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Zeitung: Freier von Zwangsprostituierten werden bestraft

13. Oktober 2014 in Deutschland, 6 Lesermeinungen
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Gegen Männer, die wissentlich die Zwangslage von Opfern von Menschenhandel und Zwangsprostitution ausnutzen, soll künftig strafrechtlich vorgegangen werden.


Köln (kath.net/KNA) Union und SPD haben sich nach Informationen des «Kölner Stadtanzeigers» (Montag) darauf geeinigt, Freier von Zwangsprostituierten künftig zu bestrafen. Gegen Männer, die wissentlich die Zwangslage von Opfern von Menschenhandel und Zwangsprostitution ausnutzen, soll künftig strafrechtlich vorgegangen werden, berichtet die Zeitung. Das genaue Strafmaß sei noch unklar, das Bundesjustizministerium werde einen entsprechenden Straftatbestand erarbeiten.

Die Freierbestrafung war bis zuletzt umstritten in der großen Koalition. Während die Verschärfung eine der Kernforderungen der Union war, hatte die SPD sie als kontraproduktiv abgelehnt. Auch Justizminister Heiko Maas (SPD) war skeptisch, gab dem Drängen der Union nun aber nach.


Unionsfraktionsvize Thomas Strobl zeigte sich gegenüber dem «Kölner Stadt-Anzeiger» zufrieden mit der Einigung. «Mit der Bestrafung von Freiern von Zwangsprostituierten werden wir den Menschenhandel zumindest teilweise 'austrocknen' können. Unsere Rechtsordnung muss klar und deutlich machen: Ein solches Verhalten geht gar nicht», sagte der CDU-Politiker. Wenn Freier wegbleiben, dann treffe das die Menschenhändler dort, wo es ihnen weh tue, an ihrem Geldbeutel.

Die SPD hatte vergeblich argumentiert, dass Experten von Polizei, Justiz und Frauenberatungsstellen eine Bestrafung von Freiern ablehnen, da diese wichtige Partner bei der Bekämpfung von Zwangsprostitution sein könnten.

Strobl betonte laut der Zeitung: «Hilft der Freier der Zwangsprostituierten und erstattet Anzeige, wird er nicht bestraft.» Auch die rechtspolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Elisabeth Winkelmeier-Becker begrüßte die Einigung. «Im Kampf gegen Zwangsprostitution und Menschenhandel in Deutschland sind wir heute einen entscheidenden Schritt weitergekommen», so die CDU-Politikerin. Ohne Nachfrage gebe es auch weniger Anreize, Frauen sexuell auszubeuten.

(C) 2014 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


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