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Michelangelo: Pessimist mit Meißel und Pinsel

18. Februar 2014 in Chronik, keine Lesermeinung
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Am 18. Februar vor 450 Jahren starb der große Maler, Bildhauer, Architekt und Dichter der Renaissance - Porträt von Alexander Brüggemann


Berlin (kath.net/KAP) Über sieben Jahrzehnte hat er als Künstler unzählige Energieleistungen vollbracht. Dennoch wurde er fast 89 Jahre alt. Schon vom Todesfieber geschüttelt, arbeitete er bis zum Schluss an seiner letzten, unvollendeten Pieta. Vor 450 Jahren, am 18. Februar 1564, starb das Renaissance-Genie Michelangelo (Foto nach Gemälde), Maler, Bildhauer, Architekt und Dichter - ein Pessimist von unbändiger Schaffenskraft, ein Freidenker und doch von tiefer, geistvoller Frömmigkeit.

Gegen den Widerstand seines Vaters wurde Michelangelo mit 13 Jahren bezahlter Schüler des Malers Domenico Ghirlandaio (1449-1494). Hier lernte er die Technik der Freskomalerei. Sein Talent und Eifer und etwas Glück brachten ihn schon bald an die Florentiner Hofschule.

Die feinsinnige Bildung bei den Medici, auf deren geistigem Höhepunkt unter Lorenzo dem Prächtigen, prägte den jungen Michelangelo tief. Ab 1491 unternahm er heimlich anatomische Studien an Leichen - was zu dieser Zeit noch streng verboten war, ihm aber bei der Darstellung des menschlichen Körpers unschätzbaren Fortschritt brachte.

Doch die Lehrjahre im Florentiner Elysium der Kunst waren nicht von langer Dauer. Bald nach dem Tod Lorenzos spürte Michelangelo, zu dessen vielfältigen Gaben auch düstere Vorahnungen gehörten, den nahenden Sturz der Medici; er setzte sich 1494 rechtzeitig nach Bologna ab.

Bei seiner Rückkehr nach Florenz hatte sich der Charakter der Stadt völlig geändert: Der Bußprediger Girolamo Savonarola hielt sie in einem Klammergriff von religiöser Diesseitsverachtung und Endzeitermahnungen, die auch Michelangelo tief beeindruckten. Für den Kunstbetrieb war dort derzeit wenig Platz, und so folgte er einem Ruf nach Rom.


Aus den äußerst widersprüchlichen Erfahrungen der frühen Florentiner Jahre, gepaart mit seinem ohnehin impulsiven Naturell, entstand in Michelangelo ein sehr fruchtbarer Gegensatz: Der Libertinismus der Schule der Medici und die fromme Bußfertigkeit des Bekehrten setzten in ihm Energien frei, sich den Konventionen seiner Künste und sogar dem Willen seiner Auftraggeber zu widersetzen. Die ungebärdige, übermenschliche Kraft von Michelangelos Figuren bringen Unordnung und Dynamik, wo die klassische Komposition der toskanischen Renaissance noch wohlgeordnete Ruhe verlangten. Immer mehr zur Bildhauerei hingezogen

Die Stadt der Päpste wurde zu Michelangelos zweitem Schicksalsort. Hier schuf er seine wichtigsten Werke, sieht man vom monumentalen David in Florenz (1504) und dem Programm der dortigen Medici-Kapelle (1524-1533) ab. Von Haus aus Maler, fühlte er sich doch immer stärker zur Bildhauerei hingezogen. Wie beim David, den er aus einem riesigen, von seinen Vorgängern eigentlich schon verhauenen Marmorblock schuf, hielt sich Michelangelo zugute, die Figur bereits im rohen Stein zu erkennen und lediglich daraus zu "befreien". Die Pieta im Petersdom (1499) gehört wohl zum Ergreifendsten, was die abendländische Kunst hervorgebracht hat.

Michelangelo erlebte 13 Päpste. Am spannungsreichsten war das Dienstverhältnis zu Julius II. (1503-1513), ebenso unnachgiebig, aufbrausend und energiegeladen wie er selbst. Erst setzte ihn der Papst auf ein gigantisches Marmorgrabmal für sich selbst an. Später zog er ihn davon wieder ab und verpflichtete ihn zur Ausmalung der Decke der Sixtinischen Kapelle (1508-1512) - ein Mammutwerk auf 520 Quadratmetern, das ihn auch als Maler unsterblich machte.

In seinen Aufzeichnungen hat der so sensible wie stolze Michelangelo festgehalten, wie sehr er unter dem fordernden und sprunghaften Wesen Julius II. litt. Bildlich verewigt hat er seinen Peiniger mit der kolossalen Marmorstatue des Mose in der Titelkirche des Papstes, San Pietro in Vincoli.

Nach 20 Jahren erneut in der Sixtina

Ein Medici-Papst, Klemens VII. (1523-1534), nötigte ihn 1532 zu einem weiteren malerischen Meisterwerk: 20 Jahre nach der Decke der Sixtina wurde Michelangelo beauftragt, ein Altargemälde für die Wahlkapelle der Päpste zu schaffen. Das mehr als 200 Quadratmeter große "Jüngste Gericht" mit seinen fast 400 Personen prägt bis heute die Wahrnehmung der Konklave.

Ein tief empfundenes Selbstbildnis hat Michelangelo im Jüngsten Gericht hinterlassen: Er selbst in der schlaffen, leeren Haut des heiligen Bartholomäus, gequält und ausgepumpt von diesem Großprojekt. Mit 66 Jahren, angefeindet ob der Vehemenz und Schockwirkung seines Weltengerichts, stieg der Künstler 1541 vom Gerüst.

Papst Paul III. (1534-1549) stellte sich schützend vor Michelangelo - nicht ohne ihm bald darauf eine weitere Großbaustelle aufzudrücken. Gegen seinen Willen übernahm der 71-Jährige 1547 die Bauleitung am Petersdom und dessen Kuppel. Parallel arbeitete er an seiner "Pieta von Florenz", deren Figur des Josef von Arimathäa wiederum seine eigenen Züge zeigt. 1555 gab er diese Arbeit entnervt auf.

Michelangelo starb schließlich, umgeben von seinen Freunden, am 18. Februar 1564 in Rom. Sein Leichnam wird auf seinen Wunsch hin heimlich nach Florenz überführt. Der Maler und Chronist Giorgio Vasari stilisierte Michelangelo als "göttlich", ja als Zielpunkt der gesamten Kunstgeschichte. Er selbst beschrieb sich als "armseligen, infamen und irren Mann". Doch es war genau diese Leidenschaft, die ihn unsterblich machte.

Doku: Michelangelo - Querkopf mit magischen Händen


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