Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vatikan exkommuniziert sechs Bischöfe der Piusbruderschaft!
  2. Papst an Piusbrüder: 'Kehren Sie um!
  3. Bevorstehende „illegale Bischofsweihen für die Piusbruderschaft“ „ein schwerer schismatischer Akt“
  4. Der Vatikan ordnet das Rückkehr-Prozedere für Menschen, die die Piusbruderschaft verlassen wollen
  5. Konsistorium: Kardinäle benennen aktuelle Probleme, z.b. Meinung, das Leben habe keinen Sinn
  6. „Alten und neuen Ritus bestehen lassen. Latein verbieten? Das spielt Rebellen in die Hände“
  7. GRÜN-Politikerin möchte das Töten von zwölf ungeborenen Kindern finanzieren
  8. Papst ernennt Sr. Alessandra Smerilli zur Präfektin des Entwicklungsdikasteriums
  9. „Die Behauptung, Rom gehe hart gegen Rechte vor, nicht aber gegen Linke, ist schlichtweg falsch“
  10. „Man kann die priesterlichen Vollmachten nicht beliebig aufteilen und funktionalistisch outsourcen“
  11. "Ohne Einheit mit dem Papst keine volle Gemeinschaft mit der Kirche"
  12. Haben Sie das Apostolische Mandat? – „Nein. Sie wussten, dass sie es nicht hatten“
  13. Mehr Klarheit mit jeder Absage aus Rom
  14. Vatikan hofft weiterhin auf Dialog mit der Piusbruderschaft
  15. Petrus und Paulus: Die Einheit der Kirche wächst aus der Verschiedenheit

Iraks Regierung versäumte Hilfeleistung an 120.000 Christen

7. Oktober 2014 in Weltkirche, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Irakischer Bischof: "Wir Christen wurden von Bagdad im Stich gelassen" - Ihn beunruhige, dass sich irakische Muslime nicht klar vom "Islamischen Staat" distanzierten.


München (kath.net/KIN) Der chaldäisch-katholische Erzbischof der nordirakischen Stadt Erbil, Bashar Warda (Foto), wirft der irakischen Regierung vor, den Christen auf der Flucht vor den Milizen des "Islamischen Staats" nicht geholfen zu haben. "Die Regierung in Bagdad hat nichts, absolut nichts getan, um den 120 000 Christen zu helfen, die vor den Terroristen geflohen sind", sagte Warda am Sonntag der Geschäftsführerin des katholischen Hilfswerks "Kirche in Not", Karin Maria Fenbert, die sich drei Tage lang mit einer internationalen Delegation des Hilfswerks über mögliche Flüchtlingsprojekte in Erbil, dem Regierungssitz der kurdischen Autonomieregierung, informiert hatte.

Warda berichtete weiter, die vertriebenen Christen seien heute noch mehr um ihre Zukunft besorgt als bei ihrer Ankunft in Erbil vor zwei Monaten. Die meisten hätten in seiner Diözese und der Region rund um die Stadt Dohuk Zuflucht gefunden, nachdem sie im August aus ihren Häusern in Mossul und den Dörfern der Ninive-Ebene vertrieben worden waren. Als die Milizen des "Islamischen Staats" vorgerückt waren, hätten sie all ihren Besitz zurücklassen müssen. "Unsere muslimischen Führer haben es versäumt, die Gewalt, die im Namen des Islam verübt worden ist, uneingeschränkt zu verurteilen", kritisierte der Erzbischof. "Das hat dazu geführt, dass alle Christen aus ihrer uralten biblischen Heimat vertrieben wurden." Nachdem es wiederholt dazu gekommen war, dass langjährige muslimische Nachbarn die Häuser von Christen sofort nach deren Flucht geplündert hatten, fühlten sich die Christen nun von ihren Landsleuten "verraten". "Ein Vertriebener aus Mossul hat mir erzählt, dass sein Nachbar ihn angerufen und damit geprahlt habe, sein Haus geplündert und die Hälfte des gestohlenen Besitzes an den 'IS' gespendet zu haben – wie kann man da über eine Rückkehr nachdenken? Wie soll man mit solchen Menschen noch zusammenleben?"


Es sei daher immer wahrscheinlicher, dass die vertriebenen Christen den Irak für immer verlassen wollten. "Die traurige Wahrheit ist, dass die Christen keinerlei Unterstützung von der irakischen Zentralregierung erhalten haben", betonte Warda. Das sei insbesondere bemerkenswert, als die Regierung sonst die erste Stelle gewesen sei, die die Verantwortung für Flüchtlinge übernommen habe. "Ich klage diese Zentralregierung an, dass sie ihre Verpflichtungen gegenüber dem Volk nicht erfüllt hat. Denn sie hat für die Flüchtlinge viel Hilfe von der internationalen Gemeinschaft erhalten. Bei den Christen vor Ort ist aber davon nichts angekommen", unterstrich der Erzbischof. "Bagdad hilft nur vertriebenen Muslimen, aber keinen Christen." Die kurdische Regionalregierung in Erbil habe darüber hinaus von Beginn der Krise an klargestellt, dass sie keine finanzielle Hilfe anbieten könne, da die Hilfsgelder aus Bagdad seit dem 1. Januar 2014 eingestellt worden seien.

Erzbischof Warda hatte deshalb gemeinsam mit anderen irakischen Bischöfen ein Hilfsprogramm für die Flüchtlinge begonnen und beklagte sich, dass die Hilfe für Christen ausschließlich der Kirche zugefallen sei. "Wir werden die Stimmen der Solidarität nicht vergessen, die vom ersten Tag dieser Tragödie für uns gesprochen haben", betonte Warda. "Christliche Hilfsorganisationen, wie zum Beispiel 'Kirche in Not', haben uns von Anfang an geholfen, und das Wichtige ist: Sie bleiben bei uns, auch wenn die Schlagzeilen zu einem anderen Thema übergegangen sind." "Kirche in Not" hilft zurzeit unter anderem mit einem Soforthilfeprogramm im Nordirak, mit dem für die Flüchtlinge Nahrungsmittel und Notunterkünfte bereitgestellt werden.

"Für uns ist die Vertreibung von Christen aus Mossul und der Ninive-Ebene nicht nur ein Schock: Es ist ein Völkermord!", sagte Erzbischof Warda weiter. "Es war ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit." Ihn beunruhige, dass sich irakische Muslime nicht klar vom "Islamischen Staat" distanzierten. "Sie scheinen ausschließlich darüber besorgt, dass die Angriffe den internationalen Ruf des Islam beschädigt haben."

"Kirche in Not" hilft den Christen im Irak in dieser Notsituation. Spenden- und Kontaktmöglichkeiten:

- Kirche in Not Deutschland

- Kirche in Not Österreich

- Kirche in Not Schweiz

Foto Erzbischof Warda © Kirche in Not


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Irak

  1. Irakischer Bischof: Christen blicken mit großen Sorgen in die Zukunft
  2. Nordirak: Angespannte Sicherheitslage in der Ninive-Ebene
  3. Irakischer Erzbischof: Leben in Mosul normalisiert sich
  4. Irak: Erzbischof befürchtet „schwerwiegende Folgen“
  5. Irak: Kirche würdigt muslimische Rettungsaktion von Christinnen
  6. Kardinal: Wiederaufbau des Irak braucht "Kultur des Respekts"
  7. „Kirche in Not“ startet neues Großprojekt im Irak
  8. Bagdad von Sicherheitskräften abgeriegelt
  9. Vor Islamisten gerettete Handschrift soll in den Irak zurück
  10. Freude über geplante Papst-Reise in den Irak






Top-15

meist-gelesen

  1. EINMALIGE SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - REISE AUSGEBUCHT
  2. Vatikan exkommuniziert sechs Bischöfe der Piusbruderschaft!
  3. Der Vatikan ordnet das Rückkehr-Prozedere für Menschen, die die Piusbruderschaft verlassen wollen
  4. Écône, zum Zweiten
  5. „Alten und neuen Ritus bestehen lassen. Latein verbieten? Das spielt Rebellen in die Hände“
  6. „Man kann die priesterlichen Vollmachten nicht beliebig aufteilen und funktionalistisch outsourcen“
  7. „Die Behauptung, Rom gehe hart gegen Rechte vor, nicht aber gegen Linke, ist schlichtweg falsch“
  8. Papst an Piusbrüder: 'Kehren Sie um!
  9. Bevorstehende „illegale Bischofsweihen für die Piusbruderschaft“ „ein schwerer schismatischer Akt“
  10. Haben Sie das Apostolische Mandat? – „Nein. Sie wussten, dass sie es nicht hatten“
  11. Deutsche Medien schweigen zum Bericht über Vergewaltigungsbanden in Großbritannien
  12. Mehr Klarheit mit jeder Absage aus Rom
  13. Ehemalige Äbtissin wehrt sich gerichtlich gegen Rauswurf
  14. GRÜN-Politikerin möchte das Töten von zwölf ungeborenen Kindern finanzieren
  15. Freimaurerei „mit einem vollständigen Bekenntnis zum katholischen Glauben unvereinbar“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz