Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Warum kein einfach gläubiger Katholik „Laienpredigten“ in der heiligen Messe braucht
  2. Papst Leo auf Versöhnungskurs
  3. „Die meisten Seelen dort sind die, welche nicht an die Existenz der Hölle geglaubt haben“
  4. Der stumme Gott unserer Zeit
  5. Niedersachsen plant Religionsunterricht ohne Gott!
  6. Wenn der Wiener Erzbischof den Heiligen Geist gegen das Kirchenrecht ausspielen möchte
  7. Theologe Thomas Söding: „Es braucht eine katholische Internationale!“
  8. Realitätsverlust im Bistum Chur
  9. BDKJ Nordrhein-Westfalen will Verbot der AfD
  10. Ramadan sorgte für Unfrieden an Wiener Schulen!
  11. Michelle Obama ermutigt Mütter arbeiten zu gehen
  12. "Er hat meine Pläne durchkreuzt": Warum der Teufel Angst vor Johannes Paul II. hatte
  13. „Nimm deine kleinen Kinder zur Messe mit!“
  14. Bischof Overbeck ist mit Weidel und Chrupalla in Sachen Iran einer Meinung
  15. Hatte J.D. Vance doch Recht? Wenn Hitler-Vergleiche in Deutschland die Polizei auf den Plan rufen

Empörung über Mord an christlichem Ehepaar in Pakistan

7. November 2014 in Weltkirche, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Kurienkardinal Tauran: Er warte seit Monaten vergeblich auf islamische Proteste gegen die eskalierende religiöse Gewalt in Pakistan. Es müsse gerade im Interesse der Muslime selbst liegen, das so erzeugte Schreckensbild vom Islam zu korrigieren.


Islamabad/Vatikanstadt (kath.net/KNA) Menschenrechtler und Kirchenvertreter haben den Mordanschlag auf ein christliches Ehepaar in der pakistanischen Provinz Punjab verurteilt. Pakistanischen Medienberichten zufolge kritisierte die Menschenrechtskommission von Pakistan (HRCP), dass die örtliche Polizei nicht ausreichend für den Schutz der beiden Opfer gesorgt habe. Wegen angeblicher Koranschändung hatte eine wütende Menschenmenge den 32-jährigen Shahzad Maseeh und seine schwangere Frau Saima Bibi am Dienstag in dem Ort Kot Radha zunächst verprügelt und dann verbrannt. Die beiden hinterlassen vier Kinder.

Den Beobachtungen der Menschenrechtler zufolge sollen vier Polizisten versucht haben, das Ehepaar von der wütenden Menge zu trennen. Dabei wurden sie offenbar selbst angegriffen. Die Organisation geht davon aus, dass die Glaubenszugehörigkeit des Ehepaares bei der Tat ein entscheidender Faktor war.


Die Anschuldigung einer Koranschändung soll pakistanischen Medienberichten zufolge nach einem Streit um Geld aufgekommen sein, den die beiden mit ihrem Arbeitgeber, dem Besitzer der Ziegelfabrik, geführt hätten. Der Mann wurde mittlerweile von der Polizei in Gewahrsam genommen. Ferner wurden mindestens 60 Personen verhaftet; 39 sollen vor ein Terrorgericht kommen.

Der Päpstliche Rat für den interreligiösen Dialog rief die internationale Gemeinschaft zum Protest gegen das sogenannte Blasphemiegesetz in Pakistan auf. Die Gewalt gegen Nichtmuslime habe dort eine nie gekannte Brutalität erreicht, sagte der Präsident des Rates, Kardinal Jean-Louis Tauran, am Donnerstag im Gespräch mit Radio Vatikan.

«Ich frage: Kann man angesichts solcher Verbrechen, die mit der Religion gerechtfertigt werden, passiv bleiben?», so Tauran. Ihm fehlten die Worte für eine so barbarische Tat. «Nicht einmal Tiere verhalten sich so», sagte der Kardinal. Die Täter religiöser Lynchjustiz könnten aufgrund des Blasphemiegesetzes oft mit Straffreiheit rechnen. In Pakistan seien seit Einführung des Gesetzes 1988 von Staats wegen 60 Menschen hingerichtet worden.

