Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie die Piusbrüder - Linker belgischer Bischof plant weiterhin verbotene Weihen
  2. Gefeuert wegen AfD-Kandidatur: Deutsche Caritas-Erzieherin zieht vor Gericht
  3. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  4. Asymmetrisch blinder Blick auf die deutsche Landschaft
  5. Sechs Messdiener mit Down-Syndrom ministrierten bei der historischen Papstmesse in Paris
  6. Es gibt drei Erzengel, die vor Gottes Thron für uns eintreten
  7. Wort-Gottes-Feier in katholischer Kirche mit Liedern von Taylor Swift
  8. „Wenn wir den wahren missionarischen Geist, den richtigen Weg finden, gibt es in Deutschland noch…“
  9. Ein Erzbischof auf Staatsbesuch
  10. „Das Ende von Maria 2.0“
  11. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  12. Einbürgerung als Wahlstrategie? Linke profitiert massiv von muslimischen Wählern in Berlin
  13. 'Amoris Laetitia' oder das Lehramt, das sich selbst abschafft
  14. Die Deutsche Bischofskonferenz will keine 'Demontage' des deutschen Staatsfunks
  15. Bekannte US-Influencerin und Mutter von neun Kindern konvertierte zum Katholizismus

Psychiater Lütz kritisiert Oberflächlichkeit bei Sterbehilfe-Debatte

15. Dezember 2014 in Deutschland, 5 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Manfred Lütz: Dass gemäß Umfragen viele Menschen die aktive Sterbehilfe befürworten, liege auch an suggestiven Fragestellungen: Das Wort «Tötung» komme dabei gar nicht vor, sondern lediglich der Begriff «Sterbehilfe». «Und wer ist schon gegen Hilfe?»


Frankfurt (kath.net/KNA) Der Psychiater und Theologe Manfred Lütz warnt vor begrifflichen Unschärfen in der Sterbehilfe-Debatte. «In Wahrheit gibt es nur zwei Möglichkeiten: töten oder sterben lassen», schreibt der Leiter des Alexianer Krankenhauses in Köln in einem Gastbeitrag für die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» (Donnerstag). «Ersteres ist Ärzten verwehrt, Letzteres kann ärztliche Pflicht sein.»

Eine ausdrückliche gesetzliche Freigabe des ärztlich assistierten Suizids würde nicht nur den Druck auf schwerkranke Menschen, «die sich selbst oder andern als Last vorkommen», erhöhen und damit ihre Selbstbestimmung gefährden, so Lütz weiter. «Es würde auch ausnahmslos jede Arzt-Patienten-Beziehung in Deutschland betreffen, wenn plötzlich der Arzt auch der mögliche Todesbote wäre.»


Wenn laut Umfragen angeblich 70 Prozent der Bundesbürger für aktive Sterbehilfe seien, dann liege das auch an einer suggestiven Fragestellung, schreibt Lütz weiter. Das Wort «Tötung» komme dabei gar nicht vor, sondern lediglich der Begriff «Sterbehilfe», so der Mediziner. «Und wer ist schon gegen Hilfe?»

Tatsächlich jedoch wollten sich die Menschen nicht vom Staat oder vom Arzt vorschreiben lassen, wie sie zu sterben hätten. «Das ist im Hospiz auch sichergestellt.» Darüber hinaus könne die Palliativmedizin heutzutage einem Sterbenden alle Schmerzen nehmen, ohne ihn zu töten. Mit Blick auf die Umfragen zum Thema Sterbehilfe führt Lütz aus: «Wenn das in der Öffentlichkeit mehr bekannt wäre und korrekt gefragt würde, gäbe es sicher andere Ergebnisse.»

Zugleich räumt Lütz ein, dass es Grenzfälle gebe, in denen es zu einem ärztlich assistierten Suizid kommen könne. Aber aus Grenzfällen dürfe man nicht generelle Regeln ableiten. Und wenn ein Arzt sich vor seinem Gewissen verpflichtet fühle, etwas zu tun, «was von der Rechtsordnung nicht gebilligt wird, dann muss er auch bereit sein, dafür geradezustehen». Davon abgesehen räumten selbst Befürworter eines ärztlich assistierten Suizids ein, dass es nur um ganz wenige Fälle gehe.

(C) 2014 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Sterbehilfe

  1. Kanadischer Priester mit gebrochener Hüfte erhält im Krankenhaus Sterbehilfeangebote
  2. „Jetzt und in der Stunde unseres Todes“ – Ein neuer Leitfaden für die Zeit des Sterbens
  3. Kanada: 84-Jährige wegen Rückenschmerzen in Notaufnahme, bekommt als Erstes Sterbehilfe angeboten!
  4. Nach Protesten scheitert Frankreichs Euthanasiegesetz im Senat
  5. Kirche: Nein der Slowenen zu Suizidbeihilfe klares Signal an Staat
  6. Verherrlichung eines tragischen Todes – zum assistierten Suizid von Alice und Ellen Kessler
  7. Erzbischof Fisher: „Die Diagnose der Kultur des Todes von Johannes Paul II. war prophetisch“
  8. Vatikan "sehr besorgt" wegen Sterbehilfe-Urteilen in Italien
  9. Kanada: Erzbistum Montreal klagt gegen Bundesstaat Québec wegen Einschränkung der Gewissensfreiheit
  10. Evangelischer Landesbischof Ralf Meister behauptet: "Der Mensch hat ein Recht auf Selbsttötung"







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  3. Papst Leo erstaunt über hohe Zahl von Erwachsenentaufen in Frankreich
  4. Wo Begegnung zur Zivilisation der Liebe wurde. Die Armen als Fleisch Christi
  5. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  6. Junge Französin bekennt vor Papst: „Wie der heilige Paulus sagt: ‚Für uns ist Christus das Leben‘“
  7. Papst Leo an 80.000 Jugendliche im Stade de France: "Wer mit Gott lebt, ist frei"
  8. „Wenn wir Eucharistie feiern, dürfen wir mit allem zu ihm kommen, was in uns unvollendet ist“
  9. Neuer Schülerkreise Joseph Ratzinger / Papst Benedikt XVI. bestätigt bisherigen Vorstand im Amt
  10. Nordische Bischofskonferenz beendet Herbstvollversammlung in Paderborn
  11. Zwischen Stein und Geheimnis: ‚Ohne die Liturgie würde Notre-Dame ihre Seele verlieren‘
  12. Die Menschheitsfamilie zwischen Babel und Pfingsten
  13. Der Mensch ist mehr als eine Maschine - Die Würde des Menschen vor dem Angesicht Gottes
  14. Bischof Erik Varden: „Den Fremden willkommen heißen“
  15. Frankreichs neue „Generation Leo“: Warum die Jugend plötzlich wieder zum Papst strömt

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz