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Bischof Fürst über ISIS-Terror: 'Barbarei unvorstellbaren Ausmaßes'

9. August 2014 in Aktuelles, 34 Lesermeinungen
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Rottenburger Bischof Fürst begrüßte den Hilfs- und Militäreinsatz der USA in der autonomen Provinz Kurdistan mit ihrer Hauptstadt Erbil ausdrücklich.


Rottenburg/Erbil (kath.net/drs) Als „Barbarei unvorstellbaren Ausmaßes“ hat Bischof Gebhard Fürst die systematische Verfolgung, Vertreibung und die Tötungen von Menschen im Nordirak durch die fundamental-islamistischen IS-Terrortruppen bezeichnet. Der Rottenburger Bischof sagte am Samstag weitere 100.000 Euro Hilfe aus einem Nothilfefonds zu, die direkt an den chaldäisch-katholischen Erzbischof der kurdischen Diözese Erbil, Baschar Warda, fließen. Bereits vor zwei Wochen versprach Bischof Fürst Caritas international 50.000 Euro für Flüchtlingshilfe im Irak.

Der Bischof forderte rasche Hilfsmaßnahmen durch die Weltgemeinschaft und deren entschlossenes Eingreifen. „Es bleibt nicht mehr viel Zeit“, sagte er. Den Hilfs- und Militäreinsatz der USA wie auch zuletzt die Hilfsflüge Großbritanniens in der autonomen Provinz Kurdistan mit ihrer Hauptstadt Erbil begrüßte Bischof Fürst ausdrücklich. Ohne Hilfe von außen könne die Regierung der autonomen Provinz sich nicht des drohenden Ansturms der IS-Truppen erwehren, sagte der Bischof. Es gelte, diese Provinz zu stärken, die einen enormen Zustrom von Flüchtlingen zu verkraften hat. Umgehend müsse zudem den Zehntausenden Yeziden geholfen werden, die aus ihren Wohnorten vertrieben wurden und Hals über Kopf ohne Lebensmittel und Schutz ins Gebirge fliehen mussten. Mit der gewaltsamen Vertreibung drohe in der Region das Ende einer Jahrtausende alten religiösen und kulturellen Vielfalt.


„Es bahnt sich eine humanitäre Katastrophe biblischen Ausmaßes an, wir dürfen dabei nicht zusehen“, so der Bischof in Solidarität mit dem Patriarchen der chaldäisch-katholischen Kirche in Bagdad, Raphael Louis Sako. Die Zahl der Flüchtlinge gehe in die Hunderttausende. Todesfälle in hoher Zahl seien zu erwarten, falls keine massive und nachhaltige Hilfe eintrifft. Es drohe eine Massenvernichtung. Besonders die Deutschen wüssten aus ihrer Geschichte, was Völkermord bedeutet und dass entschlossen alles Erdenkliche getan werden muss, ihn zu verhindern.

Mit Blick auf die vor dem IS-Terror nach Europa flüchtenden Menschen rief Bischof Fürst zu Großherzigkeit auf. Es sei zu befürchten, dass die in Europa und damit auch in Deutschland ankommenden Menschen auf lange Sicht nicht mehr in ihre ursprüngliche Heimat zurückkehren können. „Wir sind als Christen aufgerufen, ihnen Schutz und neue Heimat zu bieten.“ Die Vertreter der muslimischen Welt bat Bischof Fürst eindringlich, im Namen ihrer Religion eindeutig Position zu beziehen gegen islamistischen Terror. Er dankte zudem für alle bereits in diesem Sinn formulierten Äußerungen von Islamverbänden in den vergangenen Tagen.

ZDF heute - Christen auf der Flucht


CNN: ISIS köpft christliche Kinder, sagt Mark Arabo, Sprecher der Chaldäer in den USA, im Interview (engl.)



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