Tauran forderte die Vertreter des Islam zum Einschreiten auf. Seit Monaten warte er vergeblich auf islamische Proteste gegen die eskalierende religiöse Gewalt in Pakistan. Es müsse gerade im Interesse der Muslime selbst liegen, das so erzeugte Schreckensbild vom Islam in der Welt zu korrigieren.

Das Blasphemiegesetz verbietet eine Verunglimpfung islamischer Stätten, Heiliger Schriften und des Ansehens des Propheten Mohammed. Wegen missbräuchlicher Anwendungen und der Möglichkeit der Verleumdung geriet der betreffende Strafrechtsparagraf 295 wiederholt in die Kritik.

Unterdessen besuchte der Regierungschef der Provinz Punjab, Muhammad Shahbaz Sharif, die Angehörigen der Opfer. Pakistanischen Medienberichten zufolge versprach Sharif den Familien eine Entschädigungszahlung von umgerechnet rund 39.000 Euro sowie vier Hektar Land. Zudem wolle die Regierung von Punjab die hinterbliebenen vier Kinder der Opfer unterstützen.

Der Präsident des kirchlichen Hilfswerks missio München, Wolfgang Huber, betonte, spätestens jetzt müsse klar sein, dass die Situation von Christen in dem südasiatischen Land lebensbedrohlich sein könne. «Das Blasphemiegesetz widerspricht der eigentlich demokratischen Verfassung Pakistans», betonte Huber.

(C) 2014 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Christenverfolgung

  1. Berliner Landesbischof Stäblein erinnert an weltweite Christenverfolgung
  2. Neuer Bericht zum Iran: Zahl der Festnahmen von Christen verdoppelt sich
  3. Mexiko: Historiker fordern mehr Bewusstsein für Cristero-Krieg
  4. „Christen in Europa sehen sich zunehmend Hass und Diskriminierung ausgesetzt“
  5. Brutaler Polizeiangriff auf einen katholischen Priester in Sri Lanka: Kirche fordert Aufklärung
  6. Weltverfolgungsindex 2026: Die Christenverfolgung ist weltweit auf neuem Höchststand
  7. „Nicht nur Israels Kampf… es ist der Kampf unserer gemeinsamen jüdisch-christlichen Zivilisation“
  8. Plakolm: Christenverfolgung ernst nehmen statt relativieren
  9. USA bombardieren Islamisten nach Massaker an Christen in Nigeria
  10. Meldestelle Christenschutz: Christliche Flüchtlinge sind fassungslos über Skandal-Ausstellung






Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDUNG nur mehr bis 25. MÄRZ möglich!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. "Er hat meine Pläne durchkreuzt": Warum der Teufel Angst vor Johannes Paul II. hatte
  4. Realitätsverlust im Bistum Chur
  5. Wenn der Wiener Erzbischof den Heiligen Geist gegen das Kirchenrecht ausspielen möchte
  6. Warum kein einfach gläubiger Katholik „Laienpredigten“ in der heiligen Messe braucht
  7. „Die meisten Seelen dort sind die, welche nicht an die Existenz der Hölle geglaubt haben“
  8. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  9. Bischof Overbeck ist mit Weidel und Chrupalla in Sachen Iran einer Meinung
  10. Hatte J.D. Vance doch Recht? Wenn Hitler-Vergleiche in Deutschland die Polizei auf den Plan rufen
  11. Papst Leo auf Versöhnungskurs
  12. „Nimm deine kleinen Kinder zur Messe mit!“
  13. 'Ich verstehe Gott nicht': Ältester Deutscher feiert 110. Geburtstag
  14. Exorzismus-Experte: Aktuelle Weltlage nicht nur Werk des Bösen
  15. Junge Katholiken suchen in der Kirche lehramtliche Klarheit und nicht Anpassungsfähigkeit

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz