Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Für alle, die bis jetzt zweifelten: Nun gehen sie wieder ins Schisma!
  2. Papst Leo XIV. empfing Katholiken, die mit gleichgeschlechtlicher Neigung keusch leben möchten
  3. Voll in die Falle getappt
  4. Die synodale Sackgasse der Anderskatholischen
  5. Der deutsch-synodale Weg als reines Herrschaftsinstrument!
  6. Die große Täuschung
  7. George Orwell wohnt in Brüssel, aber nicht nur dort!
  8. „Treue oder Einheit? Wie wird Leo XIV. mit den Lehr- und Disziplinarproblemen der Kirche umgehen?“
  9. Deutsches Formular für Geburtenanzeige: Welches Geschlecht hat die Mutter?
  10. Kinderschutz oder Staatskontrolle? Das Dilemma der Social-Media-Verbote
  11. Fatales Gerichtsurteil in Deutschland: Chefarzt siegt gegen katholisches Klinik-Verbot
  12. Meine Söhne, „seid heilig, Anbeter, Menschen des tiefen Gebets und lehrt das Volk, dasselbe zu tun!“
  13. Vatikan: Neue Statuten für die Marienforschung
  14. Studie zur US-Spaltung: Nicht die Rechten, sondern die Linken rückten ab
  15. Wann sind wir zu Gottes Chefs geworden?

Kardinal Koch besucht evangelikalen Kongress zur Christenverfolgung

16. November 2015 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


CDU/CSU-Bundestags-Fraktionsvorsitzender Volker Kauder fordert unerschrockenes Bekenntnis zur Religionsfreiheit. Gastbeitrag von Michael Hesemann


Schwäbisch Gmünd (kath.net) Kein Thema ist in diesen Tagen so aktuell wie dieses: Drei Tage lang treffen sich Betroffene, Aktivisten sowie Christen aller Konfessionen im baden-württembergischen Schwäbisch Gmünd, um sich über die weltweite Verfolgung und Diskriminierung von Christen im Nahen Osten, in Asien und in Afrika austauschen.

Eröffnet wurde der Kongress am gestrigen Sonntag von dem in der Frage der Christenverfolgung seit Jahren engagierten Vorsitzenden der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Dr. Volker Kauder (Foto). Eine echte Sensation ist zudem die erstmalige Teilnahme des Präsidenten des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, Kardinal Kurt Koch, auf dem von evangelikalen Christen veranstalteten Kongress.

Volker Kauders Eröffnungsvortrag stand ganz im Zeichen des schrecklichen Terroraktes von Paris am letzten Freitag. Dabei warnte der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende vor einem Stimmungsumschwung in der Flüchtlingsfrage. Diese Menschen, die aus dem Nahen Osten zu uns kämen, würden vor eben solchen Gewalttaten, verübt durch den Islamischen Staat, fliehen. So sei es unsere Verantwortung aus christlicher Nächstenliebe heraus, sie aufzunehmen und zu schützen. Entscheidungen über Familienzuzug oder die Länge der Aufenthaltsdauer dagegen müsse man individuell klären, denn die Leistungsfähigkeit der staatlichen Institutionen stoße allmählich an ihre Grenzen. Als engagierter Christ könne man aber nicht einerseits für das Menschenrecht der Religionsfreiheit eintreten, andererseits aber Muslime diskriminieren oder unter Pauschalverdacht stellen. Im Gegenteil: Die Flüchtlingswelle sei unsere Chance, den Menschen im Nahen Osten zu zeigen, wozu christliche Nächstenliebe fähig ist. „Gott, davon bin ich überzeugt, wird mir keine Last auferlegen, die ich nicht tragen kann. Und das gilt für uns alle. Mit Gottvertrauen können wir auch diese Herausforderung bewältigen“, schloss er seine mit Herzblut vorgetragene Rede.


Zu Skepsis dagegen mahnte der armenisch-evangelische Arzt Dr. Jany Haddad, der aus der umkämpften Stadt Aleppo nach Schwäbisch-Gmünd gekommen war. Er zeigte nicht nur erschütternde Bilder von den Ruinen der einst blühenden Metropole und von Kreuzigungen einheimischer Christen durch die islamistischen „Rebellen“. Er behauptete auch, dass mit den Flüchtlingsströmen überwiegend Islamisten, darunter Angehörige von IS-Kämpfern, nach Europa kämen. Von den 500.000 obdachlos gewordenen Christen des Landes dagegen hätten sich nur wenige auf den Weg gemacht. „Der Aufenthalt in den Flüchtlingslagern ist für Christen viel zu gefährlich. Wir versuchen, auf legalem Wege auszureisen, stehen wochenlang in den Botschaften an in dem vergeblichen Bemühen, ein Visum zu bekommen. Und meist scheitern wir damit.“ Selbst aus seinem engsten Bekanntenkreis seien Männer bereits geköpft worden, weil sie sich weigerten, zum Islam zu konvertieren. „Ihren Ehefrauen wurden die Leichen geschickt und eine DVD, die ihre Hinrichtung zeigte. Etwas später verlangten die Mörder, dass diese Witwen jetzt ihre Frauen werden sollten. Wenn sie sich weigerten, würden sie auch noch ihre Söhne töten.“ Glücklicherweise gelang es Dr. Haddad, den Frauen Visa und Tickets nach Armenien zu besorgen, wo sie jetzt in Sicherheit leben.

Austragungsort des viertägigen Symposiums, zu dem über 650 Teilnehmer angereist sind, ist das evangelikale Kongress- und Begegnungszentrum „Schönblick“, praktisch die „Gute Stube“ des württembergischen Pietismus. Nicht nur, dass Evangelikale sich der demonstrativen Sympathie von Papst Franziskus erfreuen, auch hier wird echte Ökumene demonstriert. So wurde der Kongress in Zusammenarbeit mit 31 christlichen Organisationen der katholischen, syrisch-orthodoxen und evangelischen Kirche – darunter auch das päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ – organisiert, die in Ständen über ihre Arbeit informieren. Während, wie man selbstkritisch anmerken muss, viele deutsche Bischöfe mit dem Thema „Christenverfolgung“ noch ein wenig fremdeln und sich lieber um einen konstruktiven Dialog mit dem Islam bemühen, engagieren sich evangelikale Christen vorbildlich für ihre Glaubensgeschwister aller Konfessionen im Nahen Osten und in Afrika. Das breite Spektrum, auf dem der Kongress „Christenverfolgung heute“ diesen Problemkreis behandelt, legt davon ein beredtes Zeugnis ab.

Zu den weiteren mit Spannung erwarteten Referenten gehört etwa die syrisch-orthodoxe Nonne Schwester Hatune Dogan, die ein Hilfswerk für christliche Flüchtlinge im Irak, Syrien und der Türkei unterhält. Pater Douglas Bazi, Leiter des Flüchtlingscamps in Erbil/Nordirak, wird ebenso von vorderster Front berichten wie Pastor Abu Firas aus den Flüchtlingslagern im Libanon. Bischof K.R.Singh wird über die Situation der Christen in Indien sprechen, Bruder Qadri über die Verfolgung durch die Terrormiliz Boko Haram in Syrien. Susanne Geske, die Witwe des ermordeten protestantischen Missionars aus Malatya/Türkei, wurde auf tragische Weise Zeugin der akuten Bedrohung der christlichen Rest-Präsenz in Erdogans Reich.

Aber es gibt auch Zeugen der Hoffnung. Ali al Maghrabi sprach über die beeindruckende Zahl von Konversionen marokkanischer Muslime zum Christentum. Said al Yemeni (Pseudonym), ein ehemaliger Salafist aus dem Jemen, legte Zeugnis davon ab, wie er selbst zum christlichen Glauben fand. Ein Höhepunkt am Montagabend ist die Teilnahme des christlich-arabischen Prinzen von Ghassan, eines gläubigen Katholiken, der mit den unierten Patriarchen von Antiochia und Jerusalem am Aufbau eines Zentralrates der Christen des Nahen Ostens arbeitet, um den Verfolgten aller Konfessionen eine Stimme zu geben.

Von der „Ökumene des Blutes“ sprach wiederholt Papst Franziskus. Im Leid der Verfolgung müssen alle Differenzen überwunden werden. Nur gemeinsam kann man den Kampf gegen die „Globalisierung der Indifferenz“, der kollektiven Verdrängung des Leides der Verfolgten, gewinnen. Dieser Kongress ist ein wichtiger Beitrag dazu.

Der Kongress „Christenverfolgung heute – Gedenkt der Märtyrer“ findet vom 15.-18. November 2015 im Kongress- und Begegnungszentrum Schönblick in Schwäbisch-Gmünd statt. Info: www.schoenblick.de/christenverfolgung.

CDU-Politiker Kauder während seiner Rede in Schönblick


Susanne Geske, die Witwe des ermordeten protestantischen Missionars aus Malatya/Türkei, während des Kongresses




Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Christenverfolgung

  1. „Christen in Europa sehen sich zunehmend Hass und Diskriminierung ausgesetzt“
  2. Brutaler Polizeiangriff auf einen katholischen Priester in Sri Lanka: Kirche fordert Aufklärung
  3. Weltverfolgungsindex 2026: Die Christenverfolgung ist weltweit auf neuem Höchststand
  4. „Nicht nur Israels Kampf… es ist der Kampf unserer gemeinsamen jüdisch-christlichen Zivilisation“
  5. Plakolm: Christenverfolgung ernst nehmen statt relativieren
  6. USA bombardieren Islamisten nach Massaker an Christen in Nigeria
  7. Meldestelle Christenschutz: Christliche Flüchtlinge sind fassungslos über Skandal-Ausstellung
  8. Pakistan: Christen trauern ökumenisch nach Ermordung des Pfingst-Pastors Kamran Michael Naz
  9. Seine Freilassung war eine Gebetserhörung
  10. Nuntius Eterović: „Christen sind die weltweit am meisten wegen ihrer Religion verfolgten Menschen“






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Voll in die Falle getappt
  4. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  5. Für alle, die bis jetzt zweifelten: Nun gehen sie wieder ins Schisma!
  6. Papst Leo XIV. empfing Katholiken, die mit gleichgeschlechtlicher Neigung keusch leben möchten
  7. Meine Söhne, „seid heilig, Anbeter, Menschen des tiefen Gebets und lehrt das Volk, dasselbe zu tun!“
  8. Die synodale Sackgasse der Anderskatholischen
  9. Die große Täuschung
  10. Der deutsch-synodale Weg als reines Herrschaftsinstrument!
  11. Die Kirche – nicht nur – im deutschsprachigen Raum: «the big picture»
  12. Islamismusforscherin Schröter: „Tja, liebe Freunde, was glaubt ihr eigentlich, was die Scharia ist?“
  13. Fatales Gerichtsurteil in Deutschland: Chefarzt siegt gegen katholisches Klinik-Verbot
  14. Vatikan: Neue Statuten für die Marienforschung
  15. Fünfmal Mary: Eine US-Familie und ihre ungewöhnliche Namenstradition

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz