... und Christen müssen auch apologetisch agieren dürfen, das bleibt ja unbestritten.
Nur bitte in Übereinstimmung mit dem Evangelium. Gerade dafür stehen wir doch hier!


1
 
 Ulrich Motte 2. März 2016 
 

Girsberg

Ich nehme Ihnen Ihre Frage absolut rein gar nicht übel- ich verstehe sie (Sie) sehr gut! Dank und herzlicher Gruß an Sie!


2
 
 Offensiv Lineman 2. März 2016 
 

Unsachlicher und unhöflicher geht wohl kaum ...

Sehr geehrter Herr Winnemöller,

es gibt nicht nur den "Bundesweiten Arbeitskreis Säkulare Grüne", sondern mehrere Landesarbeitsgemeinschaften und -kreise mit dem Thema "Religionspolitik" - ebenso wie Bundes- und Landesarbeitgemeinschaften von Christ*innen, Muslimen etc. pp.

Auch in den religonspolitischen Arbeitsgemeinschaften sind katholische Christen Mitglieder. Dass selbst der Papst dem Kirchensteuerwesen in der Bundesrepublik nicht nur Gutes abgewinnen kann, ist allgemein bekannt.

Und, dass z. B. muslimische Grundschüler nicht die kürzest erreichbare Schule in NRW besuchen können, ist ein Skandal, der besonders viele katholische Christen aufregt.

Sie sehen also, man muss nicht "Geschwurbel" und sonstige Unhöflichkeiten schreiben.

Ein anständiges Verhalten an den Tag zu legen, sollte doch gerade bei angeblichen "Feinden" einem Christen notwendig erscheinen, oder gilt dieses Wort von Jesus Christus nicht mehr?

Mit freundlichen Grüßen


3
 
 athanasius1957 2. März 2016 
 

Hitler, Stalin, Pol Pot, Enver Hodza, Mao, etc.

Die berühmteste Frage Stalins:
"Wieviel Divisionen hat der Papst?"

Und jeder, der in der Reihe namentlich genannt ist, hat sich am Ende seiner Zeiten gewundert, wie lebendig Kirche ist.

In China und Japan haben getaufte Gruppen trotz Verfolgung über Jahrhunderte überlebt, detto in Rußland nach 1917.

Warum wohl:
"... UND DIE PFORTEN DER HÖLLE WERDEN SIE NICHT ÜBERWÄLTIGEN!!!!!!!!"


14
 
 girsberg74 2. März 2016 
 

„Aber“ - Was bitte?

@Ulrich Motte: „Viel Kritik ist berechtigt-DANKE! Aber es gibt ja auch viele führende katholische Grüne, nur beispielsweise …“

Ich halte bei dem „Aber“ inne, frage mich, ob diese Personen nicht alle in derselben Kloake sitzen bzw. arbeiten?

Um meine Frage zu verstehen / zu rechtfertigen: ich war am vergangenen Sonntag bei der „Demo für Alle“ in Stuttgart und habe das Drumherum hautnah erlebt.


18
 
 Aschermittwoch 2. März 2016 
 

Das ist Christenverfolgung unter grünem Deckmantel.
Deutschland, denk bei den kommenden Wahlen daran!!!!


17
 
 Ulrich Motte 2. März 2016 
 

Viel Kritik ist berechtigt-DANKE!

Aber es gibt ja auch viele führende katholische Grüne, nur beispielsweise (soweit ich weiß) Ministerpräsident Kretschmann, Ex-Vizekanzler (Joschka) Fischer, NRW- Vizeministerpräsidenten Löhrmann, der sehr bekannte Bundestagsabgeordnete Volker Beck, usw. Hoffen wir, daß die Mehrheit der Grünen zur Toleranz findet!


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