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«Wir bitten Sie, der rezeptfreien 'Pille danach' nicht zuzustimmen»

28. November 2014 in Familie, 2 Lesermeinungen
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Alexandra Linder schreibt für die „Aktion Lebensrecht für Alle“ (ALfA) offenen Brief an Bundesgesundheitsminister Gröhe: ‚Pille danach‘ ist oft nicht notwendig, kann frühabtreibend wirken und senkt nicht Abtreibungszahlen


Berlin (kath.net) „Wir bitten wir Sie, der rezeptfreien Vergabe der Pille danach keinesfalls zuzustimmen.“ Dies schreibt Alexandra Linder für die „Aktion Lebensrecht für Alle“ e.V. (ALfA) in ihrem offenen Brief an Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (Foto). Der CDU-Politiker hatte sich lange gegen die Abschaffung der Rezeptpflicht für die hochdosierte Hormongabe ausgesprochen, nach einer Entscheidung des EU-Arzneimittelausschusses änderte er inzwischen allerdings seinen Kurs.

kath.net dokumentiert den Brief von Alexandra Linder, stellvertretende Bundesvorsitzende der ALfA e.V., an Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, in voller Länge:

Sehr geehrter Herr Minister Gröhe,

als größter Lebensrechtsverband Deutschlands beschäftigen wir uns seit langem mit der Wirkungsweise und den gesundheitlichen sowie gesellschaftlichen Folgen der Pille danach. Bevor Sie die rezeptfreie Vergabe der Pille danach für Deutschland erwägen, bitten wir um Berücksichtigung folgender Tatsachen:


1. In vielen Fällen ist die Vergabe der Pille danach nicht notwendig. Der Zyklustag kann mittlerweile sehr genau bestimmt werden, allerdings nur dann, wenn dies unter ärztlicher Aufsicht geschieht. Zum Schutz der Gesundheit gerade von jungen Frauen ist daher die ärztliche Prüfung, ob diese hohe Hormongabe überhaupt angebracht ist, sehr wichtig. Leider halten sich viele Ärzte nicht daran; sie untersuchen die Frauen gar nicht, sondern stellen einfach ein Rezept aus: Das ist der Punkt, an dem in der Tat etwas geändert werden muss.

2. Die beiden Wirkstoffe Ulipristalacetat und LNG haben neben einer verhütenden auch eine frühabtreibende Wirkung, weil sie interzeptiv wirken. Die Umdefinition des Begriffes Mensch und Schwangerschaft ändert an dieser Tatsache nichts. Wenn Sie Packungsbeilagen aus anderen Ländern lesen, werden Sie feststellen, dass darin diese Wirkung eindeutig angegeben ist (die Packungsbeilagen von PiDaNa und NextChoice können wir Ihnen gerne zusenden, ebenso eine spanischsprachige Studie zur Wirkung von LNG). In Deutschland hat man diese eindeutigen Hinweise und Studien zwar zum Teil innerhalb weniger Tage gestrichen, nichtsdestoweniger steht seit Jahrzehnten in jedem Lehrbuch, dass diese Wirkstoffe diese Wirkung haben. Daher ist auch hier Vorsicht angebracht beziehungsweise muss noch sehr viel ehrliche Aufklärung erfolgen.

3. In keinem Staat, wo die Pille danach rezeptfrei vergeben wird, sind die Abtreibungszahlen wirklich gesunken, zum Teil (Großbritannien, Schweden, Niederlande, Belgien, USA) steigen sie sogar bzw. bleiben trotz sinkender Bevölkerungszahlen auf sehr hohem Niveau. Dieses Argument ist also in keiner Weise stichhaltig.

4. Zu beobachten ist in diesen Staaten auch, dass eine "Spätverhütungsmentalität" entsteht bzw. sich verstärkt, wobei die Grenze zwischen der Pille danach und der Abtreibungspille RU 486 mehr und mehr verwischt wird. Gesellschaftlich bedeutet das zum einen eine immer vernachlässigendere Sicht auf den Ursprung und Beginn des Lebens, sprich der menschlichen Person, zum anderen eine Mentalität, die Sexualität für jederzeit folgenlos machbar hält, was weder für die menschliche Person noch für die Gesundheit der Betroffenen (u.a. sexuell übertragbare Krankheiten) einen Positivfaktor darstellt.

Aus all diesen Gründen bitten wir Sie, der rezeptfreien Vergabe der Pille danach keinesfalls zuzustimmen.

Mit freundlichen Grüßen,
Alexandra Maria Linder
1. Stellvertretende Bundesvorsitzende
Im Namen des Geschäftsführenden Bundesvorstandes der ALfA e.V.

Foto Bundesgesundheitsminister Gröhe © www.hermann-groehe.de


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Lesermeinungen

 Doose Rosa 29. November 2014 
 

Danke!

Hoffentlich wird der Brief von Herrn Gröhe und allen verantwortlichen Leuten beachtet!


4
 
 Ehrmann 28. November 2014 

Nicht zu vergessen: der Gewissensdruck

denn das schlechte Gewissen der Frauen, die wirklich oder nur "vielleicht" ein Kind getötet haben, ist nicht zu unterschätzen und kann sich in Verdrängungsversuchen durch verstärkten "Kampf um Frauenfreiheit" oder in Depressionen in späteren Jahren auswirken.


5
 

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