Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vertrauenskrise in der Kirche
  2. Vatikan korrigiert argentinische Bischöfe: Gläubige dürfen kniend und auf die Zunge kommunizieren
  3. „Puff für alle“: Entsetztes Kopfschütteln über Sexualkunde-Aufgabe an katholisch geprägtem Gymnasium
  4. „Ut unum sint“ - Wahrheit, Tradition und sichtbare Communio
  5. 'Gut' gebrüllt, Löwe?
  6. Kardinal Eijk: Synodenbericht der Arbeitsgruppe 9 muss zurückgewiesen werden
  7. Sacrosanctum Concilium: Die Liturgie und das Geheimnis Christi
  8. „Leo macht Schluss mit ‚Doppelstandards‘: Warum der deutsche Synodale Weg ins Stocken gerät“
  9. Rom und die orientalisch-orthodoxen Kirchen seit Fiducia supplicans
  10. MAGNIFICA HUMANITAS
  11. Vatikan veröffentlicht die Leitlinien für den Umsetzungsweg der Synode über die Synodalität
  12. Nach Gipfelkreuzschändung: 18-Jähriger stellt neues selbstgebautes Kreuz auf
  13. US-Diözese Wichita hat seit Jahren viele Priesterberufungen
  14. Trend unter jungen New Yorkern: Gemeinsam zur Sonntagsmesse gehen
  15. Synodenbericht der Arbeitsgruppe 9 ‚beunruhigend‘ und ‚verblüffend‘

Kuba libre. Franziskus wollte auf der Karibikinsel Dissidenten treffen

21. September 2015 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Doch die kommunistische Obrigkeit schlug zu und fing sie ab - und brachte Vatikansprecher Lombardi damit in Erklärungsnot. Von Thomas Jansen (KNA)


Havanna (kath.net/KNA) Der zweite Tag der Kuba-Reise des Papstes endete am Sonntag mit einer kleinen Sensation: Franziskus ist als erster Papst offenbar bereit, sich auf Kuba mit Regimekritikern zu treffen. Dieser Versuch ist jedoch vorerst gescheitert. Kubanische Oppositionelle berichteten am Sonntag (Ortszeit), die Polizei habe zwei ihrer Wortführer auf dem Weg in die Nuntiatur abgefangen und verhaftet. Vatikansprecher Federico Lombardi bestätigte nur, das Treffen sei geplant gewesen, dann aber nicht zustande gekommen.

Eine solche Begegnung war im offiziellen Reiseprogramm nicht vorgesehen. Auch Franziskus' Vorgänger, Johannes Paul II. (1978-2005) und Benedikt XVI. (2005-2013), trafen sich auf Kuba nicht mit Dissidenten. Der Grund liegt auf der Hand: Rücksichtnahme auf das kommunistische Regime des Landes. Das reagiert beim Thema Menschenrechte nach wie vor äußerst empfindlich.

Obwohl der Vorgang in internationalen Medien schnell die Runde machte, ging Lombardi zunächst nicht darauf ein. Erst auf Nachfrage äußerte er sich in seiner Pressekonferenz dazu – bezeichnenderweise nicht ohne vorher Rücksprache mit seinem kubanischen «Aufpasser» zu halten, der während der Pressekonferenzen neben ihm auf dem Podium sitzt. Der Mann im Bodyguard-Format blickt den Jesuiten stets sehr kritisch an.


Lombardi wand sich denn auch: Ein «Treffen im engen Sinne» sei nicht geplant gewesen; nur eine kurze Begegnung sollte es sein, erklärte er. Warum diese dann letztlich nicht zustande kam, sei ihm nicht bekannt. Möglicherweise hätten auch einige Dissidenten von sich aus abgesagt. Kubanische Medien freilich berichteten, zwei bekannte Regimekritiker seien von Sicherheitskräften daran gehindert worden, den Papst in seinem Quartier in der Nuntiatur in Havanna aufzusuchen.

Direkt angesprochen hat Franziskus die Menschenrechte bei seinem Kuba-Besuch bislang nicht. Nur zwischen den Zeilen war Kritik am Castro-Regime herauszuhören - etwa als der Papst sagte, das System der «Dynastie und Gruppen» sei für immer vorbei; oder in seiner Messpredigt am Sonntag: Im Christentum gehe es nie um Ideologien, sondern um Menschen. In seiner Begrüßungsansprache auf dem Flughafen hatte sich Franziskus auch an all jene gewandt, die er aus «verschiedenen Gründen» nicht treffen könne. Dies bezogen Beobachter vor allem auf die «Damen in Weiß» und andere Dissidentengruppen.

Ob Franziskus mit Staatspräsident Raul Castro über die Menschenrechtslage gesprochen hat, blieb offen. Zeit genug hätte er gehabt: Rund eine Stunde redeten beide im Präsidentenpalast miteinander. «Familiär» und «herzlich» nannte der Vatikansprecher die Begegnung. Über Inhalte wurde nichts bekannt. Zuvor hatte Franziskus auch schon Rauls Bruder Fidel Castro getroffen. Fernsehaufnahmen zeigen den 89-jährigen Revolutionsführer im blauen Adidas-Trainingsanzug, wie er sich angeregt mit Franziskus unterhält.

Nach dem politischen Pflichtprogramm kam für Franziskus am Sonntagabend die Kür: ein Treffen mit Priestern und Ordensleuten in der Kathedrale von Havanna und eine Begegnung mit Jugendlichen. Hier war der Papst in seinem Element. An den vorbereiteten Redetext hielt er sich bei den Geistlichen gar nicht und bei den Jugendlichen nur grob. Vor den Ordensleuten hielt er eine Meditation über die Armut - die stellenweise so humorvoll war, dass seine Zuhörer laut lachen mussten. Den Jugendlichen rief er zu, sie sollten ihre Träume nicht aufgeben und sich gesellschaftlich engagieren und auch einmischen. Das legte Franziskus jungen Leuten zwar auch schon andernorts nahe. Doch in einer kommunistischen Diktatur wirkte sein Appell fast subversiv.

Franziskus bleibt noch bis Dienstag auf Kuba, bevor er in die USA fliegt, die zweite Station seiner Reise. Theoretisch könnte er sich also noch mit Dissidenten treffen. Die meisten Beobachter halten das jedoch für unwahrscheinlich, da ein solches Treffen nur in Havanna möglich sei, der Papst aber ab Montag andere Städte besucht. Aber für Überraschungen ist Franziskus bekanntlich immer gut.

(C) 2015 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kuba

  1. Kuba lässt auf Wunsch des Papstes 553 Gefangene frei
  2. Kuba: Weizenmehl für Hostien ist wieder vorhanden
  3. Weizenmangel: Kuba gehen die Hostien aus
  4. Kuba: Katholiken fordern grundlegende Erneuerung des kommunistischen Staates
  5. Kuba: Ricardos Traum. In Havanna entsteht eine dem hl. Johannes Paul II. geweihte Kirche
  6. IGFM: 'Fidel Castro war der Totengräber der Menschenrechte'
  7. Historische Begegnung: Papst trifft Moskauer Patriarchen Kyrill I.
  8. Kubas Präsident Castro besucht drei Messen an drei Tagen
  9. Christliche Oppositionspartei in Kuba ruft Papst um Hilfe an
  10. Franziskus kritisiert Abtreibung, Sterbehilfe: Europas Wegwerfkultur






Top-15

meist-gelesen

  1. „Leo macht Schluss mit ‚Doppelstandards‘: Warum der deutsche Synodale Weg ins Stocken gerät“
  2. „Puff für alle“: Entsetztes Kopfschütteln über Sexualkunde-Aufgabe an katholisch geprägtem Gymnasium
  3. Vertrauenskrise in der Kirche
  4. Vatikan korrigiert argentinische Bischöfe: Gläubige dürfen kniend und auf die Zunge kommunizieren
  5. MAGNIFICA HUMANITAS
  6. Kardinal Eijk: Synodenbericht der Arbeitsgruppe 9 muss zurückgewiesen werden
  7. 'Gut' gebrüllt, Löwe?
  8. Komm, o Geist der Heiligkeit! Aus des Himmels Herrlichkeit!
  9. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  10. 'Ich denke, dass Gott der Größte ist! Er kann alle Türen für uns öffnen'
  11. Rom und die orientalisch-orthodoxen Kirchen seit Fiducia supplicans
  12. Nach Gipfelkreuzschändung: 18-Jähriger stellt neues selbstgebautes Kreuz auf
  13. „Die Genderideologie ist zutiefst reaktionär“
  14. Trend unter jungen New Yorkern: Gemeinsam zur Sonntagsmesse gehen
  15. „Synodenbericht präsentiert einen toxischen ‚Paradigmenwechsel‘“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz