Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Der deutsch-synodale Irrweg in Zahlen: Nur 25 Priesterweihen in ganz Deutschland im Jahr 2025!
  2. Vatikanische Theophantasien zur Frauenfrage
  3. Vom Elend der Fürbitten
  4. Papst Leo auf Versöhnungskurs
  5. „Die meisten Seelen dort sind die, welche nicht an die Existenz der Hölle geglaubt haben“
  6. Theologe Thomas Söding: „Es braucht eine katholische Internationale!“
  7. EuGH-Urteil: Deutscher Kirchenaustritt kein automatischer Kündigungsgrund
  8. Wenn der Wiener Erzbischof den Heiligen Geist gegen das Kirchenrecht ausspielen möchte
  9. Realitätsverlust im Bistum Chur
  10. Pater Dietrich von Stockhausen überreicht Papst Leo XIV. Hesemanns aktuelle Studie über Heroldsbach
  11. BDKJ Nordrhein-Westfalen will Verbot der AfD
  12. Krautwaschl zu Grünwidl: Bin nicht gezwungen worden!
  13. Bischof Elbs ermutigt zur Beichte: "Herz ordnen und sich auf Ostern vorbereiten"
  14. Muslime wählen SPD und Linke, Christen wählten CDU
  15. Michelle Obama ermutigt Mütter arbeiten zu gehen

Entschluss zum Rücktritt schon 2012 gefasst

28. Februar 2014 in Weltkirche, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Erzbischof Georg Gänswein zum Rücktritt von Benedikt XVI., Franziskus und zum Fragenkatalog des Vatikans. Achtung UPDATE und Ausweitung des Interviews 14.00 Uhr


München (kath.net)
Der emeritierte Papst Benedikt XVI. hat nach Angaben seines früheren Privatsekretärs Georg Gänswein schon 2012 den Entschluss zum Rücktritt gefasst. Dies teilte Erzbischof Georg Gänswein jetzt gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" mit. Die Entscheidung sei nach einer strapaziösen Reise im März 2012 nach Mexiko und Kuba gefallen, erklärt Gänswein. Nach dieser Reise habe der Leibarzt Benedikt gewarnt, einen erneuten Flug über den Atlantik werde er nicht überstehen. Ursprünglich habe der Papst seinen Entschluss nicht erst im Februar 2013, sondern bereits im Dezember 2012 bekanntgeben wollen. Gänswein selbst meinte damals laut eigenen Angaben spontan: "Nein, Heiliger Vater, das dürfen Sie nicht!" Ihm sei aber sofort klar geworden: "Er teilt nicht etwas mit, um eine Entscheidung zu finden, sondern er teilt eine getroffene Entscheidung mit."

Wörtlich meinte Gänswein: "Er habe seinen Schritt, meinte er mir gegenüber, 'lange genug bedacht und mit dem Herrn besprochen. Und ich sehe jeden Tag, dass es richtig war.' Er sei sich sicher gewesen, 'dass meine Stunde vorbei war, und dass das, was ich geben konnte, gegeben ist'". Der Privatsekretär von Benedikt XVI. erzählte dann auch, dass er einer von vier Personen war, die in dieses Geheimnis eingeweiht waren. "Als mir der Papst eröffnete, was er vorhat, verpflichtete er mich, es unter dem Siegel der päpstlichen Verschwiegenheit zu halten. Sie können sich vorstellen, dass es nicht leicht war, und es gab Situationen, da hätte es mich wirklich fast innerlich zerrissen."


Gänswein betonte auch, dass die Entscheidung laut Benedikt XVI. mit "Vatileaks" nichts zu tun hatte. Es habe weder »ein Zurückweichen unter einem Druck, noch eine Flucht vor einem Nichtmehrkönnen« gegeben.

In in dem Interview erklärte Gänswein dann auch, dass Franziskus "eine religiöse Musikalität" mitbringe, die wir in Europa offensichtlich erst wieder lernen müssen. Dies könne uns nur gut guttun. "Guttut auch zu erkennen, dass so manche Lieblingsthemen, die wir als vordringlich ansehen, in Wirklichkeit lediglich Randthemen sind." Dass die beiden Päpste von manchen gegeneinander ausgespielt werden, hält Gänswein für "schlicht primitiv". Auf die Frage, ob Franziskus nicht schöngeredet werde, meinte der Erzbischof wörtlich: "Wir machen uns einen Papst, wie wir ihn haben möchten? Das Hauptmerkmal, das gegenwärtig in der öffentlichen Wahrnehmung die Gestalt von Papst Franziskus kennzeichnet, ist Begeisterung, ja Enthusiasmus. Wird aber denn auch alles, was er sagt, so wahrgenommen? Mein Eindruck ist vielmehr der, dass allerlei eigene Interpretation in seine Worte hineingelegt werden. Alle meinen, ihn für sich beanspruchen zu können. Es muss natürlich der Tag kommen, an dem sich die Spreu vom Weizen scheidet."

Gänswein übt dann auch sanfte Kritik an deutschen Bischöfen, die Franziskus gerne zujubeln. "Schön, dass sie jubeln, aber nur jubeln reicht nicht. Dem Jubel mutig Taten folgen zu lassen, das wäre die richtige und überzeugendeA ntwort." Auf die Frage, woran Gänswein, hier denke, erklärte der Erzbischof dann: "Darf ich es provokativ sagen? Die berühmte Forderung nach Entweltlichung, die Papst Benedikt in seiner Freiburger Rede erhoben hat, die dann aber mit wahren Interpretationspiouretten entsorgt werden sollte, diese
Forderung löst Papst Franziskus auf ganz unspektakuläre Weise Schritt für Schritt ein. Haben Sie deswegen von irgendjemandem einen Aufschrei gehört, wie damals nach der Rede Benedikts?"

Auch zum umstrittenen Fragenkatalog zur Akzeptanz der katholischen Morallehre bei Katholiken nahm Gänswein Stellung. Die Umfrage sei kein "Zwangsmittel, um bestimmte Vorstellungen" durchzuboxen. Papst Franziskus sehe sich hier einem hohen Erwartungsdruck ausgesetzt. Dazu tragen laut Gänswein "leider auch manche Indiskretionen" bei. "Werden die Erwartungen nicht erfüllt, kann sich das Blatt schnell wenden.

Abschließend nahm der Präfekt nochmals zu Benedikt XVI. Stellung. Seine Botschaft, die er mit dem Rücktritt auch ausdrückte sei auch dahingehend zu verstehen, dass die Kirche "nicht nur mit Entscheidungen regiert, sondern auch mit und durch das Gebet." "In seinem letzten Lebensabschnitt als »irdischer Pilger« – so hat sich Papst Benedikt bei seiner Abschiedsansprache in Castel Gandolfo selbst bezeichnet – will er die Kirche und seinen Nachfolger im Gebet begleiten und stützen.

Benedikt XVI. lebt heute zurückgezogen im Vatikan, vergangenen Samstag war er aber in der ersten Reihe zugegen, als sein Nachfolger Franziskus 19 Geistlichen die Kardinalswürde verlieh. In einigen Medien waren daraufhin Spekulationen über eine mögliche Machtteilung im Vatikan zwischen ihm und Franziskus aufgetaucht. Benedikt wies derlei Spekulationen aber umgehend als "schlicht absurd" zurück.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Gänswein

  1. Gänswein zum Apostolischen Nuntius für Litauen, Estland und Lettland ernannt!
  2. Gänswein leitet Messe im Petersdom zum Gedenken an Benedikt XVI.
  3. Veranstaltung mit Erzbischof Gänswein in Madrid abgesagt
  4. "Widerspruch ist ein Zeichen der Echtheit, der Wahrheit und vor allem auch der Standfestigkeit"
  5. Rom: Gänswein übergab "Anima" Messgewand von Benedikt XVI.
  6. Erzbischof Gänswein kehrt 'vorläufig' (!) nach Freiburg zurück
  7. Anordnung von Franziskus: Gänswein muss Rom bis 1. Juli verlassen, ohne Amt!
  8. Medienbericht: Gänswein wird Papstbotschafter in Costa Rica
  9. Benedikt XVI.: „Vergelt’s Gott, lieber Georg, für alles“
  10. „Ich bitte Erzbischof Gänswein um Entschuldigung“






Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDE-DEADLINE - 25. MÄRZ!!!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Krautwaschl zu Grünwidl: Bin nicht gezwungen worden!
  4. "Er hat meine Pläne durchkreuzt": Warum der Teufel Angst vor Johannes Paul II. hatte
  5. Realitätsverlust im Bistum Chur
  6. Wenn der Wiener Erzbischof den Heiligen Geist gegen das Kirchenrecht ausspielen möchte
  7. „Die meisten Seelen dort sind die, welche nicht an die Existenz der Hölle geglaubt haben“
  8. Heimisch sein im Vatikan - Papst Leo XIV. wohnt wieder in der klassischen Papstwohnung
  9. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  10. Vom Elend der Fürbitten
  11. Der deutsch-synodale Irrweg in Zahlen: Nur 25 Priesterweihen in ganz Deutschland im Jahr 2025!
  12. Einladung zur Novene zum Hl. Josef
  13. Papst Leo auf Versöhnungskurs
  14. Vatikanische Theophantasien zur Frauenfrage
  15. Papst bezieht diesen Samstag seine Wohnung im Apostolischen Palast

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